Schwarte-Villa am Vorhelmer Weg
Kleiner Eingriff wäre die Rettung

Ahlen -

FWG-Chef Heinrich Hartmann spricht von einer „Subventionierung des Kaufpreises“. Die Mehrheit der Mitglieder des Hauptausschusses begrüßte jedoch die Pläne, die den Erhalt der denkmalgeschützten Fabrikantenvilla Schwarte am Vorhelmer Weg mit dem größten Teil des Gartens sichern sollen.

Donnerstag, 13.07.2017, 09:07 Uhr

Bereits vor zwei Jahren wurde das Reetdach erneuert. Jetzt gibt es Pläne, wie die Fabrikantenvilla Schwarte insgesamt denkmalgerecht saniert und erhalten werden kann..
Bereits vor zwei Jahren wurde das Reetdach erneuert. Jetzt gibt es Pläne, wie die Fabrikantenvilla Schwarte insgesamt denkmalgerecht saniert und erhalten werden kann.. Foto: Christian Wolff

Für den Erhalt der Schwarte-Villa am Vorhel­mer Weg zeichnet sich eine Lösung ab, die aus Sicht der Stadtverwaltung einerseits für die Eigentümerin wirtschaftlich vertretbar ist und andererseits den Belangen des Denkmalschutzes Rechnung trägt. Im nordwestlichen Teilbereich des insgesamt 2900 Quadratmeter großen Grundstücks soll ein zweigeschossiges Mehrfamilienhaus mit fünf Wohneinheiten entstehen, die Villa selbst als Einfamilienwohnhaus erhalten bleiben und denkmalgerecht saniert werden. Über die dafür erforderliche vereinfachte Änderung des Bebauungsplans Nr. 47 „Michaelstraße / Mittlerer Verkehrsring“ wird heute voraussichtlich der Rat abschließend abstimmen. Nur der Vorsitzende der Freien Wählergemeinschaft (FWG), Heinrich Artmann , sieht noch Beratungsbedarf und fordert, den Punkt von der Tagesordnung abzusetzen. Im Hauptausschuss fand Artmann am Dienstag dafür jedoch keine Unterstützung.

Die reetgedeckte Fabrikantenvilla wurde 2010 in die Denkmalliste der Stadt Ahlen eingetragen, aus wissenschaftlichen und künstlerischen Gründen, wie es hieß, weil es sich um ein „exemplarisches Zeugnis für die Vielfalt der architektonischen Strömungen im Villenbau nach 1945“ handele. Unter Schutz gestellt wurde nicht nur das Wohnhaus selbst, sondern auch die aufwendig gestaltete Gartenanlage.

Seit Anfang 2015 hatte die Eigentümerin sich ebenso intensiv wie erfolglos darum bemüht, das Objekt zu veräußern. Erst mit der jetzt vorliegenden Konzeption einer sogenannten Nachverdichtung des Grundstücks, von dem 1000 Qua­dratmeter für die Neubebauung vorgesehen sind, eröffnet sich dafür eine realistische Perspektive. Das Vorhaben bedeute zwar einen Eingriff in den denkmalgeschützten Gartenbereich, räumt die Verwaltung ein, biete gleichzeitig aber auch die Möglichkeit, das Baudenkmal vor einem Leerstand zu bewahren und ein Verwildern des verbleibenden Gartens zu verhindern.

Das weitere Planverfahren werde in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt beim Landschaftsverband durchgeführt, versicherte Stadtbaurat Andreas Mentz , was auch eine Beteiligung der Öffentlichkeit einschließe.

Karl-Heinz Meiwes (SPD) begrüßte, „dass die Villa gesichert ist in der Substanz“. Das sah die Mehrheit der Hauptausschussmitglieder genauso. Heinrich Artmann stimmte jedoch gegen die Vorlage, BMA-Vertreter Rolf Leismann enthielt sich.

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