Lambertischule Dolberg
Klassenfahrt vorzeitig abgebrochen

Dolberg / Winterberg -

Zwei Klassen der Lambertischule Dolberg sind am Mittwochmorgen vorzeitig von einer Fahrt nach Winterberg zurückgekehrt. Der Aufenthalt im Schullandheim der Stadt Ahlen, ursprünglich bis zum heutigen Freitag geplant, wurde abgebrochen, nachdem bei mehreren Kindern zum Teil heftige Symptome einer mutmaßlichen Magen-Darm-Infektion aufgetreten waren. Zwei von ihnen kamen sogar ins Krankenhaus.

Freitag, 15.06.2018, 08:00 Uhr

Erst heute sollten die beiden Klassen der Lambertischule aus Winterberg zurückkommen. Doch nach der Durchfallerkrankung mehrerer Schüler wurde der Aufenthalt im Schullandheim schon am Mittwoch vorzeitig abgebrochen.
Erst heute sollten die beiden Klassen der Lambertischule aus Winterberg zurückkommen. Doch nach der Durchfallerkrankung mehrerer Schüler wurde der Aufenthalt im Schullandheim schon am Mittwoch vorzeitig abgebrochen. Foto: Ralf Steinhorst

Aufschluss über die Ursache sollen bakteriologische Un­tersu­chun­gen geben, deren Ergebnis heute vorliegen soll. „Das möchte ich abwarten und mich nicht an Spekulationen beteiligen“, er­klärte Schulleiterin Gu­drun Kraus auf Anfrage unserer Zeitung.

Am Montagmorgen waren insgesamt 39 Schüler aus der 3. und 4. Klasse voller Vorfreude zu der jahrgangsübergreifenden Fahrt ins Sauerland gestartet, begleitet von drei Lehrkräften. Auch Gudrun Kraus war vor Ort. Am Dienstag standen das Erzbergwerk in Ramsbeck und die Tropfsteinhöhle in Warstein auf dem Ausflugsprogramm. „Es war ein wunderschöner, harmonischer Tag“, berichtet die Schulleiterin. Alle seien bester Stimmung gewesen.

Wir gehen davon aus, dass es eingeschleppt wurde.

Silke Schneider

Später am Abend klagten dann die ersten Kinder über Übelkeit, mussten sich übergeben und litten unter Durchfall. „Vom Verlauf her drängte sich der Verdacht auf, dass es sich um einen ansteckenden Virus handeln könnte“, so Gudrun Kraus, die sich darum zum sofortigen Handeln gezwungen sah. Noch in der Nacht wurden die Eltern von sieben erkrankten Kindern informiert und gebeten, diese abzuholen. Alle anderen Eltern bekamen am Mittwochmorgen in aller Frühe einen Anruf und machten sich ebenfalls so schnell sie konnten auf den Weg nach Winterberg. „Bei mir klingelte um sechs das Telefon“, berichtete ein Vater der „AZ“. Für zehn Kinder, die nicht abgeholt werden konnten, wurde ein Bus organisiert.

Inzwischen seien sieben weitere Kinder krankgemeldet worden, sagt Gudrun Kraus. Auch eine Kollegin habe es erwischt. Sie selbst sitze hingegen „topfit“ an ih­rem Schreibtisch, und sie habe das Gleiche gegessen wie alle anderen.

Silke Schneider, 2. Vorsitzende des Trägervereins Schullandheim Winterberg, geht denn auch nach bisherigem Kenntnisstand davon aus, dass der Virus „eingeschleppt“ wurde. Nach ihren Informationen habe ein Kind schon vor der Abfahrt nach Winterberg erbrochen, was zunächst auf die Aufregung zurückgeführt worden sei. Gleichwohl gehe man auch im Haus möglichen anderen Ursachen auf den Grund. Die Zimmer und sanitären Anlagen seien bereits desinfiziert worden, so Schneider.

An der Lambertischule fin­det regulärer Un­terricht für die beiden betroffenen Klassen in dieser Woche nicht mehr statt, es besteht jedoch ein Betreuungsangebot im Offenen Ganztagsbereich. Etliche Eltern hätten ihre Kinder ohnehin prophylaktisch abgemeldet, um jede Ansteckungsgefahr auszuschließen, teilt Gudrun Kraus mit, die allen kleinen Patienten eine baldige Genesung wünscht.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5820085?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
„Dann müssen wir aufwachen und etwas dagegen tun"
Interview: Ranga Yogeshwar zu Folgen des digitalen Wandels: „Dann müssen wir aufwachen und etwas dagegen tun"
Nachrichten-Ticker