„Mein Körper gehört mir“
Projekt gibt Kindern Selbstbewusstsein

Ahlen -

Schulleiterin Susanne Stoever ist froh. Dank der Unterstützung des Vereins „Menschen gegen Kindesmissbrauch“ kann an der Diesterwegschule zurzeit das Projekt „Mein Körper gehört mir“ laufen.

Dienstag, 08.05.2018, 18:05 Uhr

In kleinen Spielszenen bringen die beiden Theaterpädagogen den Grundschülern das Thema Kindesmissbrauch näher. Sie zeigen, dass Kinder auch Nein sagen dürfen.
In kleinen Spielszenen bringen die beiden Theaterpädagogen den Grundschülern das Thema Kindesmissbrauch näher. Sie zeigen, dass Kinder auch Nein sagen dürfen. Foto: Sabine Tegeler

„Nur du weißt, wie dein Körper fühlt.“ Das ist die zentrale Botschaft, die Johanna Wiesen und Joscha Gingold den Mädchen und Jungen an der Diesterwegschule am Dienstagmorgen mit auf den Weg geben.

Die beiden Theaterpädagogen von der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück haben sich auf den Weg nach Ahlen gemacht, um das Projekt „Mein Körper gehört mir“ an der Diesterwegschule mit Leben zu füllen. Ihre Zielgruppe sind die dritten und vierten Klassen, die in Gesprächen, kleinen Theaterstücken und mit Liedern kindgerecht an ein heikles Thema herangeführt werden: Kindesmissbrauch nämlich.

Da spielt Johanna Wiesen zum Beispiel den „netten“ Nachbarn Herrn Frank, der dem jungen Joscha einen Tennisschläger schenkt und ihm beim Üben dann an den Po fasst. Das findet Joscha unangenehm und „komisch“. Joschas Lösung: „Ich erzähl das jetzt meiner Mama.“ Die nimmt ihn ernst und schon fühlt Joscha sich wieder besser.

Es ist nur eine kleine Szene, aber die Grundschüler sind mit voller Aufmerksamkeit dabei. Und erfahren anschaulich, dass sich kein Mädchen und kein Junge in einer solchen Form anfassen lassen muss. Sollte das dennoch passieren, gibt es nur einen Weg: mit den Eltern oder einer Vertrauensperson reden.

Finanziert wird das Projekt, das über drei Vormittage läuft, diesmal vom Verein „Menschen gegen Kindesmissbrauch“ in Osnabrück. Schulleiterin Susanne Stoever ist es anzusehen, dass sie sich über die Förderung freut. Sonst hätten die Eltern mitbezahlen müssen, und das sei für viele einfach nicht oder nur schwer möglich. Dabei sei „Mein Körper gehört mir“ doch ein ganz wichtiges Angebot. „Wissen Sie, in vielen Familien herrscht doch immer das Denken ,So was passiert bei uns doch nicht‘.“ Aber in den meisten Fällen von Kindesmissbrauch sei eben nicht der fremde böse Mann der Täter, sondern ein Bekannter oder Verwandter. Das Projekt wirke der Sprachlosigkeit der Kinder entgegen: „Es ist kindgerecht aufbereitet und setzt sich sehr gut fest“, weiß Susanne Stoever.

Den Verein „Menschen gegen Kindesmissbrauch“ habe sie nach einem Tipp einfach mal angeschrieben: „Probier es mal, habe ich mir gedacht. Und es war gar kein Problem.“ Der Verein mit Sitz in Mülheim an der Ruhr ist seit 2005 aktiv, informiert und leistet Präventionsarbeit. Immer mit dem Ziel, Kinder, aber auch Eltern für das Thema zu sensibilisieren.  

 

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