Volkstrauertag
Einheit Europas eine Friedensgeschichte

Ahlen -

Langgfristig Frieden? Pastoralreferent Peters machte bei der zentralen Veranstaltung zum Volkstrauertag in Ahlen kein Geheimnis aus seiner inneren Anspannung.

Montag, 20.11.2017, 15:11 Uhr

Gedenken zum Volkstrauertag: Bürgermeister Alexander Berger (2.v.l.) und Oberstleutnant Stefan Kribus legten Kränze auf dem Marktplatz nieder. Khatera Popal und Ralf Peters mahnten zum Frieden.
Gedenken zum Volkstrauertag: Bürgermeister Alexander Berger (2.v.l.) und Oberstleutnant Stefan Kribus legten Kränze auf dem Marktplatz nieder. Khatera Popal und Ralf Peters mahnten zum Frieden. Foto: Peter Schniederjürgen

Feuerwehr, KAB, ein Ehrenzug der Bundeswehr und zahlreiche Vereine und Bürger wohnten am späten Sonntagnachmittag dem Gedenken der Opfer von Terror, Kriegen und Gewaltherrschaft auf dem Marktplatz bei. Dazu legten Bürgermeister Dr. Alexander Berger und der Kommandeur des Ahlener Aufklärungsbataillons 7, Oberstleutnant Stefan Kribus, vor dem Mahnmal Kränze nieder. Erstmals spielte der Musikverein Vorhelm zum Abschluss die Europahymne „Ode an die Freude“ aus Beethovens 9. Symphonie.

Denn für den Bürgermeister ist die Europäische Einigung das größte Friedenswerk der Menschheitsgeschichte. „Es hat uns 70 Jahre Frieden beschert, was mit Blick auf die Geschichte nicht selbstverständlich ist“, sagte Berger. Dass eben dieser Zustand keineswegs unveränderlich ist, daran erinnerte Pastoralreferent Ralf Peters . „Ich spüre bisweilen zumindest eine Anspannung bei der Frage, ob der Frieden langfristig so bleiben werde“, dachte der Theologe laut. Zwar ist er optimistisch „doch ein kleines ‚aber‘ kann ich nicht beiseiteschieben“, überlegte Peters.

Den Abschluss der diesjährigen Feier zum Volkstrauertag bildete das Totengedenken durch einen Beitrag eines Auszubildenden der Stadtverwaltung. Khatera Popal verlas den Aufruf, die Opfer von Gewalt, Rassismus und Kriege nicht zu vergessen und ihren Tod als Mahnung zu nehmen.

Abschließend kündigte der Bürgermeister die bald beginnende Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) an. „Wer mit offenen Augen und Herzen über eine der großen Kriegsgräberstätten in Europa geht, der gewinnt eine neue Perspektive auf den Frieden“, rief Alexander Berger seine Mitbürger zu Spenden auf, „denn schon kleine Beträge helfen, diese wichtige Versöhnung über den Gräbern umzusetzen.“

Der Bürgermeister und Kommandeur Kribus begaben sich dann zum Mahnmal, legten die Kränze nieder und verweilten im Gedenken an die Opfer. Zum Ende erklangen die National- und erstmals die Europahymne.

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