Hofstaat des Schützenvereins „Hoher Norden“
Marias Blick nach Osten

Ahlen -

Kurz vor der Abgabe der Königsinsignien trafen sich Manfred Bornemann und seine Mitregentin Susanne Krumtünger sowie Hofstaat und Gäste des Schützenvereins „Hoher Norden“ im Interreligiösen Museum im Ahlener Goldschmiedehaus.

Samstag, 26.08.2017, 19:08 Uhr

Interessante Informationen über den Marienbrunnen hielt Werner Fischer parat, bevor er den Hofstaat des Schützenvereins „Hoher Norden“ ins Interreligiöse Museum führte.
Interessante Informationen über den Marienbrunnen hielt Werner Fischer parat, bevor er den Hofstaat des Schützenvereins „Hoher Norden“ ins Interreligiöse Museum führte. Foto: privat

Werner Fischer empfing die Gesellschaft auf dem Marienplatz mit seinem Marienbrunnen – ein Werk aus Bronze von H. G. Bücker aus Vellern, der mit bedeutenden Personen gestaltet ist, darunter der Apostel und Stadtpatron St. Bartholomäus, dem die alte Bauernregel zugesprochen wird „Bleiben die Störche über Bartholomä, kommt ein Winter, der tut nicht weh“.

Von der heiligen Ida aus Herzfeld berichtete Fischer, dass sie eine Verwandte Karls des Großen war sowie die Begründerin der Wallfahrten in Deutschland. Die heilige Ida ist auch die Patronin der Schwangeren. Als dritte Brunnenfigur grüßt die Betrachter von seiner Position der Bistumsgründer Ludgerus, der erste Bischof von Münster, der nachweislich bei der Blindenheilung in Ahlen zugegen war und in Billerbeck im Jahr 809 begraben wurde. Mit der hier hinter der St.-Marien-Kirche 1887 geborenen Elisabeth Tombrock, der bekannten Ordensgründerin und Namensgeberin des Tombrock-Hauses in Ahlen, schließt sich der Kreis der Adoranten.

Die Namensgeberin des Brunnens, die Mutter Gottes Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm, steht auf einer Sichel. Diese Darstellung ist in der Kunstgeschichte als Mondsichelmadonna bekannt. Bei der ersten Aufstellung im Jahr 1984 hatte die Madonna den Blick nach Westen gerichtet. Nach der Restaurierung wurde die Figur mit Blickrichtung nach Osten gedreht, was einige Gedanken zulässt, die der Museumsleiter zum Teil mit Augenzwinkern ausführte.

Sodann nahm die erlauchte Königsgesellschaft das Goldschmiedehaus mit seiner „sprechenden Fassade“ in Augenschein und Werner Fischer erklärte, dass jeder Mensch ein einzigartiges unverwechselbares Gesicht habe. „Warum sollte nicht auch ein Haus ein Profil haben? Von unseren westfälischen Vorfahren wissen wir, dass sie in die eichenen Giebelbalken die Namen der Vorfahren und ihre Berufe einschnitzten“, erläuterte Fischer und fragte in die Runde: „Was wird in diesem Haus hergestellt? Wer wohnt und arbeitet in diesem Haus?“ Drei in Bronze gegossene Figuren mit echtem Gold belegt verkünden eine bildhafte Botschaft – darunter Adolph Kolping, weil auf diesem Grundstück das erste Kolpinghaus in Ahlen gestanden hat.

Die Kirche und Dome verkünden zugleich Familien- und Berufsgeschichten der Eigentümer. Die meisten Betrachter des Hauses erkennen die Dome am Hausgiebel mit Ausnahme des Osnabrücker Domes, der doch nur 70 Kilometer von Ahlen entfernt liegt.

Beim Eintreten der Gäste in das Haus erklärte Werner Fischer, dass es nicht möglich sei, jeden einzelnen Besucher zu begrüßen. Daher habe er die Eingangstür von außen mit seiner eigenen in Bronze gegossenen Hand als Klinke versehen, die einen großen ungeschliffenen Bergkristall umfasst und auf der Türinnenseite die Hand seines Sohnes Raphael, ebenfalls in Bronze gegossen mit Bergkristall. Dann begab sich das Königspaar mit seiner Throngesellschaft ins Museum, wo Werner Fischer viele ausgewählte Exponate vorstellte.

Ein Privatissimum schloss sich an; denn jede Zeit hat ein Ende – auch die des Königspaares 2016 des Schützenvereins „Hoher Norden“ mit seinem Hofstaat. Nach der Fusion mit dem Schützenverein Süden (gegründet 1929) nennt sich die neue Formation „Schützengemeinschaft Ahlen 2017.

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