Ahlener Maikirmes
Achterbahn-Absage wird ein Fall für die Rechtsabteilung

Ahlen -

Die Absage der Achterbahn zur Ahlener Maikirmes ist amtlich – und jetzt ein Fall für die städtische Rechtsabteilung. Doch wer füllt die freie Fläche jetzt? Die Betreiber eines anderen Fahrgeschäfts springen kurzfristig ein.

Dienstag, 25.04.2017, 12:04 Uhr

Hier sollte die Achterbahn stehen.1120 Quadratmeter Platzmitte müssen jetzt kurzfristig neu  überplant werden. Unterdessen bauen drum herum die ersten Schausteller auf. Erstmals dabei und noch eingepackt: die „Turbine“.
Hier sollte die Achterbahn stehen.1120 Quadratmeter Platzmitte müssen jetzt kurzfristig neu  überplant werden. Unterdessen bauen drum herum die ersten Schausteller auf. Erstmals dabei und noch eingepackt: die „Turbine“. Foto: Ulrich Gösmann

Wenn es nur die Schießbude gewesen wären. Keinen hätte es wirklich getroffen. Doch jetzt das – der Schuss ins Schwarze. Dietmar Kisolowski spricht vom „Albtraum eines jeden Marktmeisters“. Wenige Tage vor dem Start der Ahlener Maikirmes steht fest: Der Platzhirsch streckt die Beine. Die Absage der Achterbahn – sie ist jetzt ein Fall für die städtische Rechtsabteilung . Die Kollegen prüfen, der Kirmeskoordinator plant um. Großflächig.

Absage in den finalen Vorbereitungen

Ein Schreck, ja ein regelrechter Schock sei's für ihn gewesen, als in der Vorwoche plötzlich die Absage in seine finalen Vorbereitungen getroffen sei. Im Internet-Auftritt hatte Ahlen bereits seit Wochen mit seiner Hauptattraktion geworben. „Dann schaut man plötzlich ins Leere und fragt sich: Was jetzt?“, gesteht der Mann aus der Ordnungsabteilung, der nun schon seit zehn Jahren die Kirmes managt – und so etwas noch nicht erlebt habe. Kiso­lowski ist sichtlich sauer: „Die wollten unbedingt den Platz haben.“ Vor einem halben Jahr, als aus einem Überangebot an Bewerbungen eine attraktive Auswahl getroffen werden musste. Die Stadt Ahlen entschiedt sich für den „Black Hole“ – und steht jetzt buchstäblich vor einem schwarzen Loch.

Die wollten unbedingt den Platz haben.

Dietmar Kisolowski

Wer springt jetzt ein?

Galgenhumor schleicht sich an diesem Montagmorgen auf dem Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz ein: „Wir könnten hier jetzt ein Schild aufstellen – mit dem Hinweis: Schwarzes Loch.“ Denn: „Finden Sie mal so kurzfristig adäquaten Ersatz.“ Den hatten die Niedersachsen zwar noch angeboten – mit einer „ganz einfachen Rutsche“. Doch der Kirmeskoordinator winkte ab – und bemühte sich seiner Kontakte. Mit Erfolg. Der „Break Dance“ – sonst Stammgast auf dem Herbstrummel – springt ein. Umgarnt von zusätzlichen Imbissständen und Aktionsbuden. Potenzielle Nachrücker sind zum Wochenanfang mit Hochglanzprospekten auf dem Platz, um sich wie auf einer Auktionsbörse mit ihren Superlativen anzupreisen. Dass raumfüllender Ersatz gefunden wurde – für Dietmar Kisolowski ein Glücksfall: „Bonner hat zwei Break Dance. Einer hatte genau in dieser Woche Leerlauf.“

Wir könnten hier jetzt ein Schild aufstellen – mit dem Hinweis: Schwarzes Loch.

Dietmar Kisolowski

Der Fall ist noch nicht durch

Mit dem Tausch ist die Angelegenheit für die Stadt Ahlen noch nicht gegessen. Es geht um rund 2000 Euro Platzmiete für die 1120 Quadratmeter vertraglich fixierter Fläche, die Kisolows­ki von dem Achterbahn-Betreibern jetzt einfordern will. Die Absage sei lapidar mit einem technischen Defekt begründet worden. „Genaueres weiß ich nicht. Die sagen nichts.“ Was ihn ganz besonders wurme.

Unterdessen sind Schausteller aus allen Himmelsrichtungen unterwegs nach Ahlen. Weitere Absagen? Nicht in Sicht.

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