KG Nett un Oerndlik
Ein finanzielles Dilemma

Ahlen -

Wirklich rosig sieht die Zukunft der KG Nett un Oerndlik nicht aus: In einer außerordentlichen Versammlung ging es am Sonntagmorgen um die Kassenlage.

Sonntag, 25.06.2017, 15:06 Uhr

Konzentrierte Zusammenarbeit: Schriftführerin Alexandra Matyssek, Präsident Karl-Heinz Wilk, Ludger Karshüning und Säckelmeister Rainer Kersting versuchen, die KG Nett un Oerndlik wieder in ruhiges Fahrwasser zu bekommen.
Konzentrierte Zusammenarbeit: Schriftführerin Alexandra Matyssek, Präsident Karl-Heinz Wilk, Ludger Karshüning und Säckelmeister Rainer Kersting versuchen, die KG Nett un Oerndlik wieder in ruhiges Fahrwasser zu bekommen. Foto: Ralf Steinhorst

Die personellen Fragen waren im Rahmen der vergangenen außerordentlichen Mitgliederversammlung Anfang Juni geklärt worden, die aufgeschobenen finanziellen Herausforderungen wurden am Sonntagmorgen in einer weiteren außerordentlichen Mitgliederversammlung der KG Nett un Oerndlik zum Hauptthema.

Die von Ex-Prinzenadjutant Hans Bongen angezettelte Missstimmung über den vom Großen Rat des Vereins beschlossenen Ausschluss Bongens und dessen Frau Michaela war in der Versammlung kein Thema. Der Ausschluss des Paares wegen vereinsschädigenden Verhaltens tritt zum 15. Juli in Kraft.

Hans Bongen hatte sich gegenüber dem Vorstand schriftlich gegen einen Vorwurf zur Wehr gesetzt, er habe die Existenz des Vereins aufs Spiel gesetzt. Gegenüber unserer Zeitung nahmen die Vorstandsmitglieder die Äußerungen, die sie inhaltlich nicht nachvollziehen konnten, ungläubig zur Kenntnis. Auch in den Gesprächsgruppen vor Beginn der Versammlung machten die Mitglieder ihrem Ärger deutlich Luft und wollten das Thema einfach nur abhaken. Somit stellte auch niemand den Antrag, die Angelegenheit unter der Rubrik „Verschiedenes“ zu behandeln.

Denn der Verein blickt in eine Zukunft, die finanziell derzeit nicht rosig aussieht. Durch die Streitigkeiten und die damit verbundenen Frage der weiteren Existenz war die KG einige Wochen ohne gewählten Vorstand. Zwischenzeitlich haben 13 Mitglieder gekündigt, zurzeit zählt Nett un Oerndlik nur noch 59 Mitglieder. Abgänge, die sich im kommenden Jahr auch bei den Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge schmerzlich bemerkbar machen werden. Der Elferrat ist dezimiert, die Garde auf vier Mitglieder geschrumpft. Die Schlümpfe existieren noch, sie bringen sogar noch ein neues Tanzmariechen hervor.

Die Kasse allerdings ist arg gebeutelt – durch zu hohe Hallenmieten und auch einen vermeintlichen Betrug eines inzwischen ausgeschlossenen ehemaligen Säckelmeisters. Der Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft .

Auch eine Halle für den Wagenbau gibt es derzeit nicht, in der Not sprang Vereinsmitglied Bernd Overmann ein. Die drei Wagen, deren Aufbauten nun abgewrackt werden müssen, können am Hof Münsterland untergestellt werden. Der Verein versucht zwar, neue Unterstellmöglichkeiten zu finden, die Mietkosten übersteigen allerdings das Budget der Kasse. „Wir befinden uns in einem finanziellen Dilemma“, bekannte Präsident Karl-Heinz Wilk , der davon ausgeht, dass der Verein zum nächsten Rosenmontag nur mit Fußgruppen teilnimmt.

Um neue Rücklagen bilden zu können, trug die Versammlung einstimmig den Vorschlag des Vorstands, den Jahresbeitrag für Erwachsene um zwölf Euro, für die Jugend und Kinder um jeweils sechs Euro und bei den Familien um 20 Euro zu erhöhen. Nach dem Willen der Mitglieder soll das rückwirkend auch für 2017 gelten, die Erhöhungen sollen im August eingezogen werden.

Zudem sollen die Mitglieder individuell ab 2018 die Wahlmöglichkeit erhalten, entweder im Januar den ganzen Jahresbeitrag zu zahlen, oder zwei Halbjahresbeiträge im Januar und Juli zu entrichten.

Um die Vereinskasse zu entlasten, sollen die Gruppen, die auf einem Wagen am Rosenmontagszug teilnehmen wollen, sowohl Unterstellkosten als auch Baukosten selbst tragen. Die Einnahmen aus Waffelverkäufen sollen dann aber nicht mehr der Vereinskasse zufließen, sondern bei den jeweiligen Gruppen verbleiben. „Ich bin froh, dass so sachlich diskutiert wurde“, schloss Präsident „Carlo“ Wilk die Versammlung, von der er hofft, dass der Verein wieder neu durchstarten kann.

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