Zwei Monate auf Heimatbesuch
Das Ahlener Mammut ist zurück

Ahlen -

Die Stadt Ahlen spricht von einer kleinen Sensation – und meldet die Rückkehr des Ahlener Mammuts. Das ist ab dem 13. Mai zwei Monate lang – frisch restauriert – im Heimatmuseum zu sehen.

Mittwoch, 02.05.2018, 19:05 Uhr

Passt auf den Zentimeter: Das Ahlener Mammut hat für zwei Monate Quartier im Heimatmuseum an der Wilhelmstraße bezogen. Als Dauergast kehrt es dann wieder in das Geomuseum nach Münster zurück, in dem noch immer die Sanierungsarbeiten laufen.
Passt auf den Zentimeter: Das Ahlener Mammut hat für zwei Monate Quartier im Heimatmuseum an der Wilhelmstraße bezogen. Als Dauergast kehrt es dann wieder in das Geomuseum nach Münster zurück, in dem noch immer die Sanierungsarbeiten laufen. Foto: Ulrich Gösmann

Die Superlative waren abgefeuert, das Staunen verstummt, da zückte Bürgermeister Dr. Alexander Berger in aller Stille sein Handy: „Schnell noch ein Selfie für meine Jungs. Die werden es mir sonst nicht glauben.“ – Schwer zu glauben, aber wahr: Das Ahlener Mammut ist tatsächlich wieder da! Wenn auch nur auf Kurzbesuch, so doch eine kleine Sensation, was da ab dem 13. Mai für zwei Monate als Leihgabe des Geomuseums der Uni Münster im Heimatmuseum zu sehen ist: das Original, nach rund drei Jahren Restaurierung erstmals wieder in der Öffentlichkeit. Und das in Ahlen. Dort, wo es im Jahr 1910 auf dem Gelände des Stanz- und Emaillierwerks Seiler gefunden worden war.

Ahlener Bürgermeister zeigte sich euphorisch

Für ihn ein „besonderer Augenblick“, strahlte Bürgermeister Berger, um sich dann am Mittwochmittag vor der Presse zu steigern: „Das ist fast eine Sensation. Wir haben das Mammut nach Hause geholt!“ Den Aufkleber einer Kampagne aus den 70er-Jahren hochhaltend, auf dem der Eiszeitriese einst mit herzberührenden Kulleraugen flehte: „Ich will nach Hause!“

Ahlener Mammut wieder zu Hause

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  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann
  • Das Mammut wird für zwei Monate im Ahlener Heimatmuseum gezeigt. Foto: Ulrich Gösmann

Wie es zu dem Coup kam

Christoph Wessels, Fachbereichsleiter Schule, Kultur und Weiterbildung, erklärte, wie es jetzt zum „großen Coup“ kam: Nach dem letzten Internationalen Museumstag, an dem sich auch das Ahlener Heimatmuseum beteilige, habe man sich verständigt: „Wir machen das nächste Mal was rund ums Mammut. Wir konnten aber nicht ahnen, dass daraus wurde: Wir machen was rund um das (!) Ahlener Mammut.“ Jetzt sei es da.

Aus Stuttgart angeliefert

Frisch restauriert, in Einzelteilen aus Stuttgart angeliefert und in den vergangenen Tagen von Experten aufgebaut, ragt das Gerippe mit seinen 3,28 Metern Höhe bis unter die Decke. „Es hätte nicht noch weiter wachsen dürfen“, sagte der Bürgermeister – und prognostizierte eine neue Mammut-Welle, die wohl in den nächsten Wochen in Ahlen losgetreten werde. Sein Dank gelte der großzügigen Unterstützung eines Ahlener Unternehmers, der namentlich nicht genannt werden wolle. Der es aber ermögliche, dass der Eiszeitriese nun kostenfrei präsentiert werden könne.

Es wäre schön, wenn man in Ahlen noch ein Mammut finden könnte.

Peter Schmid-Beurmann

Ein seltener Fund

Peter Schmid-Beurmann, Leiter der Abteilung Mineralogie des Geomuseums Münster, rief die Einzigartigkeit des Exponats in Erinnerung: „Es ist eines von sieben, das in Deutschland gefunden wurde und das am vollständigsten erhalten ist.“ Drei Viertel sei Original, der markante Schädel ein Nachguss eines sibirischen Mammuts. Im Aufbau komme es jetzt neu in Form: Die Abstände der Wirbel seien größer, der Rücken krummer, die Stoßzähne etwas nach innen gebogen, die Zehen komplett. Wohlwissend um den Wunsch der Ahlener nach Heimkehr formulierte Schmid-Beurmann: „Es wäre schön, wenn man in Ahlen noch ein Mammut finden könnte.“

Es darf auf keinen Fall angefasst werden.

Gabriele Moser-Olthoff

Begleitprogramm zur Mammutschau

Einen „wunderbar unkomplizierten Kontakt“ zum Geomuseum in Münster lobte Museumsmitarbeiterin Gabriele Moser-Olthoff und kündigte ein umfassendes Begleitprogramm zur Mammutschau an. Das Heimatmuseum habe dann mittwochsnachmittags sowie samstags und sonntags ganz geöffnet. Für Schulklassen und Kindergärten gebe es nach Terminvereinbarungen spezielle Führungen. Dabei gelte: „Es darf auf keinen Fall angefasst werden.“

Als Vorsitzender des Fördervereins des Geomuseums Münster sieht Dr. Peter Paziorek das Ahlener Mammut schon jetzt aus einem Fenster des neuen Geomuseums auf den Domplatz blicken. „Alle, die dran vorbei gehen, werden das Mammut sehen.“ Museal werde es „das Highlight“. Wann das Museum nach seiner Sanierung wieder öffne, sei weiter offen. Bürgermeister Berger sah keine Eile: „Wenn Münster es länger bei uns parken will, finden wir bestimmt eine Möglichkeit.“

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