Anwohnerbeschwerden am Hermesweg
Erträgliches Maß überschritten

Dolberg -

Massive Beschwerden in Sachen Übergangswohnheim im Hermesweg gab es bei der Bürgersprechstunde vor der Sitzung des Ortsausschusses Dolberg.

Freitag, 08.09.2017, 14:09 Uhr

Das quietschende Tor ist nur eines der Probleme, das Nachbarn mit dem Übergangswohnheim am Dolberger Hermesweg haben. Zum Ortsausschuss machten sie ihrem Ärger Luft.
Das quietschende Tor ist nur eines der Probleme, das Nachbarn mit dem Übergangswohnheim am Dolberger Hermesweg haben. Zum Ortsausschuss machten sie ihrem Ärger Luft. Foto: Reinhard Baldauf

Dabei fanden Vorwürfe gegen die Stadtverwaltung statt, die sich Thomas Schürmeyer von der Sozialabteilung im Rathaus notierte, aber auch zum Teil sofort entkräften konnte. „Abermals ist der Grad eines erträglichen Maßes überschritten“, meinten die Anwohner des Übergangheims.

Die Liste der Beschwerden war lang, vom quietschenden Schiebetor über Müll und Lärm gerade in der Nacht bis hin zu sexuellen Anzüglichkeiten sowie Cannabis-Angeboten. „Frauen und Kinder fühlen sich nicht mehr sicher“, hieß es. Es komme auch zu Gewalt im Haus. So habe es am 29. August sogar einen großen Polizeieinsatz gegeben.

Die Anwohner stellten sich die Frage, ob eine Person beim Präsenzdienst reiche, zumal der Heimleiter derzeit erkrankt sei. Wie Anwohner wissen wollten, seien Feuermelder bewusst und ohne Grund eingeschlagen worden. Bei einer schwangeren Frau sei der Feuermelder genutzt und nicht die 112 angerufen worden.

Dies konnte Thomas Schürmeyer nicht bestätigen und hier sprang ihm Dolbergs Feuerwehrchef Harald Krämer ( SPD ) zur Seite. Solche Fehlalarme habe es so nicht gegeben, wie Frank Schneider vom Präsenzdienst nach der Sitzung im Redaktionsgespräch bestätigte. Ein Alarm sei aus Versehen ausgelöst und für die schwangere Frau sei der Notarzt gerufen worden. Durch einen Afrikaner habe es sexuelle Anzüglichkeiten gegeben, woraufhin er diese Person eindringlich auf die deutschen Sitten hingewiesen habe. Beim Müll habe es einmal zu wenig Tonnen gegeben. Generell gebe es da keine Probleme. Auch Thomas Schürmeyer hakte am Freitagmorgen nach. Die Integrationskräfte hatten sich nach seinen Worten sofort wegen der Anzüglichkeiten gekümmert und erklärten auch immer wieder die Mülltrennung.

Bei der Bürgersprechstunde wurde der Verwaltungsmann ausgelacht, als er meinte, die Schiebetür könne möglicherweise geölt werden. Am Freitagmorgen nahm er Rücksprache mit dem Hauswart und ordnete an, das Tor geöffnet zu fixieren.

Auch das Problem mit parkenden Autos sprachen die Nachbarn an. „Wir fordern dingend ein absolutes Halteverbot“, führten die Anwohner aus. Am Donnerstagabend kam ein Pkw und wollte vor dem Heim auf dem Hermesweg parken. Frank Schneider, der von einer Anwohnerin in höchsten Tönen für seinen Einsatz gelobt wurde, verwies sofort auf den Parkplatz hinter dem Haus.

Den Anwohnern schloss sich unter anderem Ulf Rosenbaum (CDU) an. „Sie als Verwaltung sind nicht in der Lage, die Probleme zu lösen“, meinte er und beschuldigte den Präsenzdienst, offensichtlich nichts zu tun. Er vermisste ein Konzept von Seiten der Stadt. Bei der Forderung nach weiteren Kräften und einer ständigen Vertretung für den Heimleiter musste Thomas Schürmeyer auf die Finanzen verweisen. Er werde aber mit dem Kämmerer sprechen.

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