Imagekampagne
Man ist per Du bei „In| du |strie Ahlen“

Ahlen -

Auch die Ahlener Industrie beteiligt sich jetzt an einer schon 2011 von der IHK Nord Westfalen gestarteten Imagekampagne. Zunächst sieben Unternehmen haben sich zum Verbund „In|du|strie Ahlen“ zusammengetan und planen gemeinsame Aktionen.

Montag, 19.02.2018, 21:02 Uhr

Werben gemeinsam für den Industriestandort Ahlen: Thomas Heuser (herotec), Eckhard Göske (IHK), Thorben Welte (WFG), Dr. Christian Buschhoff (Maschinenfabrik Buschhoff), Oliver Reimann (Leifeld Metal Spinning), Kilian Leufker (IHK), Jörg Arntzen (DOW), Silvia Sörensen (PMS), Jürgen Henke (Metallwerke Renner) und Bürgermeister Dr. Alexander Berger.
Werben gemeinsam für den Industriestandort Ahlen: Thomas Heuser (herotec), Eckhard Göske (IHK), Thorben Welte (WFG), Dr. Christian Buschhoff (Maschinenfabrik Buschhoff), Oliver Reimann (Leifeld Metal Spinning), Kilian Leufker (IHK), Jörg Arntzen (DOW), Silvia Sörensen (PMS), Jürgen Henke (Metallwerke Renner) und Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Foto: Peter Harke

Kaldewei? Klar, so heißt Europas größter Badewannenhersteller. Das weiß man doch, als Ahlener. Aber was macht eigentlich die Firma „HMV“ genau, was wird bei „herotec“ produziert? Da wird es schon schwieriger. Oder noch grundsätzlicher: Was ist Industrie überhaupt? Diese Frage, sagt Dr. Christian Buschhoff , könne im Vorstellungsgespräch von zehn Bewerbern vielleicht ei­ner „sauber beantworten“. Eine Erfahrung, die auch Oliver Reimann , Geschäftsführer von Leifeld Metal Spinning, macht. Junge Leute dächten bei modernen Un­ternehmen zuerst an Google, Apple und Co., aber nicht unbedingt an einen mittelständischen metallverarbeitenden Betrieb vor Ort, obwohl der vielleicht in seinem Segment sogar Weltmarktführer ist.

Keine Frage: Die lokalen „Player“ sind national wie international erfolgreich, könnten offensichtlich aber etwas mehr tun, um ihren Bekanntheitsgrad am heimischen Standort zu erhöhen, um ihr Image zu verbessern. Mit genau diesem Ziel haben Christian Buschhoff und Oliver Reimann die Initiative ergriffen, dass auch die Ahlener Industrie sich jetzt einer bereits 2011 gestarteten Kampagne der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen anschließt. Die heißt schlicht „In|du|strie“ mit dem Untertitel „Gemeinsam. Zukunft. Leben.“

Es sind die Menschen, die eine solche Initiative leben lassen.

Oliver Reimann

Warum springt Ahlen erst jetzt, sieben Jahre nach Beginn der von der IHK so genannten Akzeptanzoffensive, auf den Zug auf? Schon 2014 habe es einen Anlauf gegeben, erklärt Oliver Reimann, der damals aber aus verschiedenen Gründen „versandet“ sei. Dass es diesmal geklappt hat, begründet der Leifeld-Chef so: „Es passt auch auf der persönlichen Ebene.“ Für ihn keine ganz unwesentliche Voraussetzung, denn: „Es sind die Menschen, die eine solche Initiative leben lassen.“ So habe man sich im Kreis der Mitglieder sehr schnell aufs „Du“ verständigt. Was auch zum Logo passt, in dem die mittlere Silbe nicht von ungefähr farblich hervorgehoben ist, richtet sich die Kampagne doch vor allem an die Zielgruppe jener motivierten und leistungsbereiten jungen Menschen, die die Unternehmen gerne als Nachwuchs für sich gewinnen wollen. Stichwort Fachkräftemangel.

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Erster Aufschlag bei Ausbildungsmesse

Einen ersten Aufschlag hat der neue Verbund bei der Ahlener Ausbildungsmesse am 10. März im Autohaus Ostendorf. Weitere Aktionen, laut Christian Buschhoff zwei bis drei pro Jahr, sollen folgen. Auch eine Teilnahme an der nächsten „Neuen Ahlener Woche“ 2019 wäre denkbar. Was Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), „Pro Ahlen“ und Stadt sicher begrüßen würden. Bürgermeister Dr. Alexander Berger findet jedenfalls, die Zeit sei „jetzt reif dafür“, nicht nur stolz auf das Erreichte zu sein, sondern das auch zu zeigen. „Wir haben heute wieder so viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wie vor der Stilllegung der Zeche“, hält der Verwaltungschef fest, und zu 35 Prozent, ergänzt Thorben Wel­te von der WFG, arbeiten diese in der Industrie. Was weit über dem Anteil im Landesdurchschnitt liege.

Dr. Eckhard Göske, Abteilungsleiter für Industrie, Energie, Planung und Umwelt bei der IHK Nord Westfalen, berichtet, es gebe bisher 17 Industrieverbünde in der Region, von Beckum über Lienen bis Warendorf. Und die seien durchweg „sehr rege“. Die Öffentlichkeitsarbeit zahle sich aus, die Wahrnehmung der Industrie verändere sich, sie werde nicht mehr nur mit rauchenden Schloten und Gestank assoziiert.

Offen für weitere Mitstreiter

Diesen Effekt erhoffen sich auch Dr. Christian Buschhoff und Oliver Reimann, die im ersten Jahr als Sprecher von „In|du|strie Ahlen“ fungieren. Außer der Maschinenfa­brik Th. Buschhoff und Leifeld Metal Spinning machen bisher die Ahlener Niederlassung der Deutschland-Tochter des US-Chemiekonzerns „DOW“, die Firmen HMV Metallverarbeitung, „herotec“ Flächenheizung, Metallwerke Renner und die Gesellschaft für Personal-Management & Service (PMS) mit. Man sei jederzeit offen für weitere Mitstreiter, betont Christian Buschhoff. „Wir sind kein geschlossener Verein.“

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