Overbergschule
„Einfach gute Schule machen“

Ahlen -

Matthias Resch ist der neue, vorerst kommissarische Leiter der Overbergschule. Und ein Verfechter der Hauptschule.

Donnerstag, 15.02.2018, 20:02 Uhr

Matthias Resch ist noch dabei, sich einzurichten in seinem neuen Büro. Seit Anfang des Monats leitet der 59-Jährige zunächst kommissarisch die Overberg-Hauptschule.
Matthias Resch ist noch dabei, sich einzurichten in seinem neuen Büro. Seit Anfang des Monats leitet der 59-Jährige zunächst kommissarisch die Overberg-Hauptschule. Foto: Peter Schniederjürgen

„Lesen lernt man nur durch Lesen, Schreiben nur durch Schreiben und Rechnen nur durch Rechnen“, ist das Credo von Matthias Resch . Seit Anfang des Monats leitet der 59-Jährige zunächst kommissarisch die Overberg-Hauptschule. Im Moment teilt er seine Ar­beitszeit noch mit der Beckumer Kettelerschule.

Resch ist überzeugter Hauptschullehrer. „Es ist eine bedauerlicherweise wirklich unterschätzte Schulform“, hat der leidenschaftliche Pädagoge in seinen über zehn Jahren in Leitungsfunktionen an Haupt- und Sekundarschulen erfahren. Dabei war Resch nicht immer Lehrer. „Leider konnte ich damals mit meinen Studienfächern Musik und Geschichte kein Lehrer werden“, erzählt der Schulleiter. So versuchte er sich zunächst an einer Karriere als Musiker. Mit einigem Erfolg. Er spielte in der Ruhrgebietsband „Herne 3“. Die landete um 1983 mit ihrem Stück „Immer wieder aufstehen“ einen Hit, der lange in den Charts auf den vorderen Plätzen lag. Es folgte eine Zeit als Unternehmer, u.a. als Konzertveranstalter. Doch bei der ersten Gelegenheit zog es Resch dann doch in den Schuldienst. Pädagogik und Musik sind noch immer große Leidenschaften des gebürtigen Dortmunders.

Kaffee eine andere. „Das schlimmste am Lehrerberuf ist der Kaffee im Lehrerzimmer“, stellt er schmunzelnd fest. So leistet sich Resch im Büro eine gute italienische Kaffeemaschine. Ein Vorhaben ist, irgendwann einmal eine professionelle Kaffeemaschine aus dem Heimatland des guten Espresso zu bekommen.

Sein schulisches Ziel liegt näher. „Diese Schulform stärken, die Kinder stärken und eben einfach gute Schule machen“, bekennt Matthias Resch. „Wir sind eine überschaubare Einheit, wir können eine Eins-zu-Eins-Betreuung bieten und vor allem wir sind ein traumhaftes Team“, stellt Resch klar. Denn, so viel hat er in der relativ kurzen Zeit an der Overbergschule erfahren, auch seine Kollegen sind „Überzeugungstäter“. „Sie stehen für diese Schulform, die wir gemeinsam nach vorn bringen wollen“, erklärt der neue Chef. Denn bald wird die katholische Hauptschule die letzte ihrer Art im Kreis sein. Und damit hat das Team eine große Verantwortung.

„Einige un­serer Schüler haben vielleicht kognitive Probleme, andere vielleicht soziale, aber alle haben bereits die Ausgrenzung als Hauptschüler erfahren, darum werden wir uns kümmern“, so das Ziel des Pädagogen. Er sieht die Hauptschule als Sprungbrett. „Es gehen einige weiter auf das Gymnasium oder die Gesamtschule, es gehen viele in die Ausbildung und das wollen wir bestmöglich vorbereiten.“ Wie das gelingen kann, hat Resch in der eigenen Familie vor Augen: „Meine drei Söhne haben kein Abi, dafür gute kaufmännische Ausbildungen.“

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