Gewerbesteuer-Erwartungen
Investitionen mindern Einnahmen

Ahlen -

Nicht nur im Tiefbau herrscht derzeit in Ahlen Hochkonjunktur. Auch im Wohnungsbau und bei den Gewerbeimmobilien wird bereits seit geraumer Zeit kräftig investiert. Was den Wirtschaftsstandort kräftigt und Arbeitsplätze sichert, aber in die städtischen Kassen vorübergehend weniger Gewerbesteuereinnahmen spült.

Freitag, 20.07.2018, 09:22 Uhr

Rege Bautätigkeit bei den Ahlener Unternehmen, wie hier im Vorjahr an der Porschestraße. Investitionen, die sich auf die städtischen Gewerbesteuereinnahmen auswirken.
Rege Bautätigkeit bei den Ahlener Unternehmen, wie hier im Vorjahr an der Porschestraße. Investitionen, die sich auf die städtischen Gewerbesteuereinnahmen auswirken. Foto: Ulrich Gösmann

Die hat Kämmerer Dirk Schlebes mit 34,1 Millionen Euro optimistisch angesetzt. „Derzeit sind die Einnahmen hinter den Erwartungen zurückgeblieben“, räumt Schlebes freimütig ein. Ob sie im Jahresverlauf noch zulegen, ist offen. Ursache für die Einnahmerückgänge ist unter anderem die zuvor beschriebene rege Bautätigkeit der Unternehmen, die ihre Investitionen für ihre Erweiterungen bei der nächsten Gewerbesteuerzahlung abziehen. Das Nachsehen hat kurzfristig der Kämmerer, der sich zumindest mittelfristig über steigende Erträge bei der Gewerbesteuer freuen kann.

Schlebes kann darauf hoffen, dass Einnahmeausfälle bei der Gewerbesteuer mit höheren Schlüsselzuweisungen des Landes ausgeglichen werden. Für Ende Juli hat die zuständige NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach vor der Landesregierung die Vorlage einer Hochrechnung angekündigt, wie sich die Mittel zwischen den Kommunen verteilen werden. So viel ist sicher: Mit 11,7 Milliarden Euro ist mindestens soviel Geld im Topf wie noch für 2018.

Derzeit sind die Einnahmen hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Dirk Schlebes

Wermutstropfen für alle kleineren Kommunen unter 600 000 Einwohnern: Sie sollen pro Einwohner 25 Euro weniger erhalten, während Köln und Düsseldorf aufgrund ihrer zentralörtlichen Bedeutung 80 Euro pro Einwohner mehr bekommen sollen. Abzüge erwartet Schlebes auch bei der Anrechnung der Sozialkosten für Bedarfsgemeinschaften, wobei der Grund dafür positiv ist: Sie sind auch in Ahlen rückläufig.

Dafür erwartet der Kämmerer höhere Einnahmen bei der Anrechnung der Schülerzahlen. Weil Ahlen wegen seiner zahlreichen Bildungseinrichtungen ein Schulstandort mit überörtlicher Bedeutung ist, will das Land die Zuweisungen erhöhen.

Aber bevor sich der Kämmerer auf konkrete Aussagen zu den Schlüsselzuweisungen des Landes festlegen will, möchte er zunächst die meist verlässliche Hochrechnung des Landkreistages Anfang August abwarten, bevor dann das Eckdatenpapier des Kreises Ende August auch Aufschluss über die zu erwartende Höhe der Kreisumlage gibt. Nur zur Erinnerung: Ahlen überweist jährlich an den Kreis rund 30 Millionen Euro, also fast die komplette Gewerbesteuereinnahme.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5919183?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Erster Stammtisch für Wilsberg-Fans
Für Münster fast schon Routine
Nachrichten-Ticker