Marktmusik
Feinfühlig-leises Konzert

Ahlen -

Erstmalig fand die Marktmusik in St. Bartholomäus in Kooperation mit „Ahlen konzertant“ der Kulturgesellschaft statt. Das Ergebnis: ein feinfühliges Konzerterlebnis.

Sonntag, 04.02.2018, 22:02 Uhr

Mit einem spannenden und sensiblen Konzert mit hebräischen Liedern begeisterten Hendrik Schacht an der Gitarre und Sängerin Esther Lorenz das Publikum der Marktmusik.
Mit einem spannenden und sensiblen Konzert mit hebräischen Liedern begeisterten Hendrik Schacht an der Gitarre und Sängerin Esther Lorenz das Publikum der Marktmusik. Foto: Ralf Steinhorst

Hebräische Lieder erklangen am Samstag zum 2018er-Auftakt der Reihe Marktmusik in der St.-Bartholomäus-Kirche. Auf ein spannendes und sensibles Konzert freute sich Kantor Andreas Blechmann. Das boten Sängerin Esther Lorenz und Gitarrist Hendrik Schacht dann auch, die am Ende sogar gleich zwei Zugaben geben mussten.

Dieses Mal fand die Marktmusik in Kooperation mit der Reihe „Ahlen konzertant“ der Kulturgesellschaft statt. Im Mittelpunkt standen ein Mix aus israelisch-jüdischen Liedern aus alter und aktueller Zeit sowie hebräische Geschichten und Texte.

Die beiden Berliner Künstler Esther Lorenz und Hendrik Schacht boten so ein abwechslungsreiches Programm. Aber warum hebräische Lieder und Geschichten? „Es hat mit meiner eigenen Identität zu tun“, erklärte Esther Lorenz, die jüdische Wurzeln hat. Sie fühle sich mit dem Judentum verbunden: „Die alte biblische Sprache trägt.“

So gab es in ihren Wortbeiträgen auch viele historische Erklärungen, die teilweise überraschend waren. Zum Beispiel, dass 4,5 Millionen der weltweit 16 Millionen Juden spanischer Abstammung sind, Sefarden genannt. Spanien war bis ins Mittelalter geistiges Zentrum des Judentums, bis die Juden von dort vertrieben wurden. Das fand natürlich auch Einzug ins Programm und wurde mit dem Wiegenlied „Nani Nani“ ausnahmsweise nicht im Duo, sondern von Esther Lorenz sehr feinfühlig und leise solo präsentiert.

Die Besucher erfuhren auch, dass der englischsprachige Hit „Dona Dona“ des Sängers Donovan aus den 1960er Jahren von Schlomo Secunda auf Hebräisch im Warschauer Ghetto geschrieben wurde. Für Esther Lorenz war es eine Einladung an die Konzertbesucher, mitzusingen, was diese auch gerne annahmen. Aber auch das Tanzlied „Kol dodi“, ein jüdisches Hohelied, kannten die Zuhörer, war es doch einst in katholischen und evangelischen Gesangbücher als „Komm Heiliger Geist kehr bei uns ein“ aufgenommen worden. Hier hatte Gitarrist Hendrik Schacht seinen solistischen Auftritt.

Geschichten, wie die über einen vergesslichen alten Mann oder über die Hoffnung, dass der Morgen oder wenigstens das Übermorgen den Frieden bringt, rundeten das Konzert ab. Die beiden Berliner erhielten einen so großen Applaus, dass sie das „Ma Awarech“ und das „V’yiten“ aus der jüdischen Liturgie als Zugabe brachten und so das Konzert für Marktmusik auf ungewöhnliche 60 Minuten verlängerten.

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