Auf dem Westfriedhof
Tafel wieder strahlend weiß

Ahlen -

Pünktlich zum bevorstehenden „Tag des offenen Denkmals“ ist auf dem Westfriedhof die Grabstätte des Ahlener Ehrenbürgers Pastor Joseph Jenne wieder hergerichtet worden. Die Reinigungsaktion hatte der Heimat-Förderkreis für Westfälische Tradition initiiert.

Dienstag, 05.09.2017, 07:09 Uhr

Auf Initiative des Heimat-Förderkreises wurde der Grabstein von Pastor Joseph Jenne wieder hergerichtet (v.l.): Bernd Schulze Beerhorst, Heinrich Kemper, Jürgen Rheker (Stadtarchivar), Udo Wagener, Andreas Magera, Luise Roth (Heimat-Förderkreis), Hildegard Wonnemann und Norbert­­ Mende.
Auf Initiative des Heimat-Förderkreises wurde der Grabstein von Pastor Joseph Jenne wieder hergerichtet (v.l.): Bernd Schulze Beerhorst, Heinrich Kemper, Jürgen Rheker (Stadtarchivar), Udo Wagener, Andreas Magera, Luise Roth (Heimat-Förderkreis), Hildegard Wonnemann und Norbert­­ Mende. Foto: Sabine Tegeler

Schon von Weitem strahlt es weiß: Wer durch den Haupteingang des Westfriedhofs an der Schlüting­straße kommt, kann den frisch aufgearbeiteten Grabstein von Pastor Joseph Jenne gar nicht verfehlen – er sticht einfach heraus.

Auf Initiative des Heimat-Förderkreises wurden sowohl der Stein als auch die Marmorplatte von Moos und Ablagerungen befreit, die Inschrift wieder sichtbar gemacht. Passend zum „ Tag des offenen Denkmals “ am kommenden Sonntag, der unter dem Motto „Macht und Pracht“ steht und sich unter anderem dem 1885 eingesegneten Westfriedhof widmet.

Doch zurück zu Pastor Jenne: Der war seinerzeit nämlich nicht nur pastoral tätig, sondern wurde auch als zweiter Ahlener überhaupt zum Ehrenbürger ernannt. 2014 hatten die Anwohner des Pastor-Jenne-Wegs beim Heimat-Förderkreis für Westfälische Tradition den Antrag auf ein erklärendes Zusatzschild zum Straßenschild gestellt, erklärt Udo Wagener , Vize-Vorsitzender des Heimat-Förderkreises beim Ortstermin am Montag: „Wir haben das errichtet und sind dann auf den Gedanken gekommen, das Grab zu suchen.“ Wagener und seine Mitstreiter fanden die Bestattungsstätte mit der mittlerweile völlig unkenntlichen Marmorplatte und in desolatem Zustand auf dem Westfriedhof. Der Heimat-Förderkreis wandte sich 2016 an die Stadt und erfuhr, dass für das ganze Rondell rund um das Dreier-Grabmal eine Neugestaltung anstand.

In deren Rahmen hat sich der Förderkreis um Vorsitzenden Heinrich Kemper des Jenne-Grabes angenommen und auch die Kosten übernommen. Finanzielle Unterstützung dafür gab es von der Kirchengemeinde St. Bartholomäus als Nutzungsrecht-Inhaberin. Verwaltungsreferentin Hildegard Wonnemann und Kirchenvorstand Norbert Mende sind dementsprechend am Montag dabei, um sich von dem Ergebnis der Aktion zu überzeugen.

Und sie erfahren, dass das Geburtsdatum des Pastors auf der Grabtafel (14. Dezember 1814) ein anderes ist, als in den Urkunden des Bistumsarchiv: „Er ist hier vier Tage später geboren als in den Urkunden steht“, berichtet Udo Wagener.

Ich bin bemüht, den ältesten Kern des Friedhofes in der Erinnerungskultur zu erhalten.

Bernd Schulze Beerhorst

Bernd Schulze Beerhorst, ehrenamtlicher Denkmalbeauftragter der Stadt, nimmt das locker: „Jetzt sind wir in der historischen Forschung wieder ein Stück weiter“, schmunzelt er, der nicht nur das Engagement des Heimat-Förderkreises lobt, sondern auch der Pfarrgemeinde Dank sagen möchte, dass sie sich des Themas mit offenen Armen angenommen habe. Hildegard Wonnemann, ist sicher, dass man sich auch in Zukunft gemeinsam der einen oder anderen Grabstelle annehmen könne.

Das gefällt Bernd Schulze Beerhorst: „Ich bin bemüht, den ältesten Kern des Friedhofes in der Erinnerungskultur zu erhalten.“ Er ist es auch, der zum „Tag des offenen Denkmals“ die Führungen über den Begräbnisort anbietet.

Fürs Handwerk war Steinmetz Andreas Magera zuständig: „Ich wollte nach Möglichkeit viel von der Originalsubstanz erhalten“, erklärt der Fachmann, dass sich der Einsatz eines Sandstrahlers bei dem weichen – vermutlich Baumberger – Sandstein verboten hätte. Mit chemischen Mitteln habe er Marmor und Stein vom Moos befreit. Andreas Magera schwärmt von dem Grabmal: „Das ist eine hervorragende Arbeit, absolut erhaltenswert“, zeigt er auf die Ornamente. „Und auch der italienische Marmor ganz in weiß – das war früher was ganz besonderes.“

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