Ahlen und Pujiang kooperieren
Kontakte nach Fernost intensiviert

Ahlen / Pujiang -

Die Beziehungen zwischen Ahlen und der chinesischen Wirtschaft werden enger.

Samstag, 28.10.2017, 12:10 Uhr

Pujiangs Bürgermeister Xu und WFG-Geschäftsführer Jörg Hakenesch am Rande der Konferenz „Perspektiven und Investmentchancen im Südwesten Chinas“.
Pujiangs Bürgermeister Xu und WFG-Geschäftsführer Jörg Hakenesch am Rande der Konferenz „Perspektiven und Investmentchancen im Südwesten Chinas“. Foto: WFG

Jörg Hakenesch, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ahlen (WFG), und der Bürgermeister der chinesischen Stadt Pujiang, Herr Xu, verständigten sich am Rande einer Konferenz in Berlin darauf, eine Kooperation anzustreben. In einem ersten Schritt sollen die wirtschaftlichen Kontakte verbessert werden.

Die Voraussetzungen klingen vielversprechend. So hat die Wirtschaftsregion Pujiang ihren Schwerpunkt auf die Kooperation mit kleinen und mittleren Unternehmen aus Deutschland gelegt – ein Fokus, der der wirtschaftlichen Struktur des Standorts Ahlen entspricht. Der Austausch soll sich künftig aber nicht nur auf die wirtschaftliche Ebene beziehen. Auch die Bereiche Kultur und Wissenschaft sind für beide Seiten von großem Interesse. Um einen besseren Eindruck von Pujiang erhalten und mögliche Kooperationsfelder ausloten zu können, sprach Bürgermeister Xu eine Einladung an Bürgermeister Berger und Vertreter des Wirtschaftsstandorts Ahlen aus, die Stadt zu besuchen.

Obwohl sich zwischen Ahlen und Pujiang im mittleren Westen Chinas über 7700 Kilometer befinden, liegen beide Standorte in vielen Punkten nah beieinander. Vor allem im Bereich Maschinenbau, Landmaschinenproduktion und Metallverarbeitung ergeben sich Überschneidungen. Hinzu kommt, dass Pujiang über ein Zentrum verfügt, das die Zusammenarbeit kleiner und mittlerer Unternehmen aus Deutschland und China fördert. Auch die durchgehende Güterzugverbindung als Bestandteil des Projektes „Neue Seidenstraße“ macht die Region für deutsche Unternehmen interessant. So ist es möglich, Güter per Bahn in nur 15 Tagen zwischen Deutschland und der Container-Zentralstation in Chengdu zu transportieren.

Pujiang mit seinen 260 000 Einwohnern gehört zum Verwaltungsgebiet der Stadt Chengdu und liegt im Ballungsraum der 16-Millionen-Metropole. Chengdu hat sich im Westen Chinas zu einem Zentrum für Wissenschaft, Finanzwesen und Handel entwickelt. Insbesondere für ausländische Unternehmen sollen Anreize geschaffen werden, sich abseits der etablierten Standorte Shanghai, Beijing und Tianjin niederzulassen. Neben einem deutschen Generalkonsulat ist auch die IHK mit einem Büro in Chengdu vertreten.

Der Kontakt nach Pujiang entstand durch den Besuch der beiden chinesischen Wirtschaftsvertreter Yu Lei und Jiang Dazhi am 11. Juli in Ahlen. Beide vermittelten den Gesprächsfaden an die Delegation aus der Region Chengdu, die sich bei der Konferenz „Perspektiven und Investmentchancen im Südwesten – Vorstellung von Chengdu, Hauptstadt Sichuan-Provinz“ den Vertretern deutscher Unternehmen und Institutionen vorstellte.

Wirtschaftsförderer Hakenesch steht der Entwicklung positiv gegenüber: „Von einem Ausbau der Beziehungen nach Fernost werden beide Seiten gewinnen. Vor allem auch den Ahlener Unternehmen werden sich durch eine solche Kooperation viele Perspektiven bieten. So kann durch den direkten Kontakt in die Volksrepublik der Weg zu den richtigen Ansprechpartnern vereinfacht und beschleunigt werden“, schildert der WFG-Geschäftsführer. Bereits in den beiden Monaten September und Oktober habe die WFG im Rahmen eines Projektes der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (giz) jeweils einem Hospitanten aus China Einblicke in die Arbeitsabläufe der Wirtschaftsförderung, in die Struktur der Ahlener Organisationen sowie des Wirtschaftsstandorts gegeben.

„Ein Wissenstransfer, der Erfahrungen aus Deutschland auf chinesische Organisationen überträgt, uns aber auch einen Einblick in die Strukturen und Arbeitsweisen der chinesischen Partner gewährt“, sagt Hakenesch.

Von einem Ausbau der Beziehungen nach Fernost werden beide Seiten gewinnen.

Jörg Hakenesch
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