Am Eck Kapellenstraße/ Adenauer-Ring
Ein Haus übernimmt die Rolle der Schallmauer

Ahlen -

Um die Wand sei‘s nicht schade. „Sie hatte eh keine Wirkung“, stellt Dr. Joachim Thomas Karl Sitterle nüchtern fest. Er selbst sei es gewesen, der sich vor sieben Jahren für ihre Errichtung vehement stark gemacht habe. Er selbst ist es, der sie jetzt Stein für Stein demontiert. Und Platz schafft für ein Neubauprojekt am Hauptverkehrsknotenpunkt Kapellenstraße / Konrad-Adenauer-Ring. In einem Jahr soll hier ein Mehrfamilienhaus stehen – und auch als schlupflochfreier Soundkiller ganze Arbeit leisten.

Mittwoch, 15.03.2017, 10:03 Uhr

Blick durch die Lärmschutzwand.  Viel steht nicht mehr. Am Kreuzungspunkt Kapellenstraße / Konrad-Adenauer-Ring weicht sie für ein viergeschossiges Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten.
Blick durch die Lärmschutzwand.  Viel steht nicht mehr. Am Kreuzungspunkt Kapellenstraße / Konrad-Adenauer-Ring weicht sie für ein viergeschossiges Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten. Foto: Ulrich Gösmann

„Wir verbessern den Lärmschutz extrem für die, die dahinter wohnen“, schickt der Teilhaber an dem Neubauvorhaben den Anwohnern vorab schon einmal rüber in die Mini-Siedlung im hoch belasteten Verkehrswinkel. Eines der Häuser ist sein‘s. Darum seinerzeit auch sein Einsatz für den Schallschutz, wie er erklärt.

Bauherr des Mehrfamilienhauses mit acht Einheiten ist die Sipro Bau GmbH, für die sein Sohn verantwortlich zeichnet.

Ein neues Mehrfamilienhaus füllt diese Lücke auf.

Ein neues Mehrfamilienhaus füllt diese Lücke auf. Foto: Ulrich Gösmann

Eigentlich hatten Sitterles ein Elf-Parteien-Haus verwirklichen wollen. Mit starken architektonischen Akzenten. Stadt und Gestaltungsbeirat hätten aber nicht mitgespielt, bedauert Sitterle. Viel Symbolik hätte in den ersten Entwürfen gesteckt. „Ein Bollwerk gegen die Straße. Eine deutliche Botschaft, dass man sich gegen die Straße wehrt.“ Eine Front ohne Fenster, einzig in den seitlichen Versatz integriert. Aber nein. Jetzt komme Standard und Beliebigkeit mit dunklem Klinker.

Man hat einfach Gitterwände hochgezogen und Steine reingeschüttet.

Dr. Sitterle

Auch sonst lässt Dr. Sitterle durchblicken, dass es mit der Zusammenarbeit im Rathaus nicht zum Besten bestellt sei. Die Lärmschutzwand, die jetzt für den Neubau weicht, hätte eigentlich gar nicht so gebaut werden dürfen. „Man hat einfach Gitterwände hochgezogen und Steine reingeschüttet.“ Durchlässig sei sie gewesen. Schwach im Schallschutz. Ohne Inlays, die Wirkung erzielt hätten. Und doch genehmigt.

An den viergeschossigen Neubau setzt der Investor höchste Schallschutzanforderungen. Mit Klasse 4 und einer Reduzierung um mehr als 40 Dezibel. Bei geschlossenen Fenstern höre man höchstens noch ein ganz leises Grummeln. Wenn überhaupt. Das gelte auch dann, wenn Viehtransporter und Mautpreller vorbei ziehen. Das Gebäude öffne sich nach hinten. Weitere Akzente setze zur Straße hin ein gläserner Fahrstuhlschacht.

Viel steht nicht mehr von der Lärmschutzwand.

Viel steht nicht mehr von der Lärmschutzwand. Foto: Ulrich Gösmann

Von den rund 40 Metern Gabionenwand bleiben die beiden äußeren Flügel unangetastet stehen. „Das muss so sein. Sonst brauchen wir ein neues Gutachten“, erklärt der Bauherr. Durch vorgesetzte Keller-Ersatzschuppen reduziere sich aber auch hier die Lärmdurchlässigkeit ganz erheblich, weil viele kleine Schlupflöcher zwischen den Steinen dann ja zugestellt seien.

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