Europaweite Erstinstallation in Ahlen
In diese Röhre passt auch ein Footballer

Ahlen -

Der Kernspin, der am Dienstag am Ärztehaus des Ahlener St.-Franziskus-Hospitals buchstäblich durch die Wand ging, ist europaweit (noch) einmalig.

Dienstag, 12.06.2018, 18:30 Uhr

Ein Kraftakt mit höchster Präzision: Über eine provisorische Bühne gelangte der neue MRT durch eine Öffnung in die zweite Etage des Ärztehauses.
Ein Kraftakt mit höchster Präzision: Über eine provisorische Bühne gelangte der neue MRT durch eine Öffnung in die zweite Etage des Ärztehauses. Foto: Ulrich Gösmann

Erste neugierige Blicke durfte sich der 7,8-Tonner am Dienstagmorgen bei seiner Ankunft im westfälischen Ahlen von Passanten gefallen lassen, ehe die Millionen-Investition im Ärztehaus von St. Franziskus buchstäblich durch die Außenwand ging. In zwei Wochen schaut die Fachwelt noch genauer hin. Bis dahin soll der MRT allerneuester Generation mit Drei-Tesla-Magnetfeld und Biomatrix-System einsatzbereit sein. „Siemens Healthineers hatte ihn uns angeboten“, sagt Mediziner Karl A. Balhorn, Chef des Radiologisch-Nuklearmedizinischen Versorgungszentrums Ahlen, Warendorf, Beckum. Sein „Ja“ heißt in diesen Stunden: europaweite Erstinstallation – an der Parkstraße.

Vor einer Woche hatte ein MRT aus dem Jahr 2012 an selber Stelle Platz für das Referenzobjekt gemacht. So, wie der Vorgänger durch eine eigens für den Austausch installierte Öffnung am Haken eines Krans die zweite Etage verließ, schaffte es der „Magnetom Vida“ jetzt auch rein, als müsse er selbst in die Röhre.

Ziel erreicht. In zwei Wochen geht der Kernspin in Betrieb.

Ziel erreicht. In zwei Wochen geht der Kernspin in Betrieb. Foto: Ulrich Gösmann

„Das Gerät sieht aus wie vor zehn Jahren“, kann sich Karl A. Balhorn während der Installation einen beiläufigen Scherz nicht verkneifen, wird dann aber ernst, um mit ganzer Leidenschaft über die inneren Werte des „High-Tec“-Kernspins zu sprechen. Herzstück sei die Biomatrix-Spule. Sie bringe erhöhten Patientenkomfort, arbeite leiser, schaffe homogenere Aufnahmen mit weniger Bildstörungen. Die Schichtaufnahmen – demnächst deutlich dünner. Balhorn: „Ich rede hier nicht von Zentimetern, sondern über ein bis zwei Millimeter.“ Die Spule denke mit. Das heiße: Kernspin unter Atmung. Das minimiere Sequenz-Wiederholung.

Ich rede hier nicht von Zentimetern, sondern über ein bis zwei Millimeter.

Karl A. Balhorn

Ob Rückenmark- oder Bauchaufnahmen, Untersuchungen der Prostata, Muskel- oder Gelenkverletzungen: Neurologie und Traumatologie profitierten vom Fortschritt gleichwohl. Komplexe neurologische Fragestellungen – etwa bei Multiple Sklerose oder anderen Gehirn-Erkrankungen – ließen sich deutlich besser darstellen.

Der Satz „Das Gerät ist zu eng“ dürfte in Zukunft wohl seltener bis gar nicht mehr fallen. Der 70-Zentimeter-Durchmesser schafft gegenüber dem 60er spürbar mehr Raum. „Wir können auch einen amerikanischen Footballer in die Röhre legen. Hier passen jetzt alle rein“, sagt Karl A. Balhorn – und schmunzelt erneut.

Das Team um Karl A. Balhorn (2.v.l.).

Das Team um Karl A. Balhorn (2.v.l.). Foto: Ulrich Gösmann

Mit dem „Magnetom Vida“ ist die Ahlener Praxis ab sofort in eine Siemens-Studie inte­griert. Gerade erst war die Neuentwicklung „Made in Germany“ aus dem baden-württembergischen Erlangen in Chicago der internationalen Fachwelt vorgestellt worden. Interessierte Radiologen haben es jetzt näher, um sich die Technik im medizinischen Alltag anzusehen.

Vor zwei Wochen hatte das Radiologisch-Nuklearmedizinische Versorgungszen­trum Ahlen bereits ein neues Drei-D-Tomosynthesegerät für die Mammografie erhalten, mit dem kleinste Karzinome deutlich besser zu erkennen seien, so Balhorn. Mit dem „Siemens Relevation“ nimmt seine Praxis an einer weiteren, diesmal europaweiten Studie der Uni Münster teil.

Passanten staunten. In Kürze schauen Fachmediziner in Ahlen vorbei.

Passanten staunten. In Kürze schauen Fachmediziner in Ahlen vorbei. Foto: Ulrich Gösmann

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