Karnevals-Kehraus
Kleine „Klopfer“ machen massig Müll

Ahlen -

Viel Stimmung, viel Müll: Nach dem Karnevals-Dreier geht‘s an den Kehraus. Und an erste Bilanzen. Die Stadthalle kündigt bereits an, im nächsten Jahr an ihrem neuen Raumkonzept festzuhalten.

Dienstag, 13.02.2018, 17:02 Uhr

Auch die Kleinen machen in der Masse Müll: Anderthalb Tonnen Gesamtabfall kamen beim Kehraus nach dem Rosenmontagsumzug zusammen. Spitzenreiter: kleine „Klopfer“ und andere Hochprozentigkeiten.
Auch die Kleinen machen in der Masse Müll: Anderthalb Tonnen Gesamtabfall kamen beim Kehraus nach dem Rosenmontagsumzug zusammen. Spitzenreiter: kleine „Klopfer“ und andere Hochprozentigkeiten. Foto: Ulrich Gösmann

War was? Der Fußgängerzone ist‘s am Tag nach den drei tollen nicht anzusehen – geschweige denn – anzuhören. Es läuft sich knirschfrei übers Pflaster, über das am Vortag die Wagen rollten, die Kamelle knallten und so mancher „Klopfer“ zu Bruch ging. Was noch in den Ritzen steckt, ist nun Handarbeit für diejenigen, die die Nacht nüchtern durchmachten. Draußen – wie auch drinnen in den Kneipen, wo die Musik spielte.

Die läuft auch Dienstagmorgen mit geändertem Repertoire in der „Zisterne“ am Markt, um die Laune auf Level zu halten. „Seit Freitag sechs Stunden Schlaf“, lacht Gaby Klumpp und ist auch zwischen Wischer und Wasser vergnügt. Wie das durchzuhalten ist? Kurze Antwort: „Mit Arbeit.“ Ihr Fazit ebenso punktiert: „Alles positiv. Stimmung, Publikum, keine Randale, keine Bambule.“ Der Donnerstag – nicht ganz so voll. Der habe aber – Augenzwinkern – „den Vorteil“ gehabt, weniger Körperkontakte zu haben. Der Samstag – ihr Bester und Längster. Wegen des Kneipenkarnevals. „Weil die Leute mehr erwarteten, kamen auch mehr.“ Der Sonntag – voll, aber früher Schluss. Ebenso der Rosenmontag. Um zwei Uhr verließ der letzte Gast die „Zisterne“. Die Chefin aber blieb und sorgte im „Vorwaschgang“ zwei Stunden für „klar Schiff“. Vier Stunden Nachtruhe, in denen der Körper noch keinen Schlaf zuließ, blieben, um dann am anderen Morgen feucht fröhlich zum finalen Kehraus durchzustarten. Klumpps Karnevalsbilanz: „Das gleiche Level wie in den letzten Jahren.“ Schade nur, dass manche Ahlener lieber in anderen Städten feierten. Dabei tue sich doch auch hier was.

Einmal feucht wischen reicht nicht: Gaby Klumpp beim Kehraus.

Einmal feucht wischen reicht nicht: Gaby Klumpp beim Kehraus. Foto: Ulrich Gösmann

Stadthallen-Chef Andreas Bockholt schickt seine gute Laune gleich hinterher: „Es war die richtige Entscheidung, den Aufbau zu verändern.“ Der große Saal blieb diesmal geschlossen. Gefeiert wurde in den Foyers und im kleinen Saal. Der Wunsch der Gäste: „ Karneval darf es gern etwas enger und gemütlicher sein. Das haben wir erreicht“, so Bockholt. Weiberfastnacht und Rosenmontag seien „richtig gut“ gewesen. „Leider war am Sonntag nicht der Publikumszuspruch, den wir uns erhofft hatten.“ Und im nächsten Jahr? „Der Aufbau wird wieder genauso sein.“

Mit Manuel Varis und dem „Meat & Greet“ war auch ein Neuer mit von der Partie. Und? „Wir sind glücklich, dass wir dabei waren. Eine tolle Erfahrung“, so Varis. Und: „Wir bleiben da dran.“ Stimme das Angebot, könne man die Leute auch in Ahlen halten. Daran sei in Gemeinschaft mit den anderen Gastwirten jetzt zu arbeiten.

Wir sind glücklich, dass wir dabei waren. Eine tolle Erfahrung.

Manuel Varis

Blick von drinnen nach draußen – auf die Arbeit der Stadtreinigung: „Was die Umweltbetriebe gestern am Rosenmontag geleistet haben, ist schon phänomenal“, bilanziert Stadtsprecher Frank Merschhaus. Sämtliche Absperrungen seien pünktlich auf- und wieder abgebaut gewesen. „Die Reinigung begann sofort im Anschluss an den Umzug und wurde von gerade mal einer Handvoll Kollegen gestemmt“, so Merschhaus weiter. Das sei die Hälfte dessen aus früheren Jahren gewesen. Trotz dieser Krankheitsausfälle war die Fahrbahnkehrmaschine ab 17.30 Uhr im Einsatz, um die Straßen wieder befahrbar zu machen. Ab 19 Uhr waren Kleinkehrmaschine und Zufeger im Dienst, die bis Mitternacht das Gröbste beseitigt hatten. „Diese Kollegen legten dann eine halbe Stunde Pause ein, um sofort weiterzumachen im Winterdienst“, hebt der Stadtsprecher hervor.

Handarbeit in den Ritzen. Auch der Rest muss raus.

Handarbeit in den Ritzen. Auch der Rest muss raus. Foto: Ulrich Gösmann

Die Fußgängerzone wurde am Dienstag ab 6 Uhr in Angriff genommen. Die Bilanz deckt sich mit dem Abfallaufkommen des Vorjahres. Rund anderthalb Tonnen Papier und Flaschen, so Merschhaus, seien von der Straße gefegt worden. Darunter jede Menge Kleinflaschen ohne nennenswerten Glasbruch. Schwerpunkte waren – auch das wie eigentlich jedes Jahr – die Hotspots am Marktplatz, Marienplatz und Schöneberger Platz.

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