Ein Hauch von Herbst
Raschelnd durch diesen Sommer

Ahlen -

An manchen Stellen hat Ahlens Grün schon auf Gelb umgestellt. Ein Schutzmechanismus gegen Trockenheit und Hitze.

Samstag, 21.07.2018, 06:10 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 21.07.2018, 06:01 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 21.07.2018, 06:10 Uhr
Blätter und Blüten der Linde – nichts Ungewöhnliches um diese Jahreszeit. Mitarbeiter der Umweltbetriebe beim sommerlichen Kehraus im „Berliner Park“.
Blätter und Blüten der Linde – nichts Ungewöhnliches um diese Jahreszeit. Mitarbeiter der Umweltbetriebe beim sommerlichen Kehraus im „Berliner Park“. Foto: Ulrich Gösmann

Hier raschelt‘s, da knackt‘s. Auf Ahlens Wegen und Wiesen fühlt sich der Sommer bereits wie Herbst an, wenn Sohlen über einen großflächigen Teppich aus Laub und Rinde laufen. Kapitulation vor der anhaltenden Trockenheit? Stadtsprecher Frank Merschhaus gibt für sein Revier Entwarnung. Noch sei alles im grünen Bereich, auch wenn die Natur Mitte Juli auf Gelbbraun umspringt.

„Das öffentliche Grün kommt mit der Situation ganz gut zurecht. Neu gepflanzte Bäume werden wöchentlich gewässert, das neu gepflanzte Straßenbegleitgrün bekommt erst einmal eine einmalige Wassergabe, da die Flächen gegen Verdunstung gemulcht sind“, erklärt Merschhaus. Dabei kämen schon einige Kubikmeter zusammen.

Fühlt sich unter den Füßen schon an wie Herbst.

Fühlt sich unter den Füßen schon an wie Herbst. Foto: Ulrich Gösmann

Ältere Bäume, so der Stadtsprecher, brauchten auch in diesen Wochen keine besondere Zuwendung, selbst Büsche nähmen keinen dauerhaften Schaden. „Sie schützen sich gegebenenfalls selber, indem sie einen Teil ihrer Blätter abwerfen und so die Verdunstung reduzieren.“ Rasenflächen würden zwar braun, nach dem nächsten längeren Regen aber auch von selbst wieder grün. „Wir halten es da wie unsere Nachbarn in Drensteinfurt, die ebenfalls nur die Neupflanzungen bewässern. Den Rest regelt die Natur selbst.“

Ausdruck von Vitalität: Platanen legen Rinde ab.

Ausdruck von Vitalität: Platanen legen Rinde ab. Foto: Ulrich Gösmann

Ein Naturschauspiel, das sich in dieser Massivität nicht alle Jahre zeigt: abgeplatzte Rinden an Platanen, auch im „Berliner Park“ entlang der Dolberger Straße. In besonders warmen Sommern werde ihr Wachstum durch die Witterung stark begünstigt, so dass die Außenhaut schnell zu eng werde und regelrecht abspringe, lässt der Stadtsprecher wissen. „Der feuchte Winter sorgt dafür, dass die Bäume gut im Saft stehen“. Man spricht beim Abplatzen der Rinde auch davon, dass sich die Platane schält.“ Dem Baum füge das keinen Schaden zu. Das Hochsommerwetter ohne nennenswerten Niederschlag führe dazu, dass Platanen optimal wachsen, quasi als Reaktion auf Hitze und Trockenheit. Das, was an Rinde abfällt, bleibt liegen und zerfällt zu Rindenmulch.

September-Impressionen im Juli.

September-Impressionen im Juli. Foto: Ulrich Gösmann

Andere Baumarten, die mehr Feuchtigkeit und weniger Wärme verlangen, wachsen in diesem Jahr unterdessen nur wenig. Merschhaus: „Bäume, die auf Trockenheit reagieren, erkennt man an zusammengerollten Blättern. Sie reduzieren auf diese Weise die Verdunstung.“

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