St.-Franziskus-Hospital
Abschied von Dr. Thomas Haug

Ahlen -

Die Ära Haug ist zu Ende: Am Donnerstag wurde der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie verabschiedet. Sein Nachfolger ist Dr. Thomas Krohn.

Freitag, 29.09.2017, 14:09 Uhr

Gruppenbild mit Nachwuchs: Verwaltungsdirektor Winfried Mertens, Vera Haug, Dr. Thomas Haug, Dr. Klaus Goedereis (Vorstand St.-Franziskus-Stiftung), Katharina Krohn mit Pontus, Dr. Thomas Krohn, Burkhard Nolte (Geschäftsführer St.-Franziskus-Hospital) und Dr. Daisy Hünefeld (Vorstand St.-Franziskus-Stiftung)
Gruppenbild mit Nachwuchs: Verwaltungsdirektor Winfried Mertens, Vera Haug, Dr. Thomas Haug, Dr. Klaus Goedereis (Vorstand St.-Franziskus-Stiftung), Katharina Krohn mit Pontus, Dr. Thomas Krohn, Burkhard Nolte (Geschäftsführer St.-Franziskus-Hospital) und Dr. Daisy Hünefeld (Vorstand St.-Franziskus-Stiftung) Foto: Sabine Tegeler

„Heute beginnt der Rest deines Lebens, heute fängt die Zukunft an“ – diese Zeilen des unvergessenen Udo Jürgens treffen am Donnerstagabend den Nerv. Den von Dr. Thomas Haug und den aller Gäste, die gekommen sind, um den Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Ärztlichen Direktors des St.-Franziskus-Hopitals aus dem Arbeitsleben zu verabschieden.

Seine Kollegen und Mitarbeiter tun das mit einer durch passende Songs begleiteten Bilderschau aus der 24 Jahre dauernden Ära Haug. Das letzte Foto zeigt einen breit grinsenden Chefarzt zu eben jenem Udo-Jürgens-Klassiker. Das gibt Lacher und großen Applaus.

Nicht zum ersten Mal an diesem Abend. Schon im ökumenischen Gottesdienst in der Krankenhauskapelle zeigen die Gäste ihre Achtung mit Standing Ovations. Nämlich nachdem Pfarrerin Katrin Naech­ster und Pater Hermann-Joseph Schwerbrock die menschliche Seite von Dr. Thomas Haug in den Fokus gerückt haben, ihm gedankt haben für seinen selbstlosen Einsatz für die Hilfsaktion Benjamin. Und nachdem Haug den symbolischen Staffelstab an seinen Nachfolger Dr. Thomas Krohn übergeben hatte und Dr. Hubertus Rustige (Trompete) und Winfried Appel (Orgel) zum beschwingt-jazzigen „On The Sunny ­Side ­Of The Street“ aufhorchen ließen.

In der Cafeteria des St.-Franziskus-Hospitals ist es dann Verwaltungsdirektor Winfried Mertens, der die Gäste begrüßt und eine erste Ansprache hält. „Wir verabschieden hier nicht nur einen Mitarbeiter, sondern eine Persönlichkeit“, konstatiert Mertens, der sich freut, dass neben den Familien Haug und Krohn, dem Krankenhaus-Team und den Vorständen der St.-Franziskus-Stiftung auch Vertreter der Partner Polizei und Feuerwehr sowie niedergelassene Ärztekollegen gekommen sind. Dr. Haug habe seine Abteilung zu der Bedeutung geführt, die sie heute darstelle. Und mit Dr. Thomas Krohn sei ein „hoch qualifizierter Fachmann“ für die Nachfolge gefunden worden.

Übergabe

Übergabe Foto: Elisabeth Eickmeier

An sein erstes persönliches Erlebnis mit Dr. Haug erinnert dann der Stiftungsvorstand Dr. Klaus Goedereis: Der hat nämlich am zweiten Weihnachtstag 1999 seinen Blinddarm durch den damaligen Oberarzt Haug verloren. „Es entspann sich eine rege Diskussion über die Operationsmethode – Dr. Haug hat sich durchgesetzt“, sorgt Goedereis für Lacher im Saal. Das Vorstandsmitglied verweist aber auch auf die Basis, die Haug in den Beruf mitbrachte: als Zivi im Krankenhaus und gelernter Krankenpfleger habe der scheidende Chefarzt besondere Nähe zu diesen Berufsgruppen entwickeln können. Als Zeichen für den fachlichen und menschlichen Einsatz überreicht Goedereis dem Neu-Ruheständler eine kleine Figur: den „Barmherzigen Samariter“.

„Ich habe hier gute, nur gute Zeiten mit Ihnen allen gehabt“, dankt Dr. Thomas Haug dem ganzen Krankenhaus-Team, aus dem er auch die herausstellt, die sonst nicht in der Öffentlichkeit stehen: die Leiter der EDV und des Controllings zum Beispiel, Personalleitung, Patientenverwaltung und Chefbuchhalterin. Und er rührt seine Frau Vera, als er ihr dankt dafür, dass sie die „extreme Arbeitsbelastung und so manchen Verzicht auf Privatleben und Freizeit“ akzeptiert habe. Immerhin seien es 33 000 stationäre und 163 000 ambulante Patienten gewesen, die sich ihm im St. Franziskus anvertraut hätten.

Wir verabschieden hier nicht nur einen Mitarbeiter, sondern eine Persönlichkeit.

Winfried Mertens

Daisy Hünefeld, ebenfalls Vorstandsmitglied der St.-Franziskus-Stiftung, leitet mit ihrer kleinen Rede dann über zum Neuen im Team: „Für Sie wird es jetzt ernst“, macht sie Dr. Thomas Krohn auf die großen Fußstapfen aufmerksam, in die der 40-jährige neue Chefarzt nun tritt.

In die, schmunzelt Krohn, würde er gerne mit seiner Leidenschaft „noch eine „Zehe“ hineintreten. Seine Leidenschaft, das ist die Handchirurgie. Im St.-Josef-Stift Sendenhorst habe er damals das Rüstzeug für die Orthopädie bekommen, sich später der Spezialisierung auf die Handchirurgie gewidmet und nun kehre er – der gebürtige Ennigerloher – sozusagen als „local people“ in den Kreis Warendorf, nach Ahlen, zurück. „Ich fühle mich angekommen“, lobt Krohn nach seiner Einführungszeit am St. Franziskus ein „hervorragendes Team und hervorragende Operateure. Hier schaut keiner auf die Uhr und lässt um 16 Uhr den Griffel fallen“. Und für seinen Vorgänger findet Krohn noch besonders warme Worte: „Sie haben aus dem Rohling der Unfallchirurgie ein Juwel geschaffen.“

Nach vielen gesprochenen Worten sorgt dann noch ein Gesangsduo für Heiterkeit im Saal: Hygienefachkraft Barbara Scherf-Borgmann und Dr. Martin Quittek tragen ein Lied vor, dass dem Hygiene-Fuchs Haug auf den Leib komponiert ist: „Greif nicht in die Schüssel mit den Nüssen – Keime und Bakterien machen in der Nussschüssel Ferien.“

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