Archäologen auf dem Marktplatz
Alte Steine für neues Stadtmodell

Ahlen -

Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Doch die Steine sollen wiederverwendet werden: als Sockel für das künftige Stadtmodell aus Bronze.

Donnerstag, 17.05.2018, 16:05 Uhr

Aus dem 15. Jahrhundert stammen die Mauerreste eines früheren Rathausgebäudes (vorne). Die Steine im Hintergrund bezeugen eine spätere Ergänzung nach dem Ahlener Stadtbrand von 1744.
Aus dem 15. Jahrhundert stammen die Mauerreste eines früheren Rathausgebäudes (vorne). Die Steine im Hintergrund bezeugen eine spätere Ergänzung nach dem Ahlener Stadtbrand von 1744. Foto: Christian Wolff

Die Grabungen auf dem Ahlener Marktplatz finden jetzt auch bundesweite Beachtung. „Soeben ist ein Artikel über unsere Funde in der Fachzeitschrift ,Archäologie in Deutschland‘ erschienen“, freut sich Andreas Wunschel, Archäologe beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Schließlich seien durch die Maßnahmen so einige neue Erkenntnisse zur Stadtgeschichte ans Tageslicht gekommen.

Dazu gehört neben dem erst in der Vorwoche entdeckten und äußerst seltenen Reisigboden nahe einer Wasserstelle (die „AZ“ berichtete) auch der Keller eines Wohnhauses, das noch vor dem Bau des Rathaus-Vorgängers im 15. Jahrhundert abgerissen worden ist. Eine Hauswand aus Kalkstein war offenbar noch während der Bestandszeit des Gebäudes einsturzgefährdet. Direkt neben ihr fanden die Archäologen eine zweite Mauer aus Backstein. „Diese vorgesetzte, jüngere Mauer diente vermutlich zur Stabilisierung der baufällig gewordenen Kellerwand“, erläutert Andreas Wunschel. „Möglicherweise hatten die mittelalterlichen Mauerer keine saubere Arbeit geleistet.“ Vielleicht war diese Maßnahme auch notwendig, weil die Erbauer des Hauses die Tragfähigkeit des sandigen Baugrundes überschätzt hatten, lautet eine weitere These. „Wir vermuten, dass es sich hier um eine Flickschusterei gehandelt hat“, zeigt der Experte anhand von Lederresten auf, die sich im Boden erhalten hatten. Sie sind auch der Grund dafür, dass Ahlen nun sogar Titelmotiv der aktuellen Ausstellung „Echt alt – Mittelalterliches Handwerk ausgegraben“ im LWL-Freilichtmuseum Hagen geworden ist. Zahlreiche Funde wie Tonscherben und Tierknochen veranschaulichen die vielseitige Nutzung des Ortes. Denn schon im Mittelalter waren Marktplätze Mittelpunkte des städtischen Lebens.

Grabungen auf dem Ahlener Marktplatz

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  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Andreas Wunschel
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Ulrich Gösmann
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff
  • Wenn in Kürze ein Pumpenhaus für das geplante Wasserspiel auf dem Marktplatz eingebaut wird, müssen einige alte Mauerreste weichen. Foto: Christian Wolff

Am Donnerstag nutzten Stadtbaurat Andreas Mentz, Stadtplaner Markus Gantefort und Denkmalfachfrau Nicole Wittkemper-Peilert die letzte Gelegenheit, die vor dem Alten Rathaus freigelegten Gebäudereste unter fachkundiger Erläuterung zu begutachten. Das meiste wird nun wieder unter der Erde verschwinden, da die Arbeiten zur Marktneugestaltung weitergehen.

„Einige Mauerreste müssen für den Einbau eines Pumpenhauses, das ein geplantes Wasserspiel speisen soll, weichen“, so Wunschel. Doch da hatte das Team von Andreas Mentz eine Idee: Der Sockel unter dem bronzenen Stadtmodell, das derzeit entsteht und den neuen Marktplatz zieren soll, könnte aus historischen Steinen errichtet werden, die das Archäologenteam in den vergangenen Monaten freigelegt hat. „Zumindest aus denen, die wir ohnehin entfernen müssten“, erklärt der Stadtbaurat.

Einige Mauerreste müssen für den Einbau eines Pumpenhauses weichen.

Andreas Wunschel
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