Ordnungsbehörde legt Konzept vor
Außendienstler oft vergeblich unterwegs

Ahlen -

Anschriftenfeststellungen, Knöllchen schreiben, die Anleinpflicht für Hunde überwachen – in einem Konzept der Ordnungsbehörde ist aufgelistet, mit welchen Tätigkeiten der Außendienst befasst ist.

Samstag, 09.09.2017, 19:09 Uhr

Präsentierten das Konzept: Gabriele Hoffmann und Manfred Göttfert
Präsentierten das Konzept: Gabriele Hoffmann und Manfred Göttfert Foto: Dierk Hartleb

38 Seiten füllt das Konzept für den Außendienst der Ordnungsbehörde, das Rechtsdirektorin Gabriele Hoffmann und Manfred Göttfert , für die öffentliche Sicherheit zuständiger Gruppenleiter im Rathaus, am Freitag vorstellten. Am kommenden Donnerstag soll das Konzept, das die CDU eingefordert hat, als Mitteilungsvorlage vom Ausschuss für Ordnung, öffentliche Einrichtungen und Anregungen beraten werden.

Vom Ergebnis der Untersuchung der verschiedenen Tätigkeitsfelder zeigte sich auch Hoffmann überrascht: Noch vor der Überwachung des ruhenden Verkehrs, also die Arbeit der Knöllchenschreiber, rangieren bei den geleisteten Wochenstunden die sogenannten Einwohnerangelegenheiten. „Dabei geht es um die Feststellung von Anschriften“, führte Göttfert aus. Nach drei vergeblichen Anläufen wird die betreffende Person abgemeldet. Spätestens wenn das zwischenzeitlich informierte Jobcenter die Zuwendung streicht, werden die Unauffindbaren aktiv und melden sich.

Die Überwachung des ruhenden Verkehrs nimmt den zweiten Platz beim Arbeitszeitaufkommen ein. Auffällig: die Zahl der Verwarnungen ist von 19501 im Jahr 2009 auf 13879 in 2016 zurückgegangen, die Einnahmen aber sind im gleichen Zeitraum von 151 872 auf 205 333 Euro gestiegen. Als mittelfristiges Ziel wird die Ausweitung der Überwachung der Kontrollen im Umfeld von Gaststätten und von Bewohnerbereichen bis in die frühen Abendstunden angestrebt.

„Die Überwachung der Anleinpflicht für Hunde ist ein besonders sensibles Thema“, weiß Hoffmann. Den einen kann die Kontrolle nicht streng genug sein, die anderen wollen ihrem Hund zumindest gelegentlich Auslauf verschaffen. Um nicht sofort die große Keule bei Verstößen herauszuholen, belässt es die Ordnungsbehörde beim ersten Mal bei einer mündlichen Verwarnung. Im Wiederholungsfall – der erste wird schriftlich festgehalten – gibt es kein Pardon mehr. „Dann sind 35 Euro fällig“, erklärt Göttfert.

Beim Projekt „Sicherheit in der Ahlener Innenstadt“ arbeiten die Ordnungsbehörde im Rahmen der Partnerschaft mit Polizei, Bundespolizei und Jugendamt eng zusammen. Durch die regelmäßige Bestreifung der Innenstadt sei bereits eine gewisse Beruhigung bei den Vandalismusschäden eingetreten, so Hoffmann. Auch die Szene, die sich früher am Kugelbrunnen und im Mariengarten und danach auf dem Büz-Parkplatz getroffen hat oder noch treffe, sei zum Teil an den Paul-Rosenbaum-Platz oder in die Hansastraße verdrängt worden, bestätigt Göttfert. Ausgeweitet werden sollten die Kontrollen am 1. Mai, 23. Dezember und bei Schützenfesten. Aber dazu müsse das Personal auf 7,5 Stellen um Eindreiviertel aufgestockt werden. Darüber wird dann im Rahmen der Etatsberatungen zu entscheiden sein.

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