Kirchenchor St. Cäcilia
Aufgeben ist keine Option

Vorhelm -

Nachwuchsmangel und ein hohes Durchschnittsalter machen dem Kirchenchor St. Cäcilia zu schaffen. Nun sollen die Auftritte reduziert und das Liedgut vereinfacht werden.

Mittwoch, 10.01.2018, 13:01 Uhr

Am Ende stand das Votum zum Weitermachen: Präses Michael Kroes, Chorleiter Martin Kircheis, Elisabeth Pöppelmann, Veronika Meinberger, Gabriele Niesse und Martin Schneider (v.l.).
Am Ende stand das Votum zum Weitermachen: Präses Michael Kroes, Chorleiter Martin Kircheis, Elisabeth Pöppelmann, Veronika Meinberger, Gabriele Niesse und Martin Schneider (v.l.). Foto: Ralf Steinhorst

Wie soll die Zukunft des Kirchenchors St. Cäcilia der Pfarrgemeinde St. Pankratius aussehen? Mit dieser Kardinalfrage beschäftigten sich in einer leidenschaftlichen Diskussion die Chormitglieder am Dienstagabend im Pfarrzentrum bei ihrer Jahreshauptversammlung .

Die Vorsitzende Elisabeth Pöppelmann versuchte zu Beginn einen Ist-Zustand zu umreißen: „Der Zahn der Zeit nagt an unserem Chor – es fehlen uns Nachwuchssänger“. Nicht nur das. Das Durchschnittsalter der noch 26 aktiven Sänger steige, es liege inzwischen bei 68 Jahren. Was leider auch zum Nachlassen der Stimmen führe – trotz des starken Einsatzes: „Wir müssen leider auch akzeptieren, dass uns Grenzen gesetzt sind.“ Lohnt es sich überhaupt noch, den Chor fortzuführen?

Dieser Frage wollte sich Chorleiter Martin Kircheis so nicht anschließen. Sicher würden manche Stimmen nicht mehr mithalten, es werde ohne Instrumentalbegleitung manchmal schon schwierig. Aber es gebe Rezepte. Man könne das Liedgut vereinfachen und auch die Anzahl der Auftritte reduzieren, um diese intensiver in Proben vorbereiten zu können.

„Wer trifft im Leben schon immer den richtigen Ton?“, lockerte Präses Michael ­Kroes die Stimmung auf, für ihn seien alle Chöre in der Pfarre eine Bereicherung. Er gab zu bedenken, dass es auch um die langjährige Gemeinschaft im Chor geht. Die würde durch ein Aufhören zerstört werden. Sollte der Chor seine Auftritte kürzen wollen, wäre das kein Problem, letztlich solle jedes Mitglied weiterhin Freude am gemeinschaftlichen Singen haben. Die Aussage Michael Kroes‘ „Jetzt zu sagen, das war’s – das geht gar nicht!“ wurde mit großem Applaus begleitet.

Auch auf eine Fusion mit einem anderen Chor hatte es keine Aussicht gegeben. Der Enniger Kirchenchor hat sich jüngst mit Ennigerloh zusammengetan. Und Nachfragen von Elisabeth Pöppelmann in Ahlen verliefen erfolglos.

Martin Kircheis setzte ein Zeichen: Wenn der Chor weitermachen wolle, er sei auf alle Fälle dabei. Und Chormitglied Wolfgang Drügemöller warb für ein Fortbestehen: „Jetzt aufzugeben, ist der verkehrte Weg.“ So fiel am Ende die Abstimmung mit einstimmigen Votum zum Fortbestand mit reduzierten Auftritten und einfacherem Liedgut deutlich aus. Beschlossen wurde auch, dass die Chorfahrt am 15. September stattfinden soll.

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