Eierbauer Mertenskötter verzeichnet Zulauf
Plötzlich sind mehr da als die Stammkunden

Ahlen -

Der aktuelle Skandal um Eier, die mit dem Isektizid „Fipronil“ belastet sind, beschert Hofläden wie dem von Familie Mertenskötter regen Zulauf. Der Direktvermarkter kann nicht nur biologisch gereinigte Ställe, sondern auch eigenes Futter nachweisen

Montag, 07.08.2017, 19:08 Uhr

Frisch gelegt – und schon verkauft: Eier vom Direkterzeuger sind in diesen Tagen nicht nur bei Elke Heidfeld gefragt, die bereits seit Jahren zu den Stammkunden von Michael Mertenskötter zählt.
Frisch gelegt – und schon verkauft: Eier vom Direkterzeuger sind in diesen Tagen nicht nur bei Elke Heidfeld gefragt, die bereits seit Jahren zu den Stammkunden von Michael Mertenskötter zählt. Foto: Christian Wolff

L ebensmittelskandale gab‘s in jüngster Zeit häufig: Hormone und Antibiotika im Fleisch, Glykol im Wein und Würmer im Fisch oder böse Erreger wie „EHEC“ – und jetzt Fipronil in Eiern aus Belgien und den Niederlanden. „Immer, wenn so ein Fall durch die Medien geht, stehen plötzlich Leute hier, die man sonst nicht sieht“, hat Michael Mertenskötter festgestellt. In seinem Hofladen hat der Eierbauer derzeit gut zu tun. „Für die Ferienzeit ist es sogar mehr als gut“, sagt er.

Das Insektizid Fipronil schädigt bei Ratten das Nervensystem. Nun ist es in Eiern aus Ställen aufgetaucht, die zuvor mit diesem Mittel desinfiziert worden sind. „Bei uns kam es noch nie zum Einsatz“, hält Mertenskötter fest. „Wir wissen genau, wer bei uns reinigt und was dabei zum Einsatz kommt. Und das ist sogar noch biologisch abbaubar.“

Stammkunden wie Elke Heidfeld wissen nicht nur das zu schätzen: „Das Gute hier am Hof ist, dass auch das Futter vor Ort produziert wird. Da ist man sicher, dass da nicht unbemerkt was Falsches beigemischt wird.“ In Supermärkten kaufe sie ohnehin keine Eier, betont die Ahlenerin. „Diese schönen, dicken Eier, wo auch mal zwei Dotter drin sind, die gibt es doch gar nicht im Supermarkt.“ Würde sie solche kleinen Exemplare mit nach Hause bringen, gäbe es außerdem böse Blicke vom Ehemann: „Der sagt immer, bring keine Eier mit, die im Eierbecher verschwinden.“

Dass Discount-Riesen wie „Aldi“ durchaus auf Qualität achten, will ihnen Michael Mertenskötter indes nicht absprechen. „Bis dort aber ein Ei in den Markt kommt, hat es schon eine ganze Kette von Stationen hinter sich – Legebetrieb, Großlager, Lieferstationen“, zählt er auf. „Die Eier, die bei uns im Regal landen, sind immer auch vom selben Tag.“

Eier – frisch gelegt, dann in den Verkauf.

Eier – frisch gelegt, dann in den Verkauf. Foto: Christian Wolff

In allen „ Rewe “- und „Penny“- Märkten wurden Eier, die das Landeskürzel „NL“ im Stempel tragen, aus dem Verkauf genommen. Bis auf Weiteres werden dort nur noch Eier aus Deutschland bezogen. „Edeka“ hat sowieso keine Eier aus den Niederlanden verkauft.

Supermarkt sei auch nicht gleich Supermarkt, sagt der Landwirt, denn schließlich beliefere der Hof Mertenskötter einige der lokalen Märke – zum Beispiel „Rewe Meier“. Auch die Bäckerei Zimmermeier, Fleischerei Wende, Feinkost Dahlhoff, Raiffeisen und einige Gaststätten gehören zu seinen Kunden. „Ich denke, hier in Ahlen wird bei Lebensmitteln schon sehr genau hingeschaut“, ist Michael Mertenskötter überzeugt. Gerade in diesen Tagen erreichen ihn vor, während und nach seinen Lieferfahrten etliche Anrufe und Kurznachrichten von ihm bekannten wie weniger bekannten Ahlenern, die sich „einfach mal so informieren“ wollen.

Das Gute hier am Hof ist, dass auch das Futter vor Ort produziert wird.

Elke Heidfeld
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