Abschluss der Reihe „Fernweh“
Kulturen und Stile treffen aufeinander

Ahlen -

Wenn vier Musiker zusammenfinden, die ursprünglich aus Syrien, Marokko sowie aus Münster stammen, dann entsteht wohl zwangsläufig solch ein weltmusikalischer Crossover-Mix, wie ihn am Samstagabend rund 50 Zuhörer auf der Terrasse des Bürgerzentrums Schuhfabrik zum Abschluss der sommerlichen „Fernweh“-Reihe erlebten.

Sonntag, 27.08.2017, 15:08 Uhr

Perkussionist Abdulla Tamaa mit Rachid Dalid an der Oud, Wajed Haffgan an der Saz und Daniel Geismann an der Gitarre (v.l.).
Perkussionist Abdulla Tamaa mit Rachid Dalid an der Oud, Wajed Haffgan an der Saz und Daniel Geismann an der Gitarre (v.l.). Foto: Christian Feischen

Die musikalische Weltreise der „Heimat-X-Band“ in ungewöhnlicher Instrumentenbesetzung führte dabei von europäischer Musik bis zu fernöstlich-orientalischen Klängen.

Erst instrumental, dann mit arabischen Texten, die von Heimat, Liebe und Sehnsucht handelten, unterhielten Rachid Dalid an der Oud, einem der Zither ähnlichen 78-saitigen Zupfinstrument, Abdulla Tamaa an Cajon und Trommeln, Wajed Haffgan an Saz und afrikanischer Trommel sowie Daniel Geismann an der Gitarre. Mal rhythmisch und tanzbar, mal getragen und zuweilen bei den ruhigeren Stücken melancholisch, wirkten die weltmusikalischen Klänge, die das Quartett unter immer wieder großem Beifall der Zuhörer auf der Büz-Terrasse kreierte.

Das Bandprojekt „Heimat X“ hatte der Autor und Dramaturg Thomas Richhardt von der gleichnamigen Künstlerinitiative dem Publikum in einer engagierten Einführung vorgestellt. Sein Anliegen sei es vor zwei Jahren gewesen, ankommenden Flüchtlingen, die schon in ihrer Heimat Kulturschaffende waren, auch hier im Münsterland die Möglichkeit zur Ausübung ihrer Kunst zu geben. So habe sich die „Heimat-X-Band“ formiert, bei der beim gemeinsamen Musizieren unterschiedliche Kulturen und Stilrichtungen aufeinandertreffen.

Nicht zuletzt aufgrund ihrer instrumentalen Vielseitigkeit und der Verbindung unterschiedlichster Musiktraditionen gelang der Gruppe eine immer wieder mit viel Applaus bedachte abwechslungsreiche Darbietung. So wechselte Wajed Haffgan von der Saz, einem der Gitarre ähnelnden arabischen Saiteninstrument, zwischendurch zur afrikanischen Trommel, die den zum Teil traditionellen Kompositionen aus fernöstlichen Ländern eine derart temperamentvolle Rhythmik verlieh, dass die Zuhörer während des Terrassen-Konzerts mitunter spontan im Takt mitklatschten.

Zum Erstaunen des Publikums gelang es der „Heimat-X-Band“ sogar, einen ganz bekannten Klassiker der europäischen Kunstmusik in neuem weltmusikalischen Gewand an Oud, Saz und afrikanischen Trommeln umzusetzen: Neben Vertonungen von Märchen aus „Tausend und eine Nacht“ erklang beim „Fernweh“-Finale am lauen Samstagabend nämlich auch der erste Satz aus Mozarts Serenade „Eine kleine Nachtmusik“.

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