Stadt-Galerie
„In der Bar Zum Krokodil“

Ahlen -

Auf Einladung der Kulturgesellschaft präsentiert Künstlerin Silke Rehberg ihre Werke in der Stadt-Galerie. Die „Bar Zum Krokodil“ wird am Samstag, 10. März, um 18 Uhr eröffnet.

Samstag, 10.03.2018, 16:03 Uhr

Plastiken, Bilder, Reliefs – Silke Rehberg überschreitet in ihren Werken gerne die Grenze von Wand- und Raumorientierung.
Plastiken, Bilder, Reliefs – Silke Rehberg überschreitet in ihren Werken gerne die Grenze von Wand- und Raumorientierung. Foto: Sabine Tegeler

Schummeriges Licht erhellt den Raum nur mäßig, das Gemurmel der Gäste an Tischen und am Tresen wird begleitet vom lasziven Gesang einer schon etwas abgehalfterten Sängerin auf der kleinen Bühne, in den Gläsern klirren Eiswürfel leise aneinander. So könnte sie aussehen, die „Bar Zum Krokodil“ in irgendeiner Stadt, in irgendeinem Kiez.

Silke Rehbergs „Bar Zum Krokodil“ ist nicht so anrüchig, dafür aber mindestens so spannungsreich. Am heutigen Samstag wird ihre gleichnamige Ausstellung, die sie auf Einladung der Kulturgesellschaft zeigt, um 18 Uhr in der Stadt-Galerie eröffnet. Und ja, das Krokodil ist auch da.

Immer wieder taucht das Reptil in den Plastiken und Bildern der in Ahlen geborenen und in Sendenhorst lebenden Künstlerin auf. Die Tierwelt, sagt Silke Rehberg, diene ja immer gerne dazu, um Menschen zu beschreiben: „Und das Krokodil ist schon so unheimlich lange dabei, länger als der Mensch.“ Es sei – nicht nur im mumifizierter Form im alten Ägypten – ein Kulturträger. Ein unergründliches Wesen, das meist einfach so rum liege, dann aber plötzlich zuschnappe.

Das Krokodil ist der Protagonist der Ausstellung – in Rehbergs Bildern windet es sich um Frauen, in einer Comicreihe greift es in die Handlung ein.

Aber in dieser „Ausstellungsbar“ ist das Krokodil nicht allein. Pferde – enorme Figuren aus gebranntem Ton schweben scheinbar durch die Wand – und die Frauen in Rehbergs Bildern begleiten es. Diese einzelnen Versatzstücke weisen auf eine uralte Legende hin, den Kampf des Heiligen Georg mit dem Drachen, der auf dem Pferd geritten kam, um die Jungfrau zu befreien.

Wie Inseln in diesem „Krokodilsteich“ machen sich hingegen die Büsten aus, mit denen Silke Rehberg Menschen würdigt, die ihr als Künstlerin gegenüberstehen. Betrachter und Berichterstatter zum Beispiel. Aber auch jene, mit denen sie im Austausch steht und mit denen sie zusammenarbeitet, wie der österreichische Schauspieler Karl Markovics. Eine Insel weiter schaut der Künstler und emeritierte Professor für Ästhetik und Kulturvermittlung Bazon Brock mit leicht skeptischem Blick in den Raum.

Ja, der Raum. Der ist für Silke Rehberg ein Maß ihres Schaffens: „Ich bin ja eigentlich dreidimensional unterwegs“, sagt die 54-Jährige, ihre Vorliebe für Reliefs diene auch immer dazu, die Schnittstelle zwischen Wand und Raum auszuprobieren: Wie viel Relief geht? Wo fängt die Vollplastik an? „Das sind plastische Sonderfälle“, lacht die Künstlerin. So wie ihre „Schläfer“, die liegend auch Relief seien.

Silke Rehbergs Werke finden ihre Vollendung in ihrer Farbigkeit, keines ihrer Exponate ist nur Form. Der Betrachter ist gefordert, immer noch ein bisschen mehr zu entdecken: eine Falte im Gesicht, versteckte und doch sichtbare Pferde, die Strukturen von Krokodilleder. Wie es eben so ist in einer „Bar Zum Krokodil“ – in den Details liegt der Reiz.

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„In der Bar Zum Krokodil“: Eröffnung am Samstag, 10. März, 18 Uhr, Stadt-Galerie, Königstraße 7, Öffnungszeiten: freitags und samstags 16 bis 19 Uhr, sonntags 11 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung (bis 14. April), Künstlergespräch am 30. März, 15 Uhr

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