Die Landtagswahl in Ahlen
Klare Abfuhr für Rot-Grün

Ahlen -

Sozialdemokraten und Grüne haben bei der Landtagswahl auch in Ahlen schwere Verluste erlitten – insgesamt zwölf Prozent. Die SPD liegt aber noch knapp vor der CDU, obwohl diese fast fünf Prozent zulegte. Die FDP fuhr ein zweistelliges Ergebnis ein, die AfD kam auf 7,6 Prozent.

Sonntag, 14.05.2017, 22:53 Uhr aktualisiert: 15.05.2017, 10:59 Uhr
Erster Jubel: Im „Geisthövel“ kommt die CDU schon um Punkt 18 Uhr mit der Prognose in Partylaune.
Erster Jubel: Im „Geisthövel“ kommt die CDU schon um Punkt 18 Uhr mit der Prognose in Partylaune. Foto: Christian Wolff

Einer Fortsetzung von Rot-Grün in Düsseldorf haben auch die Ahlener Wählerinnen und Wähler mehrheitlich eine Abfuhr erteilt. Beide bisherigen Regierungsparteien erlitten bei der gestrigen Landtagswahl in der Wersestadt schwere Verluste, zusammen kommen SPD und Grüne nur noch auf 40 Prozent – nach 52 Prozent vor fünf Jahren. Die Sozialdemokraten behaupteten jedoch knapp den ersten Platz vor der CDU , obwohl diese stark zulegte.

Ein zweistelliges Ergebnis fuhr auch in Ahlen die FDP ein. Die Linken blieben unter fünf Prozent, die AfD liegt mit 7,6 Prozent im Landestrend. Die „Piraten“ rangieren nur noch unter ferner liefen. Im Rennen um das Direktmandat im Wahlkreis Warendorf II hatte diesmal der CDU-Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum die Nase vorn und seine SPD-Kollegin Annette Watermann-Krass das Nachsehen.

Nach dem vorläufigen End ergebnis, das um 21.26 Uhr feststand, büßte die SPD in Ahlen bei den Zweitstimmen im Vergleich zur letzten Landtagswahl 8,86 Prozent ein, bleibt mit 36,53 Prozent aber stärkste politische Kraft vor der CDU. Die Union verbesserte sich um 4,8 Prozent auf 34,19 Prozent. Sie lag in 13 von 22 Urnenwahlbezirken vor der SPD. Vor fünf Jahren hatten die Genossen noch 21 Bezirke „geholt“.

FDP auch in Ahlen zweistellig

Der größte Gewinner der Wahl sind auch vor Ort die Liberalen, die mit einem Zuwachs von 4,4 Prozent auf 10,08 Prozent kamen. Die Grünen verloren drei Prozent, rangieren mit 3,6 Prozent noch hinter den Linken, die sich um 1,8 auf 3,8 Prozent verbesserten.

Unter den sonstigen Parteien erzielten die AD-Demokraten NRW mit 0,56 Prozent den höchsten Stimmenanteil, gefolgt von der Tierschutzliste mit 0,55 Prozent.

Erfreulich, dass es wieder im Trend ist, wählen zu gehen.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger

CDU-Wahlkreiskandidat Henning Rehbaum konnte seinen Erststimmenanteil in Ahlen um 6,1 Prozent ausbauen und liegt mit 40,8 Prozent vor Annette Watermann-Krass, deren 38,4 Prozent ein Minus von 8,7 Prozent zu 2012 bedeuten. Der grüne Landtagsabgeordnete Ali Bas aus Ahlen kam auf 3,5 Prozent, Markus Dieckhoff (FDP) auf 6,2 Prozent, Reiner Jenkel (Die Linke) auf 4,8 Prozent. Für den AfD-Kreisvorsitzenden Dr. Christian Blex stimmten 6,3 Prozent.

Auszählung zog sich in die Länge

Die Auszählung der Stimmen dauerte nach zügigem Beginn am Ende mehr als eine Stunde länger als vor fünf Jahren, was zum Teil auch der höheren Wahlbeteiligung geschuldet war. Sie stieg von 58 auf 62 Prozent. Bürgermeister Dr. Alexander Berger wertete dies als positives Zeichen: „Erfreulich, dass es wieder im Trend ist, wählen zu gehen.“ Von insgesamt 37 195 Wahlberechtigten gaben 23 067 ihre Stimme ab, 6333 von ihnen per Briefwahl – ein neuer Rekord. Den größten Zulauf verzeichnete bei schönstem Muttertagswetter das Vorhelmer Wahllokal Augustin-Wibbelt-Schule links mit ei­ner Beteiligung von 56,02 Prozent. Schlusslicht war die Feuerwache Süd mit 35,90 Prozent.

Der Bürgermeister dankte den 194 Wahlhelfern, von de­nen viele freiwillig ihren Sonntag geopfert hatten. In den Wallokalen, die er im Verlauf des Tages alle besucht hatte, habe eine „freundliche Stimmung“ geherrscht. Die Abwahl von Rot-Grün in NRW hat der Verwaltungschef „in dieser Deutlichkeit nicht erwartet“. „Ansonsten“, so Berger, sei er „beruhigt, dass die AfD in Ahlen keinen höheren Stimmenanteil erzielt hat als im Landesdurchschnitt“.

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