Bürgerzentrum Schuhfabrik
Erstmals seit 2011 wieder Defizit

Ahlen -

Die Personalkosten sind auch im Bürgerzentrum Schuhfabrik der Kostentreiber Nummer eins und der Grund, dass die Jahresrechnung im Veranstaltungsbereich erstmals seit 2011 mit einem Defizit von 22 576 Euro abschließt. Am Donnerstag nutzte Büz-Geschäftsführerin Christiane Busmann die Gelegenheit, den Mitgliedern des Schul- und Kulturausschusses die Arbeit des soziokulturellen Zentrums in seiner Vielfältigkeit näherzubringen.

Samstag, 28.04.2018, 15:04 Uhr

Die Flüchtlingsarbeit, für die Anna Heimbrock (r.) verantwortlich zeichnet, ist einer der Tätigkeitsschwerpunkte des Bürgerzentrums Schuhfabrik, wie Christiane Busmann (l.) in ihrem Jahresbericht ausführte.
Die Flüchtlingsarbeit, für die Anna Heimbrock (r.) verantwortlich zeichnet, ist einer der Tätigkeitsschwerpunkte des Bürgerzentrums Schuhfabrik, wie Christiane Busmann (l.) in ihrem Jahresbericht ausführte.

Der Mindestlohn und eine nachgeholte Tariferhöhung sind nach Aussage Busmanns die Hauptfaktoren für das Minus in der Kasse in der Jahresrechnung 2017, während man 2016 noch einen Überschuss von 15 000 Euro und 2016 immerhin noch von 6500 Euro erwirtschaftet habe. In den zurückliegenden Jahren habe man weitgehend auf Tariferhöhungen verzichtet und im vergangenen Jahr eine Anhebung aus dem Jahr 2014 nachgezogen. Die Gastronomie schloss dagegen mit einem Plus von rund 1660 Euro ab. Um ein drohendes Defizit im laufenden Jahr abzuwenden, werden die Preise ab 1. Mai für das Mittagessen erhöht.

Als ein wesentliches Markenzeichen der soziokulturellen Tätigkeit des Büz bezeichnete Christiane Busmann die Flüchtlingsarbeit. Seit 1993 sei das Büz in der Flüchtlingsberatung tätig und damit länger als die meisten vergleichbaren Einrichtungen im Land. Sorgen aus dem Gremium, dass sich das Büz zu sehr nur mit einem Thema und einer Zielgruppe beschäftigen könne, zerstreute Busmann mit dem Hinweis, dass die Arbeit auf drei Säulen ruhe: der offenen Begegnung zum Beispiel beim Sprachcafé, das vom anfangs wöchentlichen Turnus inzwischen auf einen monatlichen Rhythmus umgestellt worden ist, dem großen Veranstaltungsbereich mit Konzerten, Theater, Film und Vorträgen sowie der Förderung und Unterstützung von Gruppen, die selbst initiativ werden wollen, als Band, Künstler oder Theatergruppe. Hinzu kommen weitere Nutzergruppen wie die Schachfreunde oder die „Fußballgucker“. Jede Gruppe nehme gerne das ganze Haus in Beschlag.

„Mehr als die Hälfte der Zeit“ sei sie damit beschäftigt, Projektanträge zu schreiben, meinte Christiane Busmann auf eine entsprechende Frage von Petra Pähler-Paul (Bündnis 90 /Die Grünen). Gabi Duhme (SPD) regte an, einen Gedanken aus den früheren Haushaltsberatungen wieder aufzunehmen und den Vertrag über den jährlichen Zuschuss der Stadt mit einer Anpassungsklausel im Hinblick auf Lohnanpassungen zu versehen. Die Verwaltung wurde aufgefordert, nach ei­nem Gespräch mit dem Bürgermeister, das bereits in der nächsten Woche stattfinden soll, eine solche Änderung des Vertrags mit dem Trägerverein auf eine der nächsten Tagesordnungen des Gremiums zu setzen. Auch Alfred Thiemann (BMA) sprach sich dafür aus, das Finanzproblem politisch zu lösen und brachte eine Angleichung der Löhne an den Öffentlichen Dienst ins Gespräch.

Zuvor würde sie aber gerne eine Auflistung aller städtischen Leistungen für das Büz einschließlich der sächlichen sehen, erklärte Iris Binder (CDU).

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