Nächste Verlegerunde startet
Zehn Jahre „Stolpersteine“

Ahlen -

Auf den Tag exakt zehn Jahre nach der Verlegung der ersten „Stolpersteine“ in Ahlen werden am Dienstag, 6. Februar, weitere Gedenksteine in das Straßenpflaster gesetzt. Darunter sind in der nunmehr achten Verlegerunde auch Steine für Marga Spiegel und Angehörige der Familie Spiegel.

Freitag, 02.02.2018, 11:02 Uhr

Ergänzt werden die an der Westenmauer für Amalie und Adolf Tint verlegten „Stolpersteine“. Erinnert wird dort ab 6. Februar auch an Herbert Tint, der durch Flucht nach England der Deportation entkam.
Ergänzt werden die an der Westenmauer für Amalie und Adolf Tint verlegten „Stolpersteine“. Erinnert wird dort ab 6. Februar auch an Herbert Tint, der durch Flucht nach England der Deportation entkam. Foto: Stadt Ahlen

Die Verlegung der Steine für Familie Spiegel beginnt um 13 Uhr an der Ostbredenstraße 41 durch den Künstler Gunter Demnig . Neben einer Ansprache von Bürgermeister Dr. Alexander Berger umrahmen Beiträge von Schülern des Gymnasiums St. Michael die Verlegung. Dazu eingeladen sind alle Bürger.

„Mit der Verlegung der ersten ,Stolpersteine‘ am 6. Februar 2008 hat die Stadt Ahlen ein Kapitel der Erinnerungskultur aufgeschlagen, das den Opfern und Überlebenden der Nazi-Diktatur ein Stück der ihnen geraubten Würde zurückgibt“, sagt Bürgermeister Berger über das Projekt. Die am Dienstag von Gunter Demnig verlegten zehn Steine erinnern ausschließlich an überlebende Ahlener Juden. Im Anschluss an die Verlegung in der Ostbredenstraße tritt er an weiteren Standorten im Stadtgebiet in Aktion.

Erinnert wird an die drei Töchter der Familie Obarzanski (Auf dem Handkamp 4), die in den 1930er Jahren in das britische Mandatsgebiet Palästina emigrierten, wo sich ihre Spuren verloren haben. Hinzu kommen in der Gerichtsstraße Steine für den ebenfalls ins heutige Israel emigrierten Chanan Shirun (vormals Hans Sänger) und Grete Untiedt, geborene Rosenberg, sowie Steine an der Westenmauer für Herbert Tint und Selma Metzger in der Südstraße.

Die mit einer Messingabdeckung versehenen Pflastersteine sind mit dem Namen des Opfers, seinem Geburtsjahr, dem Deportationsdatum und -ziel sowie dem Jahr der Flucht versehen. Für die „Stolpersteine“ zu Ehren der sieben weiblichen und drei männlichen Personen können Patenschaften erworben werden. Die Stadt Ahlen trägt die Patenschaft für Marga, Siegmund und Karin Spiegel.

Eine Patenschaft können Interessierte für 120 Euro pro Stein übernehmen. Auskünfte erteilt Manfred Kehr im Fachbereich für Jugend, Soziales und Integration der Stadt Ahlen unter der Telefonnummer 5 95 67 oder per E-Mail an kehrm@stadt.ahlen.de.

Mit der Verlegung der ersten ,Stolpersteine‘ 2008 hat die Stadt Ahlen ein Kapitel der Erinnerungskultur aufgeschlagen.

Dr. Alexander Berger
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