Hilfsprojekt in Ghana
Er will ein Krankenhaus bauen

Ahlen -

Dr. Alex Osei stammt aus Ghana, praktiziert aber schon lange Jahre in Deutschland. Den Kontakt zu seiner Heimat hat er nicht verloren. Im Gegenteil.

Mittwoch, 10.01.2018, 21:01 Uhr

Dr. Alex Osei hat den Förderverein „Über die Grenzen hinaus – Krankenhausprojekt Otinibi – Ghana“ gegründet.
Dr. Alex Osei hat den Förderverein „Über die Grenzen hinaus – Krankenhausprojekt Otinibi – Ghana“ gegründet. Foto: Ralf Steinhorst

Seit 1989 lebt Dr. Alex Osei in Deutschland und doch hat der Facharzt für Chirurgie und Orthopädie seine Heimat Ghana nie aus dem Blick verloren. Weil er dort die medizinische Versorgung verbessern will, hat er mit dem Förderverein „Über die Grenzen hinaus“ ein Krankenhausprojekt in Otinibi in Ghana ins Leben gerufen.

Dr. Alex Osei praktiziert nach mehreren Stationen in Deutschland seit Juni 2017 in der chirurgisch-orthopädischen Praxis Dr. Christian Rahmati im Ärztehaus Clara-Carree am St.-Franziskus-Hospital. Nachdem er seine Heimatstadt Offinso in Zentralghana verließ, absolvierte er sein Medizinstudium an der Charité in Berlin. „Ich habe seit vielen Jahren ein Ferienhaus in der Hauptstadt Accra“, hat er den Kontakt in seine Heimat nicht verloren.

Seit über zehn Jahren ist Dr. Alex Osei im niederländischen Ärzteverein „Care to move“ aktiv, der das Partnerkrankenhaus „Sint Josef Hospital“ in Koforidua im Osten Ghanas unterstützt. Seitdem nutzt Dr. Alex Osei seine Urlaubszeiten, um dort ein bis zweimal jährlich das heimische Ärzteteam zusammen mit anderen Ärzten und Pflegepersonal aus Deutschland und den Niederlanden zu unterstützen. Wie nötig das ist, beschreibt Dr. Osei so: „Das Krankenhaus ist nur ein Provisorium, die Versorgung ist leider knapp und es gibt nur wenig Fachärzte in Krankenhäusern“.

Dr. Alex Osei packt mit an auf der Baustelle in Otinibi. Foto: Privat

Um die Situation zu verbessern, will er nun ein eigenes Krankenhaus in Otinibi aufbauen. Für Dr. Alex Osei ist es ein strategisch günstiger Ort, liegt er doch an der Grenze der Regionen Ostghana und Accra. Auch Menschen aus dem benachbarten Togo könnten dort behandelt werden. Otinibi hat 30 000 Einwohner, aber bisher kein Krankenhaus.

„In Ghana reisen Menschen lange Strecken, um eine medizinische Versorgung zu bekommen“, sagt er. Nun sollen diese Wege in der Region Otinibi zumindest verkürzt werden. Die Idee dazu kam dem Arzt 2010, die Umsetzung erster Maßnahmen erfolgte 2014. Das Land dafür ist mittlerweile gekauft, ein Lagerhaus gebaut und die Wasserversorgung durch ein Bohrloch gesichert. 2014, als Alex Osei am Marienhospital in Hamm praktizierte, wurde auch der Förderverein mit einem Team aus Pflegern, Ärzten und Schwestern des Marienhospitals gegründet, der das Krankenhausprojekt unterstützt.

Das Krankenhaus wird aus mehreren Gebäuden bestehen und soll zunächst 100 Betten haben. Ziel sind in einer weiteren Ausbaustufe 200 Betten. Vier Operationssäle sind geplant, wie auch Abteilungen für Orthopädie, Unfallchirurgie, Gynäkologie und ein Zentrum zur Beratung und Behandlung von Infektionskrankheiten. Der Bau soll fünf Millionen Euro kosten, inklusive medizinischer Instrumente und Betten. Die Bauanträge sind bereits gestellt, in diesem Jahr soll mit dem Bau des Hauptgebäudes begonnen werden.

„Wir suchen Spender für das Projekt“, bittet der 53-jährige Dr. Alex Osei, der selbst einen großen finanziellen Beitrag leistet, um Unterstützung. In etwa zehn Jahren nach Rückkehr in die Heimat will er dort selbst praktizieren. Der anerkannte Förderverein „Über die Grenzen hinaus“ hat die IBAN DE 82 4416 0014 6539 3052 00.

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