Allzeithoch in Ahlen
Rekord: Die 9000 ist geknackt!

Ahlen -

Allzeithoch in Ahlen: Noch nie wählten so viele Bürger per Briefwahl. Am Freitagvormittag wurde die 9000er-Marke übersprungen. Unterdessen gibt es Ausfälle bei den Wahlhelfern. Die Erkältungswelle...

Freitag, 22.09.2017, 19:09 Uhr

Die 9000 ist geknackt und seit 11.42 Uhr aktenkundig.
Die 9000 ist geknackt und seit 11.42 Uhr aktenkundig. Foto: Ulrich Gösmann

Letzter Tag des offiziellen Publikumsverkehrs im städtischen Briefwahlbüro – und die 9000 ist zum Greifen nahe. „Die knacken wir“, prognostiziert Sachbearbeiterin Silke Fischer kurz nach neun. Frage nur: Vor oder nach Mittag? Egal: Ahlen hat seit Tagen ein neues Allzeithoch und liegt ganz im Bundestrend. Die 7240 – gerade erst bei der Landtagswahl geholt – ist nach nur wenigen Wochen schon wieder runter von Platz eins. Um 11.42 Uhr glänzt die 9000 vom Thron.

Warum‘s so gut läuft? „Weil es immer einfacher wird“, sagt Fischer. „Ich glaube, wer einmal Briefwahl gemacht hat, der wird immer wieder Briefwahl machen.“ Sicherlich spiele auch der Anlass dem Rekord zu. Die Beteiligung bei Bundestagswahlen sei immer am höchsten.

Hinter den Kulissen laufen letzte Vorbereitungen der Urnen für den Wahlsonntag. Silke Fischer erwartet das Endergebnis am Sonntag gegen 22.15 Uhr

Hinter den Kulissen laufen letzte Vorbereitungen der Urnen für den Wahlsonntag. Silke Fischer erwartet das Endergebnis am Sonntag gegen 22.15 Uhr Foto: Ulrich Gösmann

Von den 37  232 Berechtigten, die am Freitag um 9.20 Uhr gelistet sind, haben bereits 24,17 Prozent gewählt. Wer glaubt, dass es dadurch am Sonntagabend schneller mit dem Zählen geht, irrt. In den fünf Briefwahlbezirken ist der Arbeitsaufwand ein weitaus größerer. So lange sie nicht durch sind – kein Endergebnis. Fischers Zeitprognose: erstes Ergebnis gegen 19.40 Uhr, letztes gegen 22.15 Uhr.

Vier Wochen Briefwahlbüro – ein Dauerläufer. „Spitzen gab‘s keine. Es ging konstant durch“, bilanziert Büroleiter Carsten Rheker. Und auch am letzten Tag für den freien Publikumsverkehr soll kaum eine Minute bleiben, in der der Pritt-Stift nicht über blaue und rote Briefumschläge zieht, wenn er denn noch kann. Um die Kleber wird es kurz knapp. Nachschub muss her – wie schon bei den Briefwahlunterlagen vor zwei Wochen, als die 6500 angeforderten langsam zur Neige gingen.

Spitzen gab‘s keine. Es ging konstant durch.

Carsten Rheker

Kuriose Zwischenmenschlichkeiten? Es gebe so manche Geschichte zu erzählen. Die einer älteren Dame, die am Donnerstag ins Briefwahlbüro kam und sich zu erkennen gab, scheint aber den größten Eindruck hinterlassen zu haben. Ihr Bruder sei seinerzeit Stadtdirektor von Würselen gewesen und habe mit Bürgermeister Martin Schulz zusammengearbeitet. Der eine SPD und aktueller Kanzlerkandidat, der andere CDU.

Donnerstagnachmittag funkt auch noch die Erkältungswelle dazwischen. „Fünf Absagen in einer halben Stunde“, sagt Silke Fischer. Spannend die Frage, wie viele der 199 Wahlhelfer die laufende Nase bis zum Sonntag noch außer Gefecht setzt. Darum an dieser Stelle der Ruf nach Freiwilligen, die sich an diesem Samstag noch spontan im Briefwahlbüro unter der Durchwahl 5 94 24 melden können. Vorausgesetzt, sie sind über 18 Jahre alt und im Wählerverzeichnis der Stadt Ahlen gelistet. Hinweis noch: Das Briefwahlbüro hat am Wochenende nur noch für Notfälle geöffnet, nicht für den freien Publikumsverkehr.

Auch am letzten Publikumstag läuft‘s nonstop.

Auch am letzten Publikumstag läuft‘s nonstop. Foto: Ulrich Gösmann

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