Weitere Bürgerinfo Weststraße
Verkehrsinsel positioniert sich neu

Ahlen -

Die Verkehrsinsel vor dem Kunstmuseum kommt in Bewegung, wenn die Weststraße zwischen Kampstraße und Westenmauer Begegnungszone wird.

Donnerstag, 08.03.2018, 20:03 Uhr

Stößt auf Kritik: die bisherige Positionierung der Verkehrsinsel vor dem Kunstmuseum.
Stößt auf Kritik: die bisherige Positionierung der Verkehrsinsel vor dem Kunstmuseum. Foto: Ulrich Gösmann

Die bereits dritte Bürgerinformation zur Umgestaltung der Weststraße im Abschnitte zwischen Kamp­straße und Westenmauer war am Mittwochabend im Ratssaal auch die letzte. Zur Diskussion standen planerische Feinheiten.

Jörg Janssen und Tina Deiters vom Planungsbüro SHP Ingenieure aus Hannover gaben zum Einstieg einen kurzen Überblick über die Umgestaltung. Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 20, Rückbau der Hochborde und damit Niveaugleichheit, ein „Begegnungszonen“-Konzept sowie die Schaffung einer höheren Aufenthaltsqualität waren hier die wichtigsten Stichpunkte. „Der Straßenraum schreit nach Überplanung“, zog Jörg Janssen sein Fazit.

Die Umgestaltung sah Janssen als Konzept der Zukunft. Drei Parkplätze bleiben erhalten, der befahrbare Bereich wird an diesen Stellen 4,75 Meter betragen, ansonsten stehen 5,50 Meter zur Verfügung. Ausreichend Platz im Begegnungsverkehr bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern. Optisch fördern Querungsstreifen das langsame Fahren.

Baudezernent Andreas Mentz informiert – und reagiert auf kritische Nachfragen.

Baudezernent Andreas Mentz informiert – und reagiert auf kritische Nachfragen. Foto: Ralf Steinhorst

Ein Materialwechsel in der Pflasterung hebt besondere Bereiche hervor. Einer hellen beigen Variante mochten die Bürger allerdings nicht folgen, die Mehrheit bevorzugte Grautöne in Kombination mit Beige. Lediglich im Kurvenbereich am Knoten Fußgängerzone kommt ein auch optisch hochwertiger Asphalt zum Einsatz, um den Untergrund haltbarer zu gestalten. Ansonsten erhält die Straße einen ganz neuen Unterbau, um strapazierfähiger zu sein.

Vorgesehen sind zudem zwei Querungshilfen an den Knoten zur Westenmauer und zur Fußgängerzone. Wobei die Querungsinsel am Kunstmuseum große Diskussionen auslöste. „Diese Insel ist Ursache für die heutigen Rückstaus“, machte Anwohner Dr. Walter Mentrup die Stadt für die „schlechte Planung“ verantwortlich. Trotzdem wollte Stadtbaurat Andreas Mentz aus Sicherheitsgründen auf die Insel nicht verzichten. Sie soll versetzt werden, um mehr Platz für den Abbiegeverkehr aus der Weststraße zu schaffen. Inwieweit ein Linksabbiegerpfeil ins Pflaster eingefügt wird, soll geprüft werden.

Jörg Janssen und Tina Deiters vom Planungsbüro SHP Ingenieure aus Hannover.

Jörg Janssen und Tina Deiters vom Planungsbüro SHP Ingenieure aus Hannover. Foto: Ralf Steinhorst

Die beiden Bäume in Höhe der Commerzbank bleiben erhalten. Nach Diskussion wurde entschieden, auf weiteren neuen Baumbestand zu verzichten, um die ohnehin begrenzten Räume nicht weiter zu verengen. Als Beleuchtung sind Lichtstelen vorgesehen, wie sie auch auf dem Marktplatz zum Einsatz kommen werden.

Sitzbänke sollen die Aufenthaltsqualität erhöhen. Hier nahm Mentz den Vorschlag mit, auf den bekannten Sitzbanktyp aus der Fußgängerzone zurückzugreifen. Auf eine Beschilderung soll weitestgehend verzichtet werden, allerdings könnte der Schriftzug „Begegnungszone“ auf den Teilbereich der Weststraße hinweisen.

So sehr die Umgestaltung in der Versammlung begrüßt wurde, so sehr war die Skepsis immer wieder präsent, ob sich alle Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten werden. Hier versuchte Jörg Janssen mit einem Kurzfilm einer ähnlichen Begegnungszone in Bad Rothenfelde zu beruhigen: „Jetzt fahren Sie langsamer, weil Sie Behinderung haben. Zukünftig fahren Sie langsamer wegen der Gestaltung“. Auch Andreas Mentz setzt auf die Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer und betonte zugleich, dass einige gastronomische Anlieger Interesse bekundet hätten, Außengastronomie zu betreiben.

Schon Anfang Mai sollen die Stadtwerke mit den Leitungsarbeiten beginnen, für Ende Juli ist der Beginn der Straßenbaumaßnahme geplant. Die voraussichtliche Fertigstellung könnte dann im November erfolgen.

„Seit Jahren spreche ich die Umgestaltung an. Jetzt ist sie endlich da“, zeigte sich Anlieger Franz-Josef Bäumer vom Bettenhaus Gahrmann zum Schluss sichtlich erleichtert.

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