Ahlens Juli 23 Prozent im Plus
Wasserverbrauch auf Rekordniveau

Ahlen -

Duschen, Waschen, Gießen: Ahlens Wasserverbrauch liegt im Juli um 23 Prozent über dem Vorjahresmonat. Das Wasser und die Hitze: Inzwischen steuert die Werse auf einen Wärmegrad zu, der auch der Klimaanlage im Rathaus Probleme bereiten könnte.

Dienstag, 31.07.2018, 05:00 Uhr

Erfrischung für Zwei- und Vierbeiner. Schreibwaren Sommer reagiert mit einer Ruhezone auf den Super-Sommer.
Erfrischung für Zwei- und Vierbeiner. Schreibwaren Sommer reagiert mit einer Ruhezone auf den Super-Sommer. Foto: Ulrich Gösmann

Vor Sommers Schreibwarenhandlung reichen wenige Liter Wasser für die schnelle Erfrischung. Ein aufblasbarer Minipool, eine Ruhebank – so einfach, so genial. Der Rest der Stadt treibt derweil mit Duschen, Waschen und Gießen den Wasserverbrauch auf Rekordwerte. Super-Sommer, neue Woche: Es wird weiter geschwitzt – und gespritzt. Mitarbeiter der Ahlener Umweltbetriebe haben umgesattelt – vom Mäher auf den Tankwagen. Kühlung täte auch der warmen Werse gut. Ihre Temperaturen lassen inzwischen kritisch auf die Klimaanlage im Rathaus blicken.

Horst Sandmann, Leiter Netz-Service Gas, Wasser, Wärme bei den Ahlener Stadtwerken, sieht in seiner aktuellen Hochrechnung den Wasserverbrauch im Juli um 23 Prozent über dem vor einem Jahr. „Das ist schon was.“ Der 1. Juli – ein Sonntag – markiere mit über 6000 Kubikmetern den bisherigen Spitzenwert. „Eine Warnung geben wir aber noch nicht heraus, weil von unserem Vorlieferanten noch keine Warnung gekommen ist. Wir sind im grünen Bereich“, sagt Sandmann. Dennoch zeige sich dieser Tage einmal mehr: „Wasser ist unser wertvollstes Lebensmittel.“ Sparsamer Umgang sei gerade jetzt geboten. Mit dem immer weiter abfallenden Grundwasserspiegel häuften sich auch Meldungen über Brunnenausfälle. „Privatleute versuchen jetzt, über uns Wasser zu beziehen.“ Auf die Schnelle sei da – ohne direkte Netzanbindung – allerdings nichts zu machen.

Momentan werden die Klimaanlagen im Rathaus im sogenannten Handbetrieb gefahren.

Stadtsprecher Frank Merschhaus

Morgens frösteln, nachmittags schwitzen: Mitarbeiter des voll klimatisierten Rathauses kommen von einem Ex­trem ins andere. Von 16 bis auf 36 Grad sollen sich im Glashaus die Tagestemperaturen in Teilbereichen hochschaukeln. „Momentan werden die Klimaanlagen im Rathaus im sogenannten Handbetrieb gefahren“, erklärt Stadtsprecher Frank Merschhaus. „Innerhalb des Gebäudes wird keinerlei Wärme mehr abgegeben. Weder Heizkörper noch Fußbodenheizung noch Induktionsgeräte in den Büros erhalten Wärmeenergie. Es wird ausschließlich gekühlt.“ Das führe dazu, dass die Beschäftigten die Temperatur in ihren Büros nicht mehr individuell regeln können. Merschhaus: „So verrückt es klingt: Morgens ist es manchmal em­pfindlich kalt im kurzen Hemd. Bei der Bekleidung ist das Zwiebelprinzip ratsam.“

Für die Haustechnik sei die Klimaanlage mit einem besonders intensiven Überwachungsaufwand verbunden. Und: Die Kälteerzeugung im Rathaus zur Hälfte von der Werse abhängig. „Führt diese zu wenig Wasser oder ist sie zu stark erwärmt, dann fehlt natürlich Kühlmedium. Fehlende Bäume, die die Werse beschatten könnten, machen das Problem nicht geringer“, verdeutlicht der Stadtsprecher. Der Absorber – das Gerät zur Kälteerzeugung – schalte bei 25 Grad zum Schutz des Gewässers ab. Diese Grenze sei bislang noch nicht erreicht worden.

Weit von einer Teilabschaltung entfernt scheint die Anlage aber nicht mehr zu sein. Stadtwerker Horst Sandmann, der auch die Klimatechnik im Rathaus beobachtet, hatte übers Wochenende abschalten lassen, um die Werse nicht unnötig mit Wärme zu belasten. Kurios: Auch ohne sei sie am Samstag auf 25 Grad gekommen.

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