Modernisierung für zwölf Millionen Euro
Kläranlage größter Stromfresser der Stadt

Ahlen -

24 Stunden am Tag ist die Kläranlage in Betrieb. Entsprechend groß ist ihr Verschleiß. Der Betriebsausschuss beschäftigte sich jetzt mit einer notwendigen Modernisierung. Die würde zwölf Millionen Euro kosten.

Mittwoch, 27.09.2017, 15:09 Uhr

Den Mitgliedern des Betriebsausschusses erläuterte Bernd Döding am Dienstag ausführlich die Notwendigkeit einer vollständigen Überholung der Kläranlage.
Den Mitgliedern des Betriebsausschusses erläuterte Bernd Döding am Dienstag ausführlich die Notwendigkeit einer vollständigen Überholung der Kläranlage. Foto: Christian Wolff

Vier Millionen Euro kann Andreas Schröter noch in den nächsten Wirtschaftsplan der Umweltbetriebe für die Ertüchtigung der Kläranlage einstellen. Damit bringt der zuständige Fachmann für das Finanz- und Rechnungswesen den Förderantrag zur Modernisierung der Ahlener Kläranlage auf den Weg.

Dem Beschluss des Betriebsausschusses war eine intensive Vorberatung seit Mitte Mai und eine ausführliche Aussprache in der Sitzung am Dienstag vorausgegangen. Darin hatte Bernd Döding , Leiter der Umweltbetriebe, auf die dringliche Ertüchtigung der Kläranlage hingewiesen, die technisch auf dem Stand des Jahres 2000 sei. „Die Anlage läuft seit 17 Jahren im Vollbetrieb“, betonte Döding, und leide unter enormen Verschleiß. So könne das große Belebungsbecken nur noch unter Zuführung von Kohlenstoff betrieben werden, um „die kleinen Tierchen am Leben“ zu erhalten. Die seien für die Aufrechterhaltung des biologischen Kreislaufs unverzichtbar. Reichlich Optimierungsbedarf sieht Döding auch beim Energieverbrauch. Verursacht würden die hohen Kosten durch den Stromverbrauch bei der Abwasser- und der Schlammlinie. Diese Kosten ließen sich durch entsprechende Verbesserungen um die Hälfte reduzieren. Die Kläranlage ist mit 31 Prozent des städtischen Verbrauchs der größte Stromfresser. Nicht zuletzt gebe es durch das Fehlen der vierten Reinigungsstufe, die heute Standard ist, auch keine langfristige Planungssicherheit, weil die Genehmigung immer nur befristet gewährt werde.

Die angedachte Investition in einem Umfang von zwölf Millionen Euro beinhaltet den Neubau des Belebungsbeckens und die Umnutzung der bestehenden Reinigungsstufe „Biofor“ mit dem Einbau von Filtertechnik vor. Durch die Umnutzung vorhandener Strukturen könnten auf einfachem Wege moderne Reinigungsziele mit vergleichbar geringem Aufwand erreicht werden, so Döding

Mit der Bezirksregierung in Münster sei die geplante Modernisierung bereits abgestimmt, führte Döding weiter aus. Um in den Genuss der Landesförderung zu kommen, die befristet ist, muss der Antrag schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden. Die Fördermittel reduzieren sich ab 2020 von 70 auf 50 Prozent. Die Mitglieder des Gremiums zeigten sich am Ende des Diskussion überzeugt und stimmten dem Beschlussvorschlag, zunächst vier Millionen in den Wirtschaftsplan 2018 einzustellen, zu.

Die Anlage läuft seit 17 Jahren im Vollbetrieb, entsprechend hoch ist der Verschleiß.

Bernd Döding
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