Technojünger überkleben einziges Großplakat
Ziemlich link: Party statt Politik

Ahlen -

Zwei Wochen ging‘s um Politik, jetzt um Party. Technojünger haben das einzige Großplakat der Linken im Ahlener Stadtgebiet überklebt. „Dumm, dreist und dämlich“, findet Linken-Chef Reiner Jenkel.

Samstag, 29.04.2017, 06:04 Uhr

Partyalarm auf der Linken-Plakatwand. Reiner Jenkel will‘s kaum glauben.
Partyalarm auf der Linken-Plakatwand. Reiner Jenkel will‘s kaum glauben. Foto: Ulrich Gösmann

Keine zwei Wochen sollten der Linken-Partei vergönnt sein, um auf ihrer einzigen Großstellwand mit geballter Faust zu animieren, doch einfach mal Stärke zu zeigen. Technojünger nahmen den Aufruf augenscheinlich zu wörtlich: Auf das Große klebten sie Kleine – mit der 32-fachen Empfehlung für die „Kleinstadt“-Techno-Party am 27. Mai im „Platinum“.

Linken-Chef Reiner Jenkel hatte die Bescherung am Eckpunkt Westfalendamm / Fritz-Reuter-Straße am Vortag nur per Fotozusendung auf seinem Smartphone gesehen. Beim Ortstermin am Freitagmorgen staunt er noch mehr. Die Hände schlagen vor die Stirn, dann ein Kopfschütteln: Dumm, dreist und dämlich sei die Aktion. „Weil man weiß, wer dahintersteckt.“ Der Spitzenkandidat im Wahlkreis 87 ist zwar auf dem Weg zu einem Wahlkampftermin nach Neubeckum , dem weitere folgen. Vorher soll aber noch die Anzeige raus. An Stadt und Polizei . Einer werde wohl zuständig sein. Und dann?

Schulterzucken. „Wir werden es wohl wieder überkleben.“ Ans große Plakat komme er nicht mehr ran. Die habe der Landesverband geklebt. Damit ist die Sache gelaufen. Aber mit acht kleinen sei die Party an dieser Stelle vorbei. Trotzdem: „Irgendwie finde ich‘s traurig.“

Er hat mir angeboten, auf eigene Kosten neue Plakate drucken zu lassen und das Ganze zu überkleben.

Reiner Jenkel

Stadtsprecher Frank Merschhaus reagiert auf Redaktionsanfrage: „Das Ordnungsamt wird versuchen, wie auch in anderen Fällen unerlaubten Plakatierens, einen Verursacher zu ermitteln. Solche Fälle können als Ordnungswidrigkeit verfolgt und mit einer Geldbuße geahndet werden.“ Die Sachbeschädigung sei durch den Geschädigten als Straftat anzuzeigen.

Kehrtwende am Mittag, die Klarheit bringt und Wogen glättet: Der Veranstalter habe sich telefonisch gemeldet, lässt das Ratsmitglied Jenkel wissen. Und habe sich bei ihm entschuldigt. Er hätte 100 Plakate verschenkt. Ihm wäre klar, dass er trotzdem verantwortlich sei. Jenkel: „Er hat mir angeboten, auf eigene Kosten neue Plakate drucken zu lassen und das Ganze zu überkleben. Das ist ja freundlich. Man kann ihm eigentlich nur noch Leichtsinn vorwerfen.“ Der Landesverband ist informiert.

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