Wibbelt-Spruchsteine werden saniert
Schwergewichte wandern

Ahlen -

Sechs Steine, auf denen einst Tafeln mit Zitaten des Heimatdichters Augustin Wibbelt angebracht wurden, sind am Donnerstag von ihrem Altstandort am Galgenberg abtransportiert worden. Nach ihrer Sanierung werden sie im Stadtwald Langst aufgestellt.

Freitag, 04.08.2017, 05:08 Uhr

Rund 1300 Kilogramm schwer ist einer der Wibbelt-Spruchsteine. Ihren Abtransport zur Restaurierung begleiteten Winfried Michalski, Udo Wagener, Eduard Reiberger, Christoph Wessels, Fabian Korttmann und Ulrich Magera (v.l.).
Rund 1300 Kilogramm schwer ist einer der Wibbelt-Spruchsteine. Ihren Abtransport zur Restaurierung begleiteten Winfried Michalski, Udo Wagener, Eduard Reiberger, Christoph Wessels, Fabian Korttmann und Ulrich Magera (v.l.). Foto: Christian Wolff

Dieses Gewicht flößt zweifellos Respekt ein: „Ein Mann alleine könnte so einen Naturstein kaum heben“, ist Ulrich Magera überzeugt. Der Steinmetzmeister und seine Mitarbeiter sammeln am Donnerstagmorgen gleich sechs Objekte dieser schweren Sorte ein. Diese bringen jeweils 1300 Kilogramm auf die Waage und lassen sich folglich nur durch technische Hilfe bewegen.

Sowohl die Steine selbst als auch die auf ihnen angebrachten Bronzeplatten stehen vor ihrer Restaurierung. „Zunächst werden die Steine gereinigt und die Tafeln aufgearbeitet“, beschreibt Ulrich Magera. „Mögliche Risse werden mit einem speziellen Zwei-Komponenten-Kleber gefüllt, um die Steine frostsicher zu machen.“ Wie viel Zeit die Maßnahme in Anspruch nimmt, kann der Ahlener Fachmann noch nicht sagen.

Der einst von Stadtgärtner Wilhelm Reiberg angelegte Spruchpfad mit Versen des Vorhelmer Priesters und Dichters Augustin Wibbelt soll spätestens bis zum Jahresende im Stadtwald Langst eine neue Heimat finden – auf einer Achse mit dem ähnlich angelegten „Goetheweg“, der aus zwölf weiteren Spruchsteinen besteht. „So kann der Spaziergang durchs Naherholungsgebiet in Zukunft mit einem literarischen Mehrwert verbunden werden“, blickt Christoph Wessels, Fachbereichsleiter für Kultur und Weiterbildung, voraus.

Auch Strukturförderer Lutz Henke ist beim Ortstermin zuversichtlich, dass der künftige Standort von Steinen und Stelen gut angenommen wird. „Dort sind ja auch viel mehr Menschen unterwegs als hier.“

Vor 13 Jahren wurden die Wibbelt-Steine einige Kilometer entfernt zum ersten Mal installiert. „Doch da konnten sie nicht bleiben“, erinnert sich Udo Wagener, Vize-Vorsitzender des Heimat-Förderkreises für Westfälische Tradition, der die Steine damals von Wilhelm Reiberg als Schenkung erhielt. „Die Zuwegung in Halene-Kampen wurde dann leider durch die Wasserbehörde beanstandet.“ Doch die Intention des einstigen Stadtgärtners wollten der Förderkreis-Vorsitzende Heinrich Kemper und seine Mitstreiter nicht aufgrund bürokratischer Hürden aufgeben. Also „wanderte“ der Wibbelt-Steinpfad im Jahr 2008 zum Galgenberg in die Nähe von Wasserturm und Imkerhütte, wo er in Sichtweite zum Gasthaus Wibbelt sogar einen namensverwandten Platz fand. „In der Langst wird es nun hoffentlich ein Standort auf Dauer sein“, wünscht sich Heimatfreund Wagener und dankt zugleich der Stadt Ahlen für die Projektbegleitung und der Sparkassenstiftung für die üppige Finanzspritze, ohne die Abbau, Sanierung und Umsetzung kaum denkbar gewesen wären.

So kann der Spaziergang mit einem literarischen Mehrwert verbunden werden.

Christoph Wessels
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