Sozialminister ehrt Ahlener Firma
Inklusionspreis für Renner

Ahlen -

Er wünsche sich mehr Unternehmen, die auch behinderten Menschen eine Chance geben, sagte Sozialminister Karl-Josef Laumann. Er hielt die Laudatio auf die Metallwerke Renner, die am Freitagnachmittag den Inklusionspreis NRW 2018 erhielten.

Freitag, 06.07.2018, 20:50 Uhr

Sozialminister Karl-Josef Laumann gratulierte Renner-Geschäftsführer Jürgen Henke. Mit auf der Bühne: Sonja Fehlau, Dieter Pipal, Ralf Kober und Daniel Prahl.
Sozialminister Karl-Josef Laumann gratulierte Renner-Geschäftsführer Jürgen Henke. Mit auf der Bühne: Sonja Fehlau, Dieter Pipal, Ralf Kober und Daniel Prahl. Foto: Wilfried Gerharz

Große Freude bei den Metallwerken Renner: Das Ahlener Unternehmen erhielt am Freitagnachmittag den Inklusionspreis NRW 2018 aus den Händen von Sozialminister Karl-Josef Laumann. Die Preisverleihung fand in Münster in der Halle Münsterland statt.

Die Metallwerke Renner, vertreten durch Geschäftsführer Jürgen Henke und einige Mitarbeiter, erhielten den mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis in der Kategorie „Arbeit und Qualifizierung“. Nominiert worden waren die Ahlener für das Projekt „Jedem (s)eine Chance“.

Das Unternehmen hatte dieses Projekt schon 2008 mit Schulpartnerschaften gestartet. Die halfen und helfen den Metallwerken Renner dabei, benachteiligte Jugendliche mit Migrationshintergrund für die Ausbildung im Betrieb zu gewinnen.

Schnell hat das metallverarbeitende Unternehmen – Renner stellt unter anderem Entsorgungsbehälter her – sein Programm aber auch auf Menschen mit Behinderungen ausgeweitet. Über Betriebspraktika erhalten Menschen mit Behinderungen einen festen Arbeitsplatz oder eine Ausbildungsstelle im Betrieb oder in der Verwaltung in der Firma am Ostberg.

Die Laudatio auf den Preisträger hielt Sozialminister Karl-Josef Laumann selbst. Er lobte, dass die Metallwerke Renner es schaffen, trotz der körperlich anspruchsvollen Arbeit im Bereich der Blechbearbeitung und Oberflächenbehandlung die Beschäftigungsquote in Bezug auf Menschen mit Behinderungen zu erfüllen und Menschen, die im Laufe ihres Lebens und möglicherweise an Gesundheit verloren haben, weiterhin zu beschäftigen.

Darüber hinaus böten die Metallwerke Renner auch Praktika und Stellen für Menschen mit Behinderungen an. So erhielten die eine Chance, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen oder erste Arbeitserfahrungen zu machen. Beeindruckt habe ihn der Fall eines über 50-jährigen Kollegen, der aufgrund seiner Behinderung nur leichte Tätigkeiten ausführen darf und auf der Arbeitssuche einen Praktikumsplatz bei Renner erhielt – und nach diesem Praktikum in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen worden sei. „Das lässt den Schluss zu: Sie beurteilen die Mitarbeiter nicht danach, ob sie eine Behinderung haben oder nicht. Für Sie zählt stattdessen, welche Stärken sie haben und wie motiviert, präzise und gewissenhaft sie arbeiten“, so Karl-Josef Laumann in Richtung des Preisträgers. Diese Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern und die Bereitschaft, jedem eine Chance einzuräumen, sei das, was die Jury für auszeichnungswürdig hält. „Ich würde mir mehr Unternehmen wünschen, die die individuellen Potenziale von Menschen mit Behinderungen erkennen und Ihnen eine Chance auf eine Stelle auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt geben“, so Karl-Josef Laumann abschließend.

Für den Inklusionspreis NRW 2018 waren insgesamt 24 Projekte nominiert. Ausgezeichnet werden vorbildliche Ideen zur gesellschaftlichen Inklusion von Menschen mit Behinderungen.

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