Renaturierungsarbeiten kurz vor dem Abschluss
Erlengrund zeigt Parkcharakter

Ahlen -

„Perfekt!“, schießt es aus Anja Starp heraus, die zufällig auf der Bank sitzt, als Vertreter der Ahlener Umweltbetriebe und des Stadtteilbüros am Donnerstagvormittag mit Pressebegleitung ihren Gang durch den renaturierten Richterbach-Park machen. „Ich bin hier groß geworden“, lässt die Tagesmutter in quirliger Begleitung wissen. Vor langer Zeit aber mit den Kindern auf andere Spielplätze ausgewichen, weil hier alles ziemlich heruntergekommen gewesen sei. Jetzt ist sie wieder zurück. Und? „Einfach toll!“ Viva Mexiko!

Donnerstag, 12.07.2018, 20:00 Uhr

Damian und Ilias haben jetzt schon ihren Spaß. Und Anja Starp (r.) schwärmt regelrecht über den neuen Richterbach-Park.
Damian und Ilias haben jetzt schon ihren Spaß. Und Anja Starp (r.) schwärmt regelrecht über den neuen Richterbach-Park. Foto: Ulrich Gösmann

Denen, die bei den vorausgegangenen Ortsterminen massiver Anwohnerkritik ausgesetzt waren, dürfte das Lob Bestätigung zurückgegeben haben, doch nicht alles falsch gemacht zu haben. „In spätestens zwei Wochen sind wir erst einmal fertig“, verkündet Grünflächenchef Jörg Pieconkowski mit Blick auf die Sommerferien und nimmt die Absperrung neben „Volkers Kiosk“ zur symbolischen Freigabe in die Hand. Dass zum Abschluss des 400 000-Euro-Projekts noch mehr geht, lässt Hermann Huerkamp, Leiter des Stadtteilbüros, nicht unerwähnt: „Im September gibt‘s ein Nachbarschaftsfest. Eine ganz tolle Party.“

Unterdessen arbeitet die Erlengrund-Großbaustelle darauf hin, in einem natürlichen Selbstheilungsprozess zu ihrem Parkcharakter zu finden. Seit wenigen Tagen läuft es sich über grobem Schotter auf einem halben Kilometer Länge, mit einer Deckschicht Dolomitsand demnächst auch bequemer. „Wassergebundenes Wegenetz. Wie im Berliner Park“, wirft Jörg Pieconkowski in die Runde. Hermann Huerkamp sieht in dem greifbaren Ergebnis ein Meisterbeispiel breiter Bürgerbeteiligung. Alles sei aufgenommen und weitestgehend umgesetzt worden. Beispiel: die Laternen, gleich im Dutzend auf ganzer Länge und ursprünglich gar nicht vorgesehen. So hell war‘s hier abends noch nie. Eine Nachforderung vieler Hundefreunde. Ebenso die nach einem Trampelpfad, um wieder die Runde machen zu können. Und siehe da: Es trampelt sich schon. . .

Bänke und Mülleimer stehen da, wo Nutzer sie haben wollten. Fitnessgeräte, von Frauen gewünscht, haben vor ihrer offiziellen Freigabe schon erste Trainingseinheiten in freier Natur gestemmt.

Stichwort Natur: Die entwickelt sich von allein. „Weide und Ahorn kommen wieder raus“, lenkt Jörg Pieconkowski die Blicke auf den renaturierten Bachlauf, der sich – noch vom großen Eingriff und seiner Verlegung gekennzeichnet – durch den Erlengrund schlängelt. Sumpfpflanzen und Rohrkolben hätten sich in seinem Umfeld bereits angesiedelt. Ohne fremdes Zutun.

Mehr Wasser macht Hermann Huerkamp trotz aktueller Trockenperiode in Bach und Teich aus. Für ihn ein erstes Anzeichen, dass das Wasserkonzept funktioniere.

Der Bolzplatz wird erst nach den Sommerferien in Angriff genommen. Bis dahin sollen Rasenflächen grünen und zeigen, wo weitere Baumstandorte Ersatz schaffen können.

Die künftige Parkentwicklung sieht Hermann Huerkamp als Herausforderung: „500 Bierflaschen kommen nicht von allein hierhin“, erinnert er an die Entrümpelungsaktion – mit der Ankündigung: „Wir werden das hier in Zukunft genauer beobachten müssen. Damit‘s dauerhaft schön bleibt.“

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