Fortschreibung des Schulentwicklungsplans
„Eltern stimmen mit den Füßen ab“

Ahlen -

Die Sekundarschule spielt bei der geplanten Fortschreibung des Schulentwicklungsplans eine entscheidende Rolle. Doch über ein Arbeitsgremium, das die inhaltlichen Schwerpunkte festzurren soll, besteht noch Uneinigkeit.

Dienstag, 13.03.2018, 17:03 Uhr

Ulrich Vornholt, Leiter der Sekundarschule Ahlen, wohnte der Sitzung des Schulausschusses als Zuhörer bei.
Ulrich Vornholt, Leiter der Sekundarschule Ahlen, wohnte der Sitzung des Schulausschusses als Zuhörer bei. Foto: Christian Wolff

In einem gemeinsamen Antrag forderten CDU und SPD bereits im Dezember die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans. Die letzte Modifizierung stammt aus dem Jahr 2011. Doch die damit verbundene Forderung zur Gründung eines Arbeitsgremiums und die Einschaltung eines Gutachterbüros sorgte am Montagnachmittag im Schul- und Kulturausschuss für Diskrepanzen.

„Der Antrag geht über das Ziel hinaus“, meinte Alfred Thiemann (BMA). „Warum müssen wir wieder ein Untergremium bilden? Ich warne davor, die eigentlich zuständigen Gremien zu entmündigen.“ Fachbereichsleiter Christoph Wessels warb dafür, die Schulentwicklungsplanung so anzugehen, wie es der Antrag vorsieht und richtete sich direkt an Thiemann: „Ich bitte Sie, Ihre Vehemenz zurückzuschrauben.“ Ein Arbeitsgremium dürfe nicht kritisiert werden, bevor es überhaupt seine Arbeit aufgenommen hat.

„Wir begrüßen diesen Antrag“, hielt Petra Pähler-Paul (Grüne) fest. „Wir wollen die Situation in der Schullandschaft verbessern.“ Zuletzt hatte die Situation der Sekundarschule für Schlagzeilen gesorgt, für die von politischer Seite sowohl eine Rückkehr zum System der Realschule als auch die Einrichtung einer zweiten Gesamtschule ins Spiel gebracht wurde. „Die Eltern stimmen doch mit den Füßen ab“, sagte Gabi Duhme (SPD) mit Blick auf die Anmeldezahlen. „Das zeigt uns doch die Wünsche auf. Man sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen.“ Der Schulausschuss habe zwar nicht die Freiheit, allein über die Einrichtung einer zweiten Gesamtschule zu beschließen, aber eine Lenkungsgruppe aus allen Fraktionen hält die Fraktionschefin für einen sinnvollen Weg, der auch mit größtmöglicher Transparenz beschritten werden könne. „Für Eigenbrötler ist so etwas sicher schwer zu verstehen“, richtete sie einen Seitenhieb an Thiemann. Mit Rückendeckung von Erhard Richard: „Ich kann die Ängste in keiner Weise verstehen.“ In einem speziellen Gremium könne man „besonders sachgerecht arbeiten“.

Dr. Werner Klawonn nutzte das Gremium, um einen Grundsatzbeitrag zum Thema Schulentwicklung im Kontext der Entscheidungen früherer Jahre vorzutragen. „Schulen brauchen lange Prozesse“, sagte er. „Erst vor einigen Jahren haben wir über die Einführung der Sekundarschule beraten.“ Nun allein auf Anmeldezahlen zu schauen würde der Halbwertszeit nicht gerecht.

Pähler-Paul: „Die Eltern wollen ein System, das eine längere Offenheit darstellt.“ Bei der Sekundarschule bestehe der Wunsch nach Veränderung. Thiemann konterte: „Wir waren damals nicht verpflichtet, die Sekundarschule einzuführen. Jetzt stehen wir vor dem Problem, dass diese Schulform in Ahlen in Frage gestellt wird.“

Schulen brauchen lange Prozesse.

Dr. Werner Klawonn
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