Schul- und Kulturausschuss
Schmuckstück und Sorgenkind

Ahlen -

Zusammen mit dem ehrenamtlichen Denkmalpfleger Bernd Schulze Beerhorst unternahmen die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses einen Stadtrundgang.

Mittwoch, 26.04.2017, 16:04 Uhr

Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses begaben sich mit Denkmalpfleger Bernd Schulze Beerhorst auf eine Reise in die (Bau-)Geschichte Ahlens.
Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses begaben sich mit Denkmalpfleger Bernd Schulze Beerhorst auf eine Reise in die (Bau-)Geschichte Ahlens. Foto: Peter Schniederjürgen

„Haus Holtermann ist Schmuckstück und Sorgenkind zugleich auf dem Marktplatzensemble“, zeigte am Dienstagnachmittag Bernd Schulze Beerhorst. Der Denkmalpfleger führte die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses zu einem etwas anderen Stadtrundgang. Fast 20 Stationen besonderer und meist denkmalgeschützter Bauwerke standen auf der Liste der Betrachtungsobjekte.

„Es sind weniger die Steine und Gebäude, es sind mehr die Geschichte und Geschichten, die sich darin und darum abspielten“, umriss der ehrenamtliche Denkmalpfleger die Intention seiner Arbeit. Start der Begehung war die Keimzelle der Stadt, die Bartholomäuskirche. Bernd Schulze Beerhorst berichtete über wichtige Stationen in der Geschichte des Gotteshauses, bevor die Ausschussmitglieder weiter zum Markt gingen.

Unvermeidlich war an dieser Stelle die Geschichte der breitfugigen Pflasterung. „Das ist wohl auf die nicht ordnungsgemäße Arbeit des Unternehmens und die nicht so überzeugende Bauaufsicht der Stadt zurückzuführen“, erklärte Schulze Beerhorst. Er erinnerte an die Ausgrabungen, die 1984 bei der Überarbeitung des Platzes gemacht wurden. Damals hatte der Heimatförderkreis nicht nur den Brunnen, sondern auch noch die Grundmauern der Vorgängergebäude des Alten Rathauses, der jetzigen Volkshochschule , gefunden.

Das führte den Denkmalfachmann schließlich zum „Sorgenkind“ – dem Haus Holtermann. Gebaut vom selben Architekten wie das Rathaus, sind die Gebäude fast parallel entstanden. An das Wohnhaus mit seinen reichen Jugendstilornamenten schloss sich bald ein Geschäftshaus an. „Überhaupt hat der Erbauer, Carl Holtermann, viele Spuren in seiner Stadt hinterlassen. So betrieb und förderte er sehr engagiert den Bau des St.-Franziskus-Hospitals“, berichtete Bernd Schulze Beerhorst.

Besondere Aufmerksamkeit widmete er jedoch dem Inneren des heruntergekommen Jugendstilbaus. Begeistert schilderte der Denkmalpfleger die üppige Ausstattung. Details schilderte der Denkmalpfleger ausführlich, beispielsweise die Küche im Keller, die durch einen Speisenaufzug mit den herrschaftlichen Räumen im Obergeschoss verbunden war. „Gleich oberhalb der Eingangstreppe gab es ein holzvertäfeltes Herrenzimmer“, schwärmte Schulze Beer­horst. Er widmete sich auch den überraschenden Einzelheiten. So befand sich ein Klavier eingelassen in die Wandverkleidung: „Das ist heute im gegenüberliegenden Alten Rathaus gesichert“, zeigte Schulze Beerhorst den Ausschussmitgliedern. Die Gelegenheit für Musiker und „Linke“-Vertreter Reiner Jenkel, gleich ein paar Takte auf dem historischen Stück zu spielen und festzustellen, dass es noch stimmig ist.

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