70 Jahre „Äölske Pott“
Disput um Kommunion beleuchtet

Ahlen -

Der Philisterzirkel „Äölske Pott“, Ortszirkel im Kartellverband katholischer Studentenverbindungen, feierte am Sonntagvormittag sein 70-jähriges Bestehen. Einem Gottesdienst mit Pfarrer Hubert Schöning in der Herz-Jesu-Kapelle Borbein schloss sich ein Empfang im „Haus Wibbelt“ an.

Montag, 25.06.2018, 17:30 Uhr

Der Vorstand mit Ulrich Loermann, Hermann Schöler, Alfred Thiemann, Reinhard Genderka und Adolf Brast sowie dem Ehrenvorsitzenden Hans Schoppmeier (v. l.) feierten mit den Mitgliedern das Jubiläum des „Äölske Pott“
Der Vorstand mit Ulrich Loermann, Hermann Schöler, Alfred Thiemann, Reinhard Genderka und Adolf Brast sowie dem Ehrenvorsitzenden Hans Schoppmeier (v. l.) feierten mit den Mitgliedern das Jubiläum des „Äölske Pott“ Foto: Ralf Steinhorst

Der Philisterzirkel hat sich im Jahr 1948 gegründet. Die Bezeichnung „Äölske Pott“, auf Hochdeutsch „Ahlener Pott“, wurde mit Bedacht gewählt, denn die Gründungsmitglieder wollten damit zum einen ihre Bindung zum ländlichen Raum, zum anderen aber auch zur Ahlener Industriegeschichte zum Ausdruck bringen. Im Gründungsjahr war die Emaille-Industrie, die jene Pötte herstellte, noch ein fester Bestandteil im Ahlener Wirtschaftsleben. Zielsetzung des katholischen Philisterzirkels ist es, gesellschaftliche, kirchenpolitische und bildungspolitische Aktivitäten zu entwickeln.

Dementsprechend hatte sich der Vorsitzende Alfred Thiemann für seine Festrede mit der „Kommunion auch für evangelische Christen“ ein Thema ausgesucht, das bei den Katholiken zurzeit intensiv diskutiert wird. Hier geht es vor allem darum, dass evangelische Ehepartner zukünftig auch an der Kommunion teilnehmen sollten.

Alfred Thiemann beleuchtete den Hintergrund dieses Streits, der auch die Deutsche Bischofskonferenz gespalten hat. Die Gruppe hinter dem Bischofskonferenzvorsitzenden Kardinal Reinhard Marx bevorzugt in der deutschen katholischen Kirche eine pragmatische Umsetzung, die evangelischen Christen „unter der Voraussetzung des reinen Gewissens“ die Kommunion ermöglichen will. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Wölki lehnt mit anderen deutschen Bischöfen hingegen die Zulassung evangelischer Christen zur Kommunion nicht generell ab, sieht als Voraussetzung aber die Zustimmung des Vatikans als unabdinglich, die dann für die katholische Kirche weltweit gilt.

„Man kann viel falsch machen, wenn man nur wissenschaftlich denkt“, bevorzugte Alfred Thiemann den praktischen Weg von Kardinal Marx. Amtsträger sähen viele Dinge dogmatisch, die Seelsorge der Menschen müsse hier einen höheren Stellenwert haben als die Ausführung von Regeln. „Hoffen wir also, dass es in Zukunft zu einer Mahlgemeinschaft kommt“, wünschte sich Alfred Thiemann am Ende seiner Ausführungen.  

Man kann viel falsch machen, wenn man nur wissenschaftlich denkt.

Alfred Thiemann
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