Karsten Brummel übernimmt Traditionshaus
Mit Geisthövel einen Lebenstraum erfüllt

Ahlen -

Karsten Brummel (28) übernimmt Ahlens älteste Innenstadt-Gaststätte – und erfüllt sich damit einen langgehegten Traum: den Schritt in die Selbstständigkeit. Nach gut sechswöchiger Pause öffnet das Lokal am 5. April unter dem Namen „Geisthövel 800 Grad“ seine Türen.

Montag, 27.03.2017, 06:03 Uhr

Willkommen im Club? Die Zeiten sind längst vorbei. Karsten Brummel ist neuer Chef der Traditionsgaststätte Geisthövel und heißt ab 5. April jedermann willkommen. Der 28-jährige Koch hält am bewährten Konzept fest, ergänzt es künftig durch ein besonderes Steakangebot.
Willkommen im Club? Die Zeiten sind längst vorbei. Karsten Brummel ist neuer Chef der Traditionsgaststätte Geisthövel und heißt ab 5. April jedermann willkommen. Der 28-jährige Koch hält am bewährten Konzept fest, ergänzt es künftig durch ein besonderes Steakangebot. Foto: Christian Wolff

Die Tinte unter dem Vertrag war noch nicht mal trocken, da gingen bei Karsten Brummel schon die ersten Reservierungen ein. „Die Leute warten förmlich darauf, dass es hier weitergeht“, sagt der 28-jährige, der jetzt das Traditionslokal Geisthövel übernimmt, beim Vorab-Termin mit unserer Zeitung. „Ich freue mich darauf.“ Die Wiedereröffnung ist für Mittwoch, 5. April, geplant.

Der gelernte Koch mit Ausbildereignung ist in Ahlen kein Unbekannter. Er gehörte zum Team des „Art-Hotels“, servierte bereits beim „Gourmet-Markt“ selbstkreierte Spezialitäten. Von der Werse führte ihn der berufliche Weg später in die Berge, in ein Lokal nach Kitzbühel. Dann verschlug es Karsten Brummel auf hohe See: Er arbeitete auf zwei Kreuzfahrtschiffen, die vielen Fernsehzuschauern aus der Reihe „Verrückt nach Meer“ bekannt sind.

„Als ich erfuhr, dass André Schwippe die Leitung bei Geisthövel aufgibt, war ich gerade auf Weltreise“, erzählt Brummel. Sofort habe er Kontakt mit dem Eigentümer Hartmut Rogalla aufgenommen. „Es war meine Chance, mich selbstständig zu machen, ein Lebenstraum .“ Das geschichtsträchtige Gasthaus, das älteste der Ahlener Innenstadt, kannte er noch gut aus seiner Zeit in Ahlen. „Ich wusste sofort, um was es geht. Das Lokal ist wunderschön. Wenn das nicht geklappt hätte, wäre ich sicher verzweifelt“, sagt der junge Gastronom.

Bewegte Zeiten liegen hinter dem bekannten Gebäude in der Freiheit. Nach längerem Leerstand hatte sich 2013 ein Verein gegründet, um die Gaststätte zu erhalten. War sie anfangs nur Clubmitgliedern vorbehalten, öffnete sie sich letztlich wieder für die Öffentlichkeit. Nach Auflösung des Clubs betrieb André Schwippe „das Geisthövel“ in Eigenregie. Ende Februar hatte er sich überraschend zurückgezogen. Doch ein nahtloser Übergang, wie ihn sich auch der Eigentümer gewünscht hätte, scheiterte aus rechtlichen Gründen. Bewerber habe es mehrere gegeben. Umso glücklicher ist der Architekt nun, mit Karsten Brummel einen Nachfolger gefunden zu haben, der förmlich für diese Aufgabe brennt. Womit Rogalla gleich das Stichwort für das Neue im Alten gibt: „Geisthövel 800 Grad“ wird das Restaurant künftig heißen.

„Zum einen möchte ich den Namen beibehalten, der hier seit Generationen beheimatet ist. Zum anderen will ich mit dem Zusatz auf meinen Beefer aufmerksam machen, der auf der neuen Karte eine große Rolle spielt.“ Brummels Leidenschaft gilt nämlich frischen Steaks. „Grillen ist ja schon toll, aber Beefen setzt dem Fleisch nun mal die Krone auf“, meint er. Während ein konventioneller Grill das Fleisch über einen längeren Zeitraum bei 400 Grad Celsius gare, karamellisiere der Beefer die Außenhaut bei 800 Grad in wenigen Sekunden. „Damit zaubern wir Kurzgebratenes 2.0“, bringt es der Fachmann schmunzelnd auf den Punkt. Bei der Generalüberholung, die in den vergangenen Wochen sukzessive erfolgte, seien in der Küche bereits die Voraussetzungen dafür geschaffen worden.

Das Kaminzimmer der urigen Gaststätte hat ein besonderes Flair.

Das Kaminzimmer der urigen Gaststätte hat ein besonderes Flair. Foto: Christian Wolff

Der bewährten Linie des Hauses, das auf deftige, westfälische Küche setzt, will Karsten Brummel übrigens treu bleiben. „Das Konzept der kleinen, aber vielseitigen Karte mit regionalen und saisonalen Schmankerln ist erfolgreich. Das soll auch so bleiben“, verspricht der Koch und nennt Schlagworte wie Bärlauch, Spargel, Grünkohl, Wild und Fisch. Auch der klassische Sonntagsbraten wird nicht fehlen. „Ich glaube, jeder sollte etwas finden, das ihm schmeckt.“ Die Planungen sind langfristig angelegt, schließlich will Brummel hier einen Ausbildungsbetrieb etablieren.

Jetzt, wo die Tage wieder länger und sonniger werden, nimmt der neue Gastwirt auch den Biergarten vor dem Haus in den Blick. Der werde optisch aufgewertet und demnächst mit einer neuen Bestuhlung versehen. Ein fester Termin steht schon fest: Zum 1. Mai gibt‘s ein großes Grillen.

Die Räume stehen auch Gesellschaften zur Verfügung. Anfragen nimmt Karsten Brummel bereits jetzt unter der Telefonnummer 01 76 / 31 46 88 48 entgegen.

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Die geplanten Öffnungszeiten ab 5. April: Montag und Dienstag sind Ruhetage; Mittwoch bis Samstag ab 17 Uhr geöffnet; Sonntag von 11.30 bis 14 Uhr und ab 17 Uhr geöffnet.

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Das Lokal ist wunderschön. Wenn das nicht geklappt hätte, wäre ich sicher verzweifelt.

Karsten Brummel
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