Psychosoziales Traumazentrum für Flüchtlinge
Hilfe für die belastete Seele

Ahlen -

Innosozial hat ein Psychosoziales Traumazentrum für Flüchtlinge (PTZ) eröffnet. Hier erfahren schwer belastete Menschen Hilfe.

Dienstag, 14.03.2017, 17:03 Uhr

Sie arbeiten zukünftig mit traumatisierten Menschen, beraten und bieten Fortbildungen an: Arezoo Chaharlang, Angelika Dittmann, Jacqueline Gehrcke und Dietmar Zöller.
Sie arbeiten zukünftig mit traumatisierten Menschen, beraten und bieten Fortbildungen an: Arezoo Chaharlang, Angelika Dittmann, Jacqueline Gehrcke und Dietmar Zöller. Foto: Peter Schniederjürgen

„PTZ“ nennt sich der neuste Zweig von Innosozial. „Vor rund vier Wochen haben wir das ‚Psychosoziale Traumazentrum für Flüchtlinge’ am Röteringshof eröffnet“, sagt Geschäftsführer Dietmar Zöller am Dienstag bei der Vorstellung am Dienstag. Hier im Südenstadtteil wird das Zentrum mit einem hochkompetenten Team neben Therapie und Beratung für Betroffene auch Hilfestellungen für Einrichtungen und Dienste anbieten.

Der Einzugsbereich ist der Kreis Warndorf und Hamm mit umliegenden Gemeinden. Zunächst werden sich Arezoo Chaharlang , Psychologin aus dem Iran mit einschlägigen Sprachkenntnissen, Angelika Dittmann , Diplom-Psychologin und Traumatherapeutin sowie die Diplom-Sozialarbeiterin und Traumapädagogin Jacqueline Gehrcke um die Klienten kümmern. „Dazu ist es unsere Aufgabe, ein Netzwerk von Ansprechpartnern und Hilfeleistungen aufzubauen“, führt Angelika Dittmann aus.

Unser Ziel ist es, die Selbstständigkeit zu fördern und damit Lebensperspektiven zu vermitteln.

Jacqueline Gehrcke

Das Zentrum ist eine Anlaufstelle für stark belastete Menschen. „Dabei unterscheiden wir nicht nach Bleibeperspektiven“, fügt Innosozial-Geschäftsführer Dietmar Zöller an und zeigt die Vorteile des Zentrums unter dem Inno-Dach auf. Innosozial verfügt über 16 Fachdienste, bei Bedarf werden externe hinzugezogen.

„Das Angebot richtet sich an Menschen aus Kriegsgebieten mit traumatischen Belastungen oder deren Folgerkrankungen“, umreißt Arezoo Chaharlang dann die Aufgaben. Sie spricht neben Deutsch auch Arabisch, Farsi und Dari.

Da sich Traumatisierungen oft erst in einer gewissen Ruhephase bemerkbar machten, schränkten sie den Erwerb neuer Fähigkeiten wie Spracherwerb oder Ausbildung ein. „Unser Ziel ist es, die Selbstständigkeit zu fördern und damit Lebensperspektiven zu vermitteln“, hebt Jacqueline Gehrcke hervor.

Daneben bietet das Zentrum Fortbildungen an. „Hier richten wir uns an Fachkräfte und Ehrenamtliche, die mit dem Thema Flüchtlinge und Trauma befasst sind“, erklärt Dietmar Zöller an. So biete das Inno-Team neben den Fachberatungen auch kollegiale Beratungen und Vernetzungen an. Fortbildungen können auch außer Haus durchgeführt werden.

Die Inno-Mitarbeiterinnen werden nötigenfalls ihre Klienten aufsuchen, feste Sprechstunden sind angedacht. Das Projekt wird über drei Jahre mit rund 250 000 Euro von der Aktion Mensch gefördert.  

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