„Fernweh“ im Bürgerzentrum
Musik für draußen

Ahlen -

„Cherry Bandora“ lieferte für die „Fernweh“-Reihe der Schuhfabrik die perfekte Musik. Das Publikum war begeistert von den Retro-Songs im modernen Gewand.

Sonntag, 23.07.2017, 20:07 Uhr

„Cherry Bandora“ mit Amit Alcalai Hammond, Nimrod Lieberman, Lorena Atrakzy und Liad Vanounou passte hervorragend in das „Fernweh“-Konzept.
„Cherry Bandora“ mit Amit Alcalai Hammond, Nimrod Lieberman, Lorena Atrakzy und Liad Vanounou passte hervorragend in das „Fernweh“-Konzept. Foto: Christian Feischen

Wenn zur Livemusik mitgetanzt wird und das Publikum auch nach der letzten Zugabe noch laut nach weiteren Dakapos ruft, dann kann man ganz sicher von einem gelungenen Konzert sprechen.

Am Samstagabend gelang das der israelischen Gruppe „Cherry Bandora“ zum musikalischen Auftakt der sommerlichen „Fernweh“-Reihe des Bürgerzentrums Schuhfabrik sozusagen im Handumdrehen. Die Retro-Songs im modernen Gewand mit Titeln wie „Mia Dekara“, „Ölmek Var“ oder „Sus Sus“ kamen auf der voll besetzten Terrasse des Büz bestens an – wobei die griechischen, türkischen und hebräischen Texte angesichts der rhythmischen Darbietung der drei Instrumentalisten um Sängerin Lorena Atrakzy kaum eine Rolle spielten.

Die temperamentvollen, orientalisch anmutenden Klänge, für die Liad Vanounou an der Bouzouki, dem griechischen Pendant der Blues-Gitarre, Amit Alcalai an den Keyboards und Nimrod Lieberman am Schlagzeug sorgten, machten den Zuhörern sichtlich Spaß.

Die Idee von „Cherry Bandora“ sei es, Klassiker aus den 1960er Jahren in neuen Arrangements zeitgemäß umzusetzen, erklärte Bandgründer Liad Vanounou am Rande des Konzerts. In Berlin hatten die aus Israel stammenden Musiker zusammengefunden, um griechische Lieder, die vor einem halben Jahrhundert auch in der Türkei und in Israel mit neuen Texten gesungen wurden, modern zu interpretieren.

„Golden Years“ betitelte das Quartett vor drei Jahren seine erste CD mit solchen mediterranen Evergreens, die beim „Fernweh“-Konzert knapp zwei Stunden lang erklangen.

Angereichert mit Elementen aus Jazz und Rock und nicht zuletzt wegen der beeindruckenden Bühnenpräsenz von Sängerin Lorena Atrakzy, die im ersten Konzertteil noch selber tanzte, dann wegen einer leichten Fußverletzung auf einem Barhocker sitzend weiter sang, kam die rhythmische weltmusikalische Mischung bestens beim Publikum an. „Diese Musik gehört nach draußen“, meinten einige Zuhörer spontan am lauen Sommerabend auf der Büz-Terrasse zu den orientalischen Klängen von „Cherry Bandora“.

„Das ist eine besondere Band, die mit ihrer Musik in eine mediterrane Welt entführt“, hatte Theo Heming vom Büz-Team die Besucher begrüßt – und damit nicht zu viel versprochen. „Cherry Bandora“ passte so richtig zur Reihe „Fernweh“, die Daheimgebliebenen die Sommerzeit mit kulturellen Events versüßen will. Das bewies nicht nur der große Schlussapplaus.

Sängerin Lorena Atrakzy, auch bei der letzten Zugabe noch bestens bei Stimme, signierte nach dem Konzert für neu gewonnene Ahlener Fans bereitwillig den neuesten Tonträger der Band: Eine Schallplatte mit zusätzlichem Download-Code zum digitalen Nachhören der Live-Darbietung. Wie die Musik von „Cherry Bandora“ also ein bisschen im Retro-Trend, zugleich aber auf der Höhe der Zeit.

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