Trauerfeier in Bagamoyo
Abschied von John Mponda

Ahlen / Bagamoyo -

Es war eine bewegende Trauerfeier: Über 2000 Menschen erwiesen John Mponda die letzte Ehre. Der Dozent an der staatlichen Kunsthochschule von Tansania hatte durch die Projektreihe „Wie weit ist Afrika“ auch in Ahlen viele Freunde.

Donnerstag, 22.03.2018, 15:03 Uhr

Helga Rohden vom Vorstand des Freundeskreises Bagamoyo kondoliert. Die frühere Schulleiterin der Marienschule hatte John Mponda noch drei Tage vor seinem Tod getroffen.
Helga Rohden vom Vorstand des Freundeskreises Bagamoyo kondoliert. Die frühere Schulleiterin der Marienschule hatte John Mponda noch drei Tage vor seinem Tod getroffen. Foto: Peter Harke

Es war eine der größten Trauerfeiern, die Bagamoyo je gesehen hat. Mehr als 2500 Menschen haben am Mittwoch Abschied genommen von John Mponda. Der Dozent an der staatlichen Kunsthochschule von Tansania war am Sonntag wie berichtet plötzlich und unerwartet im Alter von nur 54 Jahren einem Herzinfarkt erlegen.

In wenigen Wochen wollte er nach Deutschland kommen, um zum 25. Mal im Rahmen der Projektreihe ,,Wie weit ist Afrika?“ an der VHS wie an mehreren Schulen in Ahlen und anderen Städten im Kreis Warendorf Trommel- und Tanzworkshops zu leiten. Die Flüge waren bereits seit Langem gebucht.

Die Gedenkveranstaltung sollte ursprünglich am Haus von John Mponda stattfinden, wurde dann aber wegen des erwarteten Andrangs kurzfristig an dessen langjährige Wirkungsstätte, das College of Arts, verlegt. Das überdachte College-Theater fasst rund 2000 Besucher, viele Teilnehmer verfolgten das insgesamt fünfstündige Programm bei brütender Hitze im Schatten von Mangobäumen von draußen. Vorausgegangen war ein Gottesdienst in der Anglikanischen Kirche von Bagamoyo, deren Mitglied der Verstorbene war.

Ranghohe Vertreter des tansanischen Staates erwiesen Mponda ihre Reverenz und würdigten dessen Verdienste. Die stellvertretende Ministerin für Information, Kultur, Kunst und Sport, Juliana Shonza, und der District Commissioner (Landrat) des Bagamoyo-Distrikts, Majid Mwanga, verneigten sich vor dem Toten.

Gäste bei der Trauerfeier im College of Arts.

Gäste bei der Trauerfeier im College of Arts. Foto: Harke

Der auberginefarben-silbern schimmernde Metallsarg stand mitten auf der Bühne, geschmückt mit zahlreichen Blumengestecken und Kränzen und flankiert von großen Postern mit einem Foto von Mponda, der selbst am College studiert und seit 1984 dort Musik und Tanz unterrichtet hatte. Wie respektiert und beliebt er als Mwalimu (Lehrer) war, brachten heutige und auch ehemalige Studenten in zahlreichen Wort- und Musikbeiträgen auf bewegende Weise zum Ausdruck.

Eigens aus Norwegen angereist war Egil Ovesen, der im Rahmen eines Studentenaustauschs zwischen der Universität von Stavanger und dem College in Bagamoyo viele Jahre eng mit John Mponda zusammengearbeitet hatte. Mehrfach, zuletzt 2017, war Mponda in Stavanger als Gastdozent tätig gewesen. „Er war stets die treibende Kraft in unseren Beziehungen“, erklärte Ovesen in seiner komplett in der Landessprache Kisuaheli gehaltenen Rede.

Der emotionalste Moment der Feier war der Auftritt von Mpondas Tochter Mary, ältestes von drei Kindern, die sich im Namen der Familie bei allen Gästen für ihre Anteilnahme bedankte. Sie sagte: ,,Er war nicht nur ein guter Lehrer, sondern auch ein guter Vater, Großvater, Ehemann und Bruder.“

Der Direktor des Bagamoyo College of Arts, Dr. Herbert F. Makoje, bezeichnete Mponda als einen der in pädagogischer wie künstlerischer Hinsicht prägenden Köpfe an der einzigen Kunsthochschule Ostafrikas. Makoje erwähnte in seiner Rede auch die seit den frühen 90er Jahren bestehende Verbindung zum Freundeskreis Bagamoyo.

Dieser wurde bei der Trauerfeier durch die Vorstandsmitglieder Helga Rohden (Beckum) und Peter Harke (Ahlen) vertreten, die zufällig zurzeit vor Ort sind. Helga Rohden hatte John Mponda noch drei Tage vor seinem Tod getroffen.

Unmittelbar nach dem Ende der Veranstaltung trat der Konvoi aus dem Leichenwagen und vier Bussen mit Familienangehörigen, Nachbarn und Freunden die fast 700 Kilometer weite Fahrt in den Südwesten Tansanias an, wo John Mponda am Donnerstag in seinem Heimatort Mbalizi bei Mbeya beigesetzt wurde.

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