Ausstellung in der „Feuerarena“
Hundhausen lebt in Fotos weiter

Ahlen -

Es sind Fotos, die den morbiden Charme der „lost places“, der verlorene Orte, zeigen. Britta Möllmann und Martin Leidenfrost präsentieren in der „Feuerarena“ Bilder aus der Hundhausen-Brache.

Montag, 08.01.2018, 06:01 Uhr

Die Patina des Gebrauchten korrespondiert mit dem Charme der Industrieruine, finden Martin Leidenfrost (oben) und Britta Möllmann. Deswegen werden die Fotos auf Paletten präsentiert.
Die Patina des Gebrauchten korrespondiert mit dem Charme der Industrieruine, finden Martin Leidenfrost (oben) und Britta Möllmann. Deswegen werden die Fotos auf Paletten präsentiert. Foto: Dierk Hartleb

Britta Möllmann war sprachlos. „Mit so vielen Besuchern hatte ich wirklich nicht gerechnet“, bekannte die gebürtige Ahlenerin, die am Samstagnachmittag in der „Feuerarena“ ihres Bruders Volker Möllmann immer wieder alte Freunde und Bekannte – darunter auch ehemalige Hundhausen-Beschäftigte – begrüßen konnte.

Sie alle waren neugierig auf die Fotos, die die Wahl-Münchenerin von der alten Fabrik Hundhausen gemacht hatte, bevor die zu größeren Teilen platt gemacht wurde, um einer neuen Bebauung zu weichen. 20 Bilder hat die 48-Jährige gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Martin Leidenfrost aus rund 1000 Fotografien ausgewählt, die während einer sechsstündigen Foto-Expedition auf der Industriebrache im August vergangenen Jahres entstanden sind.

Um die Bilder angemessen zu präsentierten, entschied sich Martin Leidenfrost für eine Wand aus Industriepaletten. Die Patina des Gebrauchten korrespondiert mit dem Charme der Industrieruine. „Mich fasziniert, wie sich die Natur mit der Zeit auch eine solche Anlage zurückholt“, beschreibt Britta Möllmann ihr Interesse an solchen Orten, die in der Fachwelt als „Lost Places“ (verlorene oder aufgegebenen Orte) bezeichnet werden. Und mit Hundhausen verbindet sie zudem persönliche Erinnerungen, denn ihr Opa war in der Stärkefabrik beschäftigt. Außerdem ist es – oder besser war es – neben Nahrath so etwas wie ein mit morbidem Charme behaftetes Wahrzeichen der Stadt.

Die beiden Fotografen sind Eigentümer Anton Neuhaus dankbar, dass er sich für ihr Ansinnen so aufgeschlossen zeigte. „Sonst könnten wir die Fotos gar nicht öffentlich zeigen“, erklärt Martin Leidenfrost. Der 51-Jährige teilt die Leidenschaft seiner Lebensgefährtin für die Fotografie. Die Kamera ist für ihn, der für ein Münchener Maschinenbauunternehmen deutschlandweit tätig ist, zu seinem ständigen Begleiter geworden und stets griffbereit, wenn er ein interessantes Objekt entdeckt.

Für Britta Möllmann, die als Erzieherin arbeitet, wird die Fotografie mehr und mehr zu einem zweiten Standbein. Ein Blick auf ihre Homepage zeigt, dass sie auch für inszenierte Fotografie ein gutes Auge hat. Vor allem ihre Miniaturen sprühen vor Fantasie.

Bis zum 1. März haben die Ahlener Gelegenheit, sich in der „Feuerarena“ an der Walstedder Straße auf die verwunschene Stärkefabrik zu besinnen oder für jeweils 99 Euro sogar ein Erinnerungsstück mit nach Hause zu nehmen. Weitere Informationen gibt es im Netz unter www.lightpainting-fotografie.de.

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