Orgeltag in der Pauluskirche
Hohes Alter stört keinesfalls

Ahlen -

Zum ersten Mal stellte die Evangelische Kirche von Westfalen am Wochenende den „Orgeltag Westfalen“ auf die Beine: In über 100 Veranstaltungen an 60 Orten wurde die „Königin der Instrumente“ gewürdigt.

Dienstag, 26.06.2018, 10:00 Uhr

Ein ungewöhnliches Konzert mit Orgel und Klavier boten Larissa Neufeld und Andreas Blechmann (v. l.) in der Pauluskirche zum Orgeltag Westfalen. Pfarrer Markus Möhl moderierte das Konzert und wies auf die besonderen Herausforderungen hin, die in Teilen des Konzerts zu bewältigen waren.
Ein ungewöhnliches Konzert mit Orgel und Klavier boten Larissa Neufeld und Andreas Blechmann (v. l.) in der Pauluskirche zum Orgeltag Westfalen. Pfarrer Markus Möhl moderierte das Konzert und wies auf die besonderen Herausforderungen hin, die in Teilen des Konzerts zu bewältigen waren. Foto: Ralf Steinhorst

Mit dabei war am Sonntagabend auch die Evangelische Kirchengemeinde Ahlen, wo Larissa Neufeld und Andreas Blechmann in das Konzert noch ein Klavier mit einbezogen. „Wir würdigen eine veritable Königin“, begrüßte Pfarrer Markus Möhl als Moderator die Konzertbesucher. Er machte darauf aufmerksam, dass Orgeln etwas ganz Besonderes sind – allein schon deshalb, weil sie fast nur in Kirchen oder Konzerthallen zu finden sind. In Wohnzimmern stehen sie eher selten; dort wird in der Regel ein Klavier als Tasteninstrument genutzt. Daher habe sich die Evangelische Kirche von Westfalen gedacht, das Alleinstellungsmerkmal der Orgel herauszustellen. Dass Orgeln oft ein hohes Alter aufweisen, störe dabei nicht. Im Gegenteil: „Die Orgel ist trotz ihres hohen Alters ganz vital.“

Vor der Begrüßung durch Markus Möhl zeigten Larissa Neufeld und Andreas Blechmann eine andere Qualität, die Orgeln bieten: Sie können vierhändig gespielt werden, was nur bei ganz wenigen Instrumenten möglich ist. An der großen Orgel spielten sie die „Petite Suite“ von Denis Bédard, einem bekannten kanadischen Komponisten, der 1950 geboren wurde und als Preis unter anderem den „Prix d’Europe“ erhielt.

Der zweite Konzertteil mit dem Werk für „Sechs Duos für Klavier und Harmonium (Orgel)“ von Charles-Marie Widor zogen die beiden Musiker in den Altarraum der Pauluskirche um, wo sie Klavier und Orgel so aufgestellt hatten, dass sie Sichtkontakt zueinander hatten. Der Franzose Widor lebte von 1844 bis 1937 und hat großen Anteil daran, dass viele Orgeln im französisch-romantischen Stil gebaut wurden.

Eine Herausforderung stellte der dritte Konzertteil dar, wo bei Denis Bédards „Duet Suite für Orgel und Klavier“ Larissa Neufeld im Altarraum das Klavier spielte, Andreas Blechmann aber von der Orgelbühne aus die Orgel betätigte. Um die Abstimmung zwischen beiden zu erleichtern, wurden im Bereich beider Instrumente Lautsprecher aufgestellt, wo sich die Musiker besser hören konnten. Ein lautes „Bravo“ aus dem Publikum nach Konzertende zeigte die Begeisterung des Publikums. Das Konzert schlossen Neufeld und Blechmann hiermit noch nicht ab, sondern legten mit Johann Sebastian Bachs „Ave Maria“ im Arrangement für Orgel und Klavier von Charles Gounod noch eine Zugabe nach.

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