Raus in die Langst
Ein kleiner Sonderling

Ahlen -

Kleiner Muck ganz groß. Beim Raus-in-die-Langst-Theater legten die Akteure die Geschichte vom Kleinen Muck als eine Suche nach Glück an.

Montag, 12.06.2017, 17:06 Uhr

Einmal um die ganze Welt toben: Auch das geht bei „Raus in die Langst“. Lale Duman (l.) vom Juk-Haus-Team passt auf, dass die Erde keinen Schaden nimmt.
Einmal um die ganze Welt toben: Auch das geht bei „Raus in die Langst“. Lale Duman (l.) vom Juk-Haus-Team passt auf, dass die Erde keinen Schaden nimmt. Foto: Christian Feischen

Immer, wenn es „Raus in die Langst“ heißt und das rote Spielmobil des Juk-Hauses zum bunten Nachmittag mit Rollbahnfahren, Kinderschminken und Jonglage lockt, gehört auch ein Theaterstück dazu. So auch am Sonntagnachmittag, als der „Kleine Muck ganz groß“ zu erleben war. In der Interpretation des „Theaters Eins Plus Eins“ aus Köln kam das Märchen von Wilhelm Hauff bei den jungen Zuschauern an. Wenige Requisiten – ein Schwimmring als Kopfbedeckung zur Darstellung eines übergroßen Turbans etwa – und gleichzeitig viele Bezüge zur Gegenwart reichten aus, um die Geschichte lebendig zu machen. In der möchte Muck, der kleinwüchsige Sonderling, ein großer Zauberkünstler werden.

Petra Nadolny und Wolfgang Fiebig vom „Theater Eins Plus Eins“ lasen zu Beginn aus dem beinahe 200 Jahre alten Märchen, um es anschließend lustig und gagreich in einer zeitgemäßen Umsetzung frei nach der literarischen Vorlage darzubieten. Die Akteure legten die Geschichte vom „Kleinen Muck“ als Suche nach Glück an. Macht es schon glücklich, wenn man Auto oder Motorrad fahren oder gar fliegen kann? Oder sich von „Dr. Placebo“ eine angebliche Wundermedizin zum Glücklichsein verabreichen lässt? Hinter dem häufig pantomimischen und vordergründig lustigen, zuweilen gar aufgesetzt albern wirkenden Spiel, warfen die Darsteller durchaus ernste Fragen auf. Durch die nahezu clowneske Überzeichnung der Figuren, oft im fliegenden Rollenwechsel gespielt, gelang dem „Theater Eins Plus Eins“ eine kindgerechte Umsetzung der Geschichte, die die jungen Zuschauer sichtlich begeisterte.

Viel Applaus gab‘s, als der „Kleine Muck“ am Ende „ganz groß“ war. Weil er, der kleine Sonderling, sich behaupten konnte. Und wer dann noch mit dem großen Globus-Ballon des Spielmobils über die Langstwiese toben konnte und sich dabei wohl so groß wie der kleine Muck aus der Geschichte fühlte, den störte beim gelungenen Familiennachmittag sogar die drückende Hitze nicht. Das fanden nicht wenige Kinder mit ihren Freunden und Eltern, die auch zu den nächsten drei „Raus-in-die-Langst“-Sonntagen wiederkommen wollen.

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