Radverkehrskonzept
Tempo 30 auf der Südspange

Ahlen -

Die Südspange ist eine der Hauptverkehrsadern in Ahlen, stark befahren und mit vielen, zum Teil unfallträchtigen Schwachstellen. Diese zu beseitigen, ist Ziel ei­­nes ganzen Bündels von Maßnahmen.

Mittwoch, 10.01.2018, 10:01 Uhr

Stadtbaurat Andreas Mentz stellte das Radverkehrskonzept vor, das u.a. einen „Begegnungsbereich“ am Bahndamm vorsieht.
Stadtbaurat Andreas Mentz stellte das Radverkehrskonzept vor, das u.a. einen „Begegnungsbereich“ am Bahndamm vorsieht. Foto: Peter Harke

Ein neuer Begriff wird im Laufe dieses Jahres Eingang in den Sprachgebrauch vieler Ahlener finden: Südspange. So bezeichnet die Stadtverwaltung den Straßenzug, der zwischen der Bahnunterführung am Gebrüder-Kerkmann-Platz und dem Buschhoff-Kreisel um die Innenstadt herumführt, beginnend Am Bahndamm, über Südbrede, Südstraße, Süden- und Westenmauer bis zur Weststraße. Eine der Hauptverkehrsadern in Ahlen, stark befahren und mit vielen, zum Teil unfallträchtigen Schwachstellen. Diese zu beseitigen, ist Ziel ei­­nes ganzen Bündels von Maßnahmen, die in den kommenden Monaten im Rah­men des Projekts „PedAhlen“ zur Förderung des Radverkehrs in der City umgesetzt werden sollen. Unter der Überschrift „Neue Wege in die Innenstadt“ wurden die Pläne gestern Abend auf einer Bürgerversammlung im Ratssaal und vorab der Presse vorgestellt.

Keine Benutzungspflicht für rote Radwege

Ausgangspunkt der Überlegungen ist die – in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte – Tatsache, dass seit einer schon 1997 in Kraft getretenen Novellierung der Straßenverkehrsordnung Radler als gegenüber Autofahrern gleichberechtigter Teil des fließenden Verkehrs definiert werden. Von Ausnahmen abgesehen – wie in Ahlen zum Beispiel am Lütkeweg – besteht für sie keine Pflicht mehr, separate, in der Wersestadt zumeist rot gepflasterte, Radwege im sogenannten Seitenraum zu benutzen. „Der Fahrradverkehr gehört grundsätzlich auf die Straße“, erklärt Angelika Schöning , die bei der Stadt das Projekt „PedAhlen“ koordiniert. Stadtbaurat Andreas Mentz vermutet: „Von hundert wissen das 95 nicht.“

Die Verwaltung, beraten durch diverse Fachbüros, will nun auf der besagten Südspange nahezu durchgängig in beiden Fahrtrichtungen Schutzstreifen für Fahrradfahrer anlegen, gekennzeichnet durch entsprechende Fahrbahnmarkierungen mit gestrichelten Linien und Piktogrammen wie auf den jüngst in Gegenrichtung für Radfahrer freigegebenen Einbahnstraßen. Außerdem soll im gesamten Streckenverlauf vom Kerkmann-Platz bis zur Wersebrücke an der Weststraße „Tempo 30“ angeordnet werden. Damit, so argumentieren die Planer, werde faktisch nur der Ist-Zustand festgeschrieben. Messungen hätten ergeben, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Innenstadtring zwischen 22 und 27 km/h beträgt, in der Spitze nicht schneller als „maximal 36 Stundenkilometer“ gefahren werden. Auch Bürgermeister Dr. Alexander Berger steht hinter der Intention, die Angelika Schöning auf die Kurzformel „Entschleunigung“ bringt. „Wir glauben“, so der Verwaltungschef, „dass der Verkehr insgesamt besser fließen wird und die Autofahrer dabei ohne Zeitverlust an ihr Ziel gelangen.“

Parkplätze an der Bahnhofstraße fallen weg

Die Neuaufteilung des Straßenraums zugunsten einer durchgängigen Radverkehrsführung ist allerdings allein mit Markierungen und Schildern nicht zu bewerkstelligen. Auch diverse bauliche Maßnahmen zur Umgestaltung der Knotenpunkte sind vorgesehen, wie zum Beispiel am Bahndamm vor der Un­terführung, wo die heutigen getrennten Fahrspuren aufgehoben werden sollen, um einen – farblich hervorgehobenen – „Begegnungsbereich“ zu schaffen. Oder vor dem Bahnhof und der Post. Dort soll der vorhandene Fahrbahnteiler zurückgebaut werden, um zwischen Bus- und normaler Fahrspur ei­nen roten Radfahrstreifen mit eigener Linksabbiegespur in Richtung Fußgängerzone anzulegen. An der Bahnhofstraße ist geplant, den Parkstreifen auf Höhe des Kugelbrunnens für einen „zweispurigen“ Radweg zu opfern, verbunden mit dem Rückbau der Treppenstufen und Teilen der Mauer.

Das ganz große Rad möchte Andreas Mentz am liebsten vor dem Technischen Rathaus, dem ehemaligen Ar­beitsamtsgebäude, drehen. Hier schwebt ihm „mittelfristig“ ein Kreisverkehr vor, um die extrem brenzlige Gemengelage mit „täglich mehreren Beina­heunfällen“, die er von seinem Büro aus beobachtet, dauerhaft zu entschärfen. Doch dafür müssten neue Fördermittel beantragt werden. „Alles andere ist finanziert“, sagt Mentz. 530 000 Euro – 70 Prozent der Gesamtkosten – erhält die Stadt vom Bund an Zuschüssen für die Umsetzung des Radverkehrskonzepts. Das beinhaltet auch den Umbau der Weststraße zwischen Volksbank und Kunstmuseum. Hierzu fand bereits am Montagabend eine eigene Informationsveranstaltung für die unmittelbar betroffenen Anlieger statt. (Weiterer Bericht folgt.)   | www.PEDAhlen.de

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