SPD-Wahlwerbung
Keine Korrektur der Korrektur

Ahlen -

Weiterer Wirbel um die SPD-Plakate. Die Stadt will nach der Korrektur ein Auge zudrücken, ohne mit der aktuellen Neuanordnung glücklicher zu sein. Die SPD sieht sich weiter im Recht. Eine Provinzposse.

Dienstag, 22.08.2017, 19:08 Uhr

Zuerst untereinander, jetzt nebeneinander. Auch die Flügel-Variante mit vier Einzelelementen liegt quer. Die Stadt will über den schmalen Spalt hinweg sehen.
Zuerst untereinander, jetzt nebeneinander. Auch die Flügel-Variante mit vier Einzelelementen liegt quer. Die Stadt will über den schmalen Spalt hinweg sehen. Foto: Ulrich Gösmann

Korrigiert – und noch immer nicht korrekt!? „Ich bin aus allen Wolken gefallen“, sagt SPD-Parteichef Steven Scholle , als am Montagabend die erneute Aufforderung der städtischen Ordnungsabteilung bei ihm eingangenen sei: „Alles wieder ab!“ Hätte für den Genossen geheißen: Korrektur der laufenden Korrektur der Wahlplakatierung. Nach rathausinterner Beratung signalisiert die Stadt Ahlen am Dienstagmittag ein zugedrücktes Auge und verbucht die Angelegenheit unter „Umsetzungsschwierigkeiten des neuen Ratsbeschlusses“, wie offiziell verlaute.

Sie will nun über einen schmalen Spalt hinwegsehen, der zwei Plakaten im Weg steht, um ein Plakat zu sein. Die erhoffte Ruhe ist damit nicht wieder hergestellt. Ganz im Gegenteil.

Ich bin aus allen Wolken gefallen.

Steven Scholle (SPD)

Übereinander, untereinander – was für ein Durchein­ander! Die Plakatodyssee der Genossen hat inzwischen das Zeug zu einer Provinzposse. In der vergangenen Woche hingen die DIN A 1-Formate an Lichtmasten und Straßenbäumen untereinander, jetzt nebeneinander. Zwei vorne, zwei hinten. Und damit zwei zu viel, wie Vertreter anderer Parteien intervenierten und auf den aktuellen Ratsbeschluss verwiesen. Sie hatten zeitgleich nur die Hälfte hängen.

Die Korrektur, die seit Montagmorgen an 38 SPD-Standorten läuft, hatte die Gemüter anderer Couleur erneut in Wallungen gebracht. Ein Umhängen sei nicht die Lösung, sondern ein Halbieren. Sah auch die Stadt so und ließ es SPD-Chef Steven Scholle am Abend wissen.

Wir lassen es einmalig so.

Silke Fischer (Stadt Ahlen)

Korrektur der Korrektur? So weit soll es nach rathausinterner Beratung aber nicht kommen. „Wir lassen es einmalig so“, sagt Silke Fischer, Sachbearbeiterin Wahlen in der städtischen Ordnungsabteilung . „Die Plakate sind für uns jetzt fest miteinander verbunden und haben die Größe von DIN A 0.“ Eben jene Größe, die in der Beschlussvorlage als Maximum für ein einzelnes (!) Plakat festgelegt ist. Man wolle jetzt nicht kleinlich sein.

Das zugedrückte Auge will der SPD-Chef am Mittag nicht annehmen. Scholle erregt: „Es gibt nichts zuzudrücken.“ Und: „Da hängt jetzt das Format A 0. Damit können jetzt alle glücklich sein.“ Der SPD-Kreisvorsitzende sei eingeschaltet und werde sich mit dem Bürgermeister direkt in Verbindung setzen. Wenn das jetzt der neue Umgangston der Verwaltung sei, sei es an der Zeit, umzudenken.

Die Verwaltung ist offensichtlich nicht in der Lage, den Ratsbeschluss klar umzusetzen.

Eric Fellmann (FDP)

Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten. „Die Verwaltung ist offensichtlich nicht in der Lage, den Ratsbeschluss klar umzusetzen“, erregt sich FDP-Chef Eric Fellmann am Nachmittag im Redaktionsgespräch. Er habe in den vergangenen Tagen mehrfach im Rathaus nachgefragt, ob seine Partei es auch so machen dürfe? Die klare Antwort sei gewesen: Nein! Die SPD habe nun doppelt so viele Plakate hängen, wie sie zugewiesen bekommen habe. Die Liberalen könnten jetzt nachrüsten. „Wir wollen den Bürger aber nicht unnötig mit Wahlwerbung belasten. Wir halten uns an den Ratsbeschluss, den wir begrüßen“, so Fellmann. Und: „Wir werden nicht versuchen, durch weitestgehende Auslegung des Ratsbeschlusses mehr zu plakatieren.“ Fakt sei: „Die SPD ist nicht im Recht. Es wird nur geduldet.“

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